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Teltow-Fläming Chemische Flüssigkeiten statt Farben aus der Tube
Lokales Teltow-Fläming Chemische Flüssigkeiten statt Farben aus der Tube
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00:29 20.05.2018
Bruce Antony Cobb arbeitet in seinem Atelier in Ahrensdorf mit einer seltenen Kunsttechnik. Quelle: Foto: Isabelle Richter
Illmersdorf

„Ich bin so verliebt in das Metall. Wenn plötzlich eine Farbe herauskommt, ist das faszinierend“, sagt Bruce Antony Cobb. Der auf Malta geborene Brite ist Künstler und lebt heute im Ludwigsfelder Ortsteil Ahrensdorf.

In seinem Atelier experimentiert er stundenlang mit verschiedenen Chemikalien und kreiert damit beeindruckende Bilder auf Kupfer-, Messing- oder Silberplatten. Nur weltweit acht Menschen beherrschen das sogenannte „Patinieren“ – eine wie Cobb erklärt „sehr alte Technik aus Japan“.

Am Pfingstsonntag stellt der 66-Jährige seine Werke in der Illmerdorfer Dorfkirche aus und zeigt, wie bunte Bilder ganz ohne Farbe aus der Tube entstehen können.

Parfüm- und Shampooreste als Arbeitswerkzeug

Bruce Antony Cobb war als Jugendlicher nach eigenen Aussagen ein Hippie. In England studierte er Grafikdesign, Fotografie und Seidendruck. Zum Patinieren kam er nur durch einen Zufall.

Beim Entwickeln von Fotos in der Dunkelkammer entdeckte er den Effekt, den Säuren auf Metallen hinterließen. Cobb recherchierte daraufhin nach solchen chemischen Reaktionen und stieß dabei auf ein altes Buch, an welchem er sich bis heute orientiert.

Daneben probiert der 66-Jährige aber auch selbst die kuriosesten Dinge aus. Alte Parfümflaschen oder Haarshampoodosen, die bei anderen im Müll landen, werden bei ihm zum Arbeitswerkzeug.

Mittlerweile hat sich der Künstler damit eine riesige Farbpalette zusammengestellt.

Mit Metall vom Schrottplatz arbeitet er am liebsten

Vorrangig arbeitet Cobb die Chemikalien mit einem schwammartigen Pinsel ein. Denn ein gewöhnlicher Haarpinsel würde sich in Verbindung mit den Säuren sofort auflösen.

Die Metallplatten, mit denen er arbeitet, holt er sich am liebsten vom Schrottplatz. „Die sind sehr gut für mich, denn sie sind nicht pur“, erklärt Cobb.

Anders als in Großbritannien, sind die Metallplatten in Deutschland fast nur noch unbehandelt im Laden zu bekommen.

Inspiriert von eigenen Erfahrungen und der Weltpolitik

Bei den Motiven lässt sich Cobb von seiner Umwelt inspirieren. Er sagt: „Ein Künstler hat die Pflicht, das abzubilden, was um ihn herum passiert.“ In seinen Arbeiten thematisiert er eigene Erlebnisse aus der Vergangenheit oder das politische Geschehen in der Welt.

Ein in Draht gewickelter Kosovo-Soldat oder eine Frau, die sich vom Boden erheben will und aufgrund von religiösen Vorgaben daran gehindert wird, geben dem Betrachter viel Raum zum Nachdenken.

Aussagekräftige Drahtfiguren

Aktuell befasst sich der Künstler außerdem mit Plastiken. „Ich interessiere mich sehr für Körpersprache“, erzählt Cobb. Aus Metaldrähten formt er menschenähnliche Figuren, die bestimmte Gefühle durch ihre Körperstellung ausdrücken.

Auch diese Arbeiten sind am Sonntag ab 19 Uhr zu sehen.

Begleitet wird die Vernissage von Beiträgen der Saxofonisten Christina Unnerstall und Matthias Wacker, sowie der Gewinnerin des Rezitatorenwettbewerbs 2018, Anna-Sophie Koenen.

Von Isabelle Richter

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