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Chinesische Händler in der Klavierfabrik

Luckenwalde Chinesische Händler in der Klavierfabrik

Der Luckenwalder Flügel- und Klavierhersteller Niendorf hat mehr als 50 Instrumentenhändler aus China in seinem Konzertsaal empfangen. Dort führte man die eigenen Instrumente vor und hofft, sich in Fernost einen neuen Absatzmarkt erschließen zu können. Die Kontakte nach China sind gut.

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Der Klavier- und Flügelhersteller Niendorf in Luckenwalde empfing mehr als 50 Vertreter von chinesischen Instrumentenhändlern.

Quelle: Gerald Bornschein

Luckenwalde. Fast könnte man meinen, am Hauptbahnhof in Peking zu sein: Ein Gewimmel asiatischer Frauen und Männer und an den Wänden sind Spruchbänder mit chinesischen Schriftzeichen angebracht. Doch es ist der Konzertsaal der Niendorf Flügel- und Klavierfabrik und ihrer Partnerunternehmen Mendelssohn und Strohmenger in Luckenwalde. Auf der Bühne steht ein Konzertflügel und mit den Bannern werden die Besucher aus Fernost willkommen geheißen.

Mehr als 50 private Instrumentenhändler aus ganz China, darunter auch die Sales Managerin von Mendelssohn Mei Lian Feng, weilen derzeit auf Einladung des Unternehmens in Europa und sollen die hochwertigen Flügel und Klaviere der Marke Niendorf „Made in Luckenwalde“ kennenlernen. Eine Kostprobe des Klangs bekommen die Fachleute gleich zu Beginn durch Hanna Leona Pottgüter mit „Claire de lune“ von Claude Debussy. Die 18-Jährige ist Klavierbau-Azubi im ersten Lehrjahr und für ihre Ausbildung extra aus Paderborn nach Luckenwalde gezogen.

Die Niendorf-Geschäftsführung mit Vertretern aus Fernost und Luckenwaldes Bürgermeisterin Elilsabeth Herzog-von der Heide (3 v r)

Die Niendorf-Geschäftsführung mit Vertretern aus Fernost und Luckenwaldes Bürgermeisterin Elilsabeth Herzog-von der Heide (3. v. r.).

Quelle: Gerald Bornschein

Klavierbaumeister Friedmar Lohöfener führt durch das Programm. Er freut sich, die Besucher in der Stadt zu begrüßen, in der „vor 120 Jahren alles begann“ – so alt ist die Firma Niendorf. Auch Geschäftsführer Markus Ernicke beschwört die Tradition: „Wir wollen an die Glanzzeiten von damals anknüpfen“, sagt er. Die Firma ist seit 2015 mit dem Einstieg eines chinesischen Investors auf einem guten Weg, inzwischen werden vier Flügel- und zwei Klaviermodelle gefertigt. Stolz ist man darauf, dass zu den 17 Mitarbeitern (fünf Frauen und zwölf Männer) zwei Auszubildende gehören.

Um der engen Bindung an Luckenwalde Ausdruck zu geben, wurde Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) gebeten, die Stadt vor den Besuchern aus China zu präsentieren. Auch wenn Luckenwalde mit 20 900 Einwohnern „gegenüber Ihren Städten ganz ganz klein“ sei, könne es doch auf mehr als 800 Jahre Geschichte zurückblicken. Über Industrialisierung und Moderne kam die Bürgermeisterin auch auf die Mendelsohn-Halle zu sprechen, errichtet „von dem berühmten Architekten, nicht dem Komponisten“. Sie hob außerdem hervor, dass im Stadttheater selbstverständlich ein 80 Jahre alter Niendorf-Flügel steht und die Eröffnung der neuen Feuerwache ebenfalls auf einem Instrument dieser Marke begleitet wurde.

Zhouyang Zheng am Flügel

Zhouyang Zheng am Flügel

Quelle: Gerald Bornschein

Da ein Ton mehr sagt als tausend Worte, kam im Anschluss noch einmal der Flügel auf der Bühne zum Einsatz. Zhouyang Zheng, der auch die Moderation ins Chinesische übersetzt hatte, spielte zwei Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy und Franz Liszt. Der ursprünglich aus Shanghai stammende Schüler ist der Sohn des Gesellschafters Mingtong Zheng. Er legt derzeit in Schwerin sein Abitur ab und will anschließend ein Klavierstudium in Berlin aufnehmen.

Beim obligatorischen Gruppenfoto zum Abschluss war der Platz vor und auf der Bühne gut gefüllt. Die Fotografen hatten einige Mühe, alle aufs Bild zu bekommen. Auch Bürgermeisterin Herzog-von der Heide ließ das folgende Fotoshooting tapfer über sich ergehen. Gefühlt wollte jeder Gast sein persönliches Bild mit dem Stadtoberhaupt mit nach Hause nehmen.

Klavierbaumeister Friedmar Lohöfener führt Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide und Wirtschaftsförderin Birgit Demgensky durchs Werk

Klavierbaumeister Friedmar Lohöfener führt Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide und Wirtschaftsförderin Birgit Demgensky durchs Werk

Quelle: Gerald Bornschein

Während die Händler sich danach miteinander austauschen und die verschiedenen Instrumente in der Ausstellung testen konnten, führte Friedmar Lohöfener die Bürgermeisterin und ihre Wirtschaftsförderin, Birgit Demgensky, durch die Produktion. Dabei präsentierte er nicht nur die neue von einem Modellbauer aus Erkner gefertigte Presse für den 275er Konzertflügel, sondern berichtete auch von der geplanten Wiederbelebung des traditionellen 145er Niendorf-Flügels.

Geschäftsführer Markus Ernicke erhofft sich nach den positiven Resonanzen von den Musikmessen in Anaheim (Kalifornien) und Frankfurt am Main eine Umsatzsteigerung. Das Händlertreffen in Luckenwalde soll vor allem den Absatz der hochwertigen Niendorf-Flügel in China ankurbeln. Dafür sind natürlich auch die entsprechenden Strukturen und Arbeitsplätze im Unternehmen zu schaffen. Die erforderlichen Baugenehmigungen zu bekommen, geht Gesellschafter Zheng manches Mal zu langsam. Er ist es aus China anders gewöhnt.

www.niendorf-piano.de

Von Gerald Bornschein

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