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Chaos von Amts wegen

Jüterbog Chaos von Amts wegen

Rein kommen ist leicht, rauskommen hingegen nicht. Dass in Jüterbog derzeit so viele Auto-und Motorradfahrer knurren, liegt am amtlichen Schilderwahn. Nicht jeder will das so einfach hinnehmen. Nun hat sich sogar der Verkehrsbeirat in einer Sondersitzung dem Thema gewidmet.

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Henner Westphal aus Berlin will weiter nach Torgau, braucht aber den Rat von Bernd Maywald, um aus der Stadt zu finden.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Jüterbogs Stadtverwaltung und vor allem die Gewerbetreibenden sehen es gerne, wenn Fremde länger in der Stadt verweilen. Unerwartete Schützenhilfe bekommen sie nun von amtlicher Seite. Die in den vergangenen Wochen aufgestellten Verkehrsschilder wegen des Ausbaus der B 102 und der zeitgleichen Sanierung des Zinnaer Tores lassen selbst Ortsunkundige verzweifeln. Wer das Labyrinth von überflüssigen, oft sogar irreführenden Verkehrszeichen nach vielem Hin-und-her-Kreuzen wieder verlassen hat, dürfte sich sicher sein: Freiwillig kommt man so schnell wohl nicht noch einmal hierher.

Frust vor der Haustür

Der Jüterboger Bernd Maywald, der im Nikolaiviertel wohnt und täglich mit ansehen muss, wie hilflose Autofahrer verärgert vor seiner Haustür stranden, gehört zu denen, die das hausgemachte Chaos nicht einfach hinnehmen wollen. Mit einer Mischung aus Frust und bissigem Spott hat der Dokumentarfilmer aufgelistet, was seiner Meinung nach nicht stimmt mit dem Schilderwald. Mit seinem Versuch, den Verantwortlichen ausfindig zu machen, ist er allerdings gescheitert. „Das Schlimmste ist, wenn keiner Schuld ist. Das Straßenverkehrsamt des Kreises schiebt es aufs Land, von dort wird’s zurückgeschoben“, sagt der 80-Jährige.

Maywalds Mängelliste ist lang und reicht von Sackgassenschildern, die dort stehen, wo die Sackgasse noch gar nicht beginnt, über viel zu spät aufgestellte Warnschilder vor Gegenverkehr bis zum Abbiegegebot, das direkt bis vor die Absperrung der Straßenbaustelle führt. Kurios sind auch die Parkverbotsschilder vor regulären Parkbuchten. Man bekommt den Eindruck, dass die Mitarbeiter, welcher Behörde auch immer, ohne Überblick einfach die Schilder aufgestellt haben, die sie gerade übrig hatten, findet Maywald.

Dinglichkeitssitzung einberufen

Bei einem Vorort-Termin mit Ernst Lekat vom Jüterboger Verkehrsbeirat schüttelte auch der Ex-Polizist angesichts der wenig durchdachten Schilder-Parade den Kopf. „Etliche Schilder sind nicht zu verstehen oder widersprechen sich sogar“, lautet sein Urteil.

In einer Sondersitzung des Beirats wurden dringende Änderungswünsche formuliert. Als am wichtigsten wird eine Neubeschilderung der Umleitungs-Wegweiser gesehen, die an vielen Stellen in die falsche Richtungs weisen.

Von Uwe Klemens

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