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Chor Ahrensdorf lädt zum „Integrationskonzert“

Integration durch Musik Chor Ahrensdorf lädt zum „Integrationskonzert“

Gemeinsam singen und voneinander lernen – wie einfach Integration sein kann, zeigt seit Kurzem der Ahrensdorfer Chor unter der Leitung von Michael Schilke. Seit Kurzem singen in der Gesangsgruppe zwei junge Syrer mit.

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Der Chor probt für das Integrationskonzert.

Quelle: Josefine Sack

Ahrensdorf. „Es tönen die Lieder, der Frühling kehrt wieder, es spielet der Hirte auf seiner Schalmei, tralalalalalalalala ...“: Was genau sie da singen, verstehen Yassin Al-Hussein Al Ali (20) und Emad Al-Mahamed (21) zwar noch nicht, aber darum geht es auch nicht. Seit ein paar Wochen singen die beiden Syrer, die vor etwa einem halben Jahr nach Deutschland gekommen sind, im Ahrensdorfer Chor mit.

„Die Musik klingt ganz anders als unsere zu Hause, aber schön“, sagt Yassin Al-Hussein. Auch wenn die Aussprache noch schwerfällt, machen ihn die Volkslieder fröhlich, ergänzt der junge Syrer in nahezu perfektem Englisch. Dass er singen kann, daran lässt er keinen Zweifel, als er während der Chorprobe am Donnerstagabend a cappella eine syrisch-arabische Ballade zum Besten gibt.

Yassin Al-Hussein stammt aus einer musikalischen Familie. Er wuchs im Osten Syriens auf, in der Stadt Deir ez-Zor, die mittlerweile von der Terrormiliz Islamischer Staat kontrolliert wird. Früher, vor dem Krieg in seinem Heimatland, sei sein Vater, den er in Syrien zurückgelassen hat, ein bekannter Sänger in Deir ez-Zor gewesen, erzählt Yassin Al-Hussein.

Auch Emad Al-Mahamed, der 2015 aus Daraa im Süden des Landes zunächst nach Jordanien und dann über die Türkei nach Deutschland geflohen war, ist ein geübter Sänger. In seiner Heimatstadt sang er im Chor und trat bei Hochzeiten und anderen Veranstaltungen auf. Die zweiwöchigen Chorproben in Ahrensdorf sind für die beiden Syrer, die in Deutschland gern so schnell wie möglich ihr Studium fortsetzen wollen, eine Abwechselung zum Alltag in der Flüchtlingsunterkunft im Ludwigsfelder Ortsteil Genshagen. „Die beiden sind für unseren Chor eine Bereicherung“, ist die Ahrensdorferin Gisela Gaffunder überzeugt. „Wir haben uns sehr gefreut, neue Gesichter zu sehen“, bestätigt Ortsvorsteherin Marianne Such.

Auch Chorleiter Michael Schilke freut sich über den Zuwachs in seiner Gesangsgruppe. Dass Yassin und Emad gleich bei der ersten Probe knapp die Hälfte aller Lieder auf Deutsch mitgesungen haben, hat den Freizeit-Organisten besonders begeistert. Umgekehrt sei es für ihn schwierig, die syrischen Lieder nachzusingen. „Wir kennen hier nur Dur- und Molltonarten, die beiden singen teilweise in ganz anderen Skalen mit fernöstlichem Charakter“, sagt Schilke.

Am morgigen Sonntag, 22. Mai, lädt der Ahrensdorfer Chor um 15 Uhr ins „Café Graffunder“, Hauptstraße 17a in Ahrensdorf, zum ersten Integrationskonzert mit deutschen und syrisch-arabischen Volksliedern ein.

Von Josefine Sack

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