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Crowdfunding: Alarmanlage soll Kälber schützen

Dornswalde Crowdfunding: Alarmanlage soll Kälber schützen

Lange hatte Daniel Schacht gezögert, eine Alarmanlage in seinem Agrarbetrieb installieren zu lassen. Aber nachdem Diebe 56 Kälber gestohlen hatten, entschloss sich der 32-jährige Landwirt zu der 9500 Euro teuren Anschaffung. Per Crowdfunding-Aktion soll möglichst die gesamte Summe zusammen kommen.

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Auch diese Dornswalder Kälber sollen mit der neuen Alarmanlage besser vor Einbruchsdiebstählen geschützt werden.

Quelle: Frank Pechhold

Dornswalde. Daniel Schacht trauert noch immer um die 56 Kälber, die in der Nacht zum 9. Oktober gestohlen wurden. Seitdem wurde jeden Tag ein neues Kalb in Dornswalde geboren. Um Kälber, 315 Milchkühe, 20 Mitarbeiter und die Technik der Darez Agrar GmbH besser zu schützen, ließ Geschäftsführer Schacht die Donnerstag eingeweihte Überwachungsanlage installieren.

„Das ist eine klassische Einbruch-Meldeanlage“, sagt Uwe F. Juhrisch von der Firma Safemax. Spezialantennen übermitteln per Bildfunk jede auffällige Bewegung in Bereichen, wo Betriebsfremde außerhalb der Arbeitszeit nichts zu suchen haben. Ein Experte erkennt in einer zertifizierten Notrufzentrale an Hand von Haltung, Bewegung und mitgeführten Werkzeugen, ob es sich um typische Täter handelt. Wenn das der Fall ist, kann die mit der Notrufzentrale vernetzte Polizei sofort eingreifen.

Bisher 7625 Euro per Crowdfunding gespendet

Das Geld für die 9500 Euro teure Sicherheitsanlage sammelt Daniel Schacht im Rahmen einer Crowdfunding-Aktion. „Die Solidarität, die ich auf diesem Wege von so vielen Leuten erfahren habe, ist einfach schön“, sagt der 32-jährige Landwirt. Jeder habe nach seinen Möglichkeiten Geld gegeben: von kleinen Beträgen bis zu 1000 Euro. Bisher beteiligten sich 116 Spender, kamen 7625 Euro zusammen. „Die Menschen wissen offenbar zu schätzen, dass meine Mitarbeiter hart dafür arbeiten müssen, damit die Leute jeden Tag frische Milch auf dem Frühstückstisch stehen haben.“

Die Alarmanlage für die Milchviehanlage in Dornswalde (DAREZ) wurde übergeben

Die Alarmanlage für die Milchviehanlage in Dornswalde (DAREZ) wurde übergeben. Uwe F. Juhrisch (Safemax), Matthias Herrmann, Jürgen Raatz (beide gvf Versicherungsmakler AG) und Darez-Geschäftsführer Daniel Schacht (v.l.).

Quelle: Frank Pechhold

Noch bis Montag läuft die Crowdfunding-Aktion. „Wir verdoppeln jeden Euro, der in diesen vier Tagen gespendet wird“, so Matthias Herrmann, Versicherungsmakler der auf landwirtschaftliche Betriebe spezialisierten Agentur „gvf Agrar“. Die Agentur und Safemax berieten Daniel Schacht bei der Anschaffung der Alarmanlage. „Wir wollen nicht nur Policen verkaufen, sondern kümmern uns auch um Prävention“, so Herrmann. Sicherheitsmanagement soll Schadensfälle verhindern. Beispielsweise mit sinnvollen Schutzmaßnahmen gegen Einbrecher und Diebe. In den vergangenen vier Jahren ereigneten sich in der DAREZ Agrar GmbH fünf schwere Technik-Diebstähle. Jedes Mal lag der finanzielle Schaden im fünfstelligen Euro-Bereich. „Deswegen wurden alle Fahrzeuge und Geräte auf unseren Rat hin mit künstlicher DNA markiert“, sagt Herrmann. Weiter stahlen Viehdiebe in der Nacht zum 27. Juni 2016 in Dornswalde 19 Kälber. Vermutlich die gleiche Bande verschleppte auch die in zwei Transportern zusammengepferchten 56 Kälber.

Schacht: „Wildtierkamera macht überhaupt keinen Sinn.“

Bisher hatte Daniel Schacht wegen der schlechten Milchpreise den Kauf einer Alarmanlage immer wieder verschieben müssen. Nun versucht er, das Geld dafür aufzubringen. „Was bleibt mir sonst weiter übrig?“, so Schacht. Bekannte hätten ihm dazu geraten, eine Wildtierkamera anzubringen. „Da werde ich jedes Mal nachts alarmiert, auch wenn nur ein Dachs über den Hof läuft“, sagt Schacht. Das mache überhaupt keinen Sinn. Deshalb habe er sich für die von den „gvf Agrar“-Experten empfohlene Anlage entschieden. Damit habe er ein viel sicheres Gefühl als bisher.

„Rund die Hälfte der von uns in Ostdeutschland betreuten 1200  Agrarbetriebe nutzt das Sicherheitsmanagement“, sagt Matthias Herrmann. Beispielsweise besuchten Experten einmal im Jahr jeden Betrieb, um Schwachstellen aufzuzeigen. Weiter würden gemeinsam mit Fachfirmen Schutzkonzepte erarbeitet. Oftmals beginne die gemeinsame Präventionsarbeit nach Straftaten. „In den vergangenen drei Jahren wurden 42 Prozent unserer betreuten Betriebe von Einbrechern oder Dieben heimgesucht“, so Matthias Herrmann. Polizeiangaben zufolge seien im Jahr 2016 im Land Brandenburg 320 Tiere aus Ställen und von der Weide gestohlen worden, so Safemax-Vertriebsleiter Frank R. Ehlers. Dieses Jahr verzeichne man bereits mehr als 400 gestohlene Tiere.

Crowdfunding-Link: https://www.leetchi.com/c/projekt-von-darez-agrar-gmbh.

Von Frank Pechhold

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