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Teltow-Fläming Chaos im Wildpark: Offene Tore, Schlägerei und eine Chefin im Gebüsch
Lokales Teltow-Fläming Chaos im Wildpark: Offene Tore, Schlägerei und eine Chefin im Gebüsch
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00:22 16.02.2019
Das Eingangstor des Wildparks Johannismühle. Quelle: Oliver Fischer
Johannismühle

Im Wildpark Johannismühle herrscht derzeit das blanke Chaos. Anders lassen sich die Geschehnisse der vergangenen Tage kaum interpretieren. Skurril genug, dass die Polizei am Montag eine Schlägerei unter Angestellten bestätigte, in die Geschäftsführerin des Wildparks involviert gewesen sein soll. Die Umstände, die nun aber nach und nach ans Licht kommen, klingen noch viel verrückter.

Zeugen und Insidern zufolge trug sich am fraglichen Abend folgendes zu: Die Falknerin des Wildparks war gegen 19 Uhr noch einmal nach Johannismühle gefahren, um dort Dinge zu erledigen. Dabei entdeckte sie, dass die Tore sperrangelweit offen standen, so dass die frei im Park lebenden Tiere wie Damwild, Rotwild oder Rehe hätten entlaufen können.

Jäger entdeckt Personen im Gebüsch

Die Falknerin – gleichzeitig Tochter des Eigentümers und Mitgesellschafterin – rief daraufhin einen Jäger zu Hilfe, der das Gelände mit einer Wärmebildkamera nach Tieren absuchte. Statt Tieren entdeckte er aber zur Überraschung aller Beteiligten zwei Personen, die sich in einem Gebüsch nahe des Eingangstores versteckt hielten. Dabei handelte es sich nach jetzigem Kenntnisstand um zwei Angestellte des Wildparks.

Diese beiden griffen, nachdem sie entdeckt worden waren, den Jäger und die Falknerin an. Es kam zur Schlägerei. Die zur Hilfe gerufene Polizei nahm später drei Strafanzeigen wegen Körperverletzung auf. Zu allem Überfluss mussten die Beamten auch noch einem Mann den Führerschein abnehmen, weil er mit 1,13 Promille Alkohol im Blut an den Ort des Geschehens gefahren war.

Geschäftsführerin beteiligt

Die Hintergründe des ganzen Geschehens bleiben vorerst rätselhaft. Jörg Stubbe, Eigentümer des Wildparks, bestätigt nach Rücksprache mit dem Jäger, dass es sich bei der Frau im Gebüsch um seine Geschäftsführerin gehandelt hat. „Natürlich frage ich mich, weshalb abends die Tore offen stehen und ich frage mich auch, was die Geschäftsführerin im Gebüsch zu suchen hat“, so Stubbe. Er wolle aber niemanden vorverurteilen, sondern erst einmal die Situation analysieren. „Das sind junge Leute, denen sind die Nerven durchgegangen“, versucht er zu beschwichtigen.

Die Aufschrift ist eindeutig. Trotzdem soll das Tor laut Zeugen abends offen gestanden haben. Quelle: Oliver Fischer

Ganz so gelassen kann Stubbe die Situation aber eigentlich nicht sehen. Er ist seit 2016 Eigentümer des Wildparks. Der Baruther Steuerberater und Linken-Stadtverordnete hatte das 150 Hektar große Areal damals in marodem Zustand übernommen, nach eigener Aussage um es zu retten. Ebenfalls eigenen Aussagen zufolge hat er inzwischen eine sechsstellige Summe in den Wildpark investiert. Weitere Investitionen seien geplant

Der Park hatte aber trotz der Investitionen in den vergangenen Jahren wirtschaftlich zu kämpfen. Vor allem im vorigen Jahr soll die Geschäftslage schwierig gewesen sein. Aufgrund des heißen und trockenen Sommers waren höhere Ausgaben nötig. Gleichzeitig blieben wegen der Hitze die Gäste aus, und das in der Hauptsaison

2018 bereits Geschäftsführer entlassen

Stubbe entließ überdies in der kritischen Phase seinen Geschäftsführer Julian Dorsch, der zuvor zweieinhalb Jahre lang für ihn die Geschicke des Parks geleitet hatte. Die Gründe wurden nicht öffentlich gemacht, das Vertrauensverhältnis soll aber zerstört gewesen sein. Dass es nun auch Probleme mit Dorschs Nachfolgerin gibt, ist seit dem Wochenende offenkundig.

Jörg Stubbe kündigte an, bei einer Gesellschafterversammlung am Donnerstag ein Gespräch mit ihr zu führen. Dabei sollen die Umstände des jüngsten Vorfalls aufgeklärt werden. „Ich werde herausfinden, was passiert ist, und danach eine Entscheidung treffen“, so Stubbe.

Betrieb womöglich in Gefahr

Diese Entscheidung dürfte dem Eigentümer allerdings nicht leicht fallen. Die Geschäftsführerin ist ihm zwar verpflichtet. Ihre Aufgabe ist es, das Eigentum der Gesellschafter verantwortungsvoll zu verwalten. Für Stubbe und den Wildpark hängt von der Person der Geschäftsführerin allerdings auch eine Menge ab.

Denn Insidern zufolge hat allein die Geschäftsführerin die Genehmigungen, die nötig sind, um Wildtiere auszustellen, mit ihnen zu handeln und mithin einen Wildpark zu betreiben. Ohne diese Genehmigungen könnte sogar der Weiterbetrieb des Parks in Gefahr sein. Das könnte Jörg Stubbe meinen, wenn er sagt: „Es geht um ein Unternehmen, und es hängen Arbeitsplätze dran.“

Die Geschäftsführerin des Wildparks war bisher nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Von Oliver Fischer

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