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Teltow-Fläming DRK-Retter trainieren den Katastrophenfall
Lokales Teltow-Fläming DRK-Retter trainieren den Katastrophenfall
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19:49 30.09.2018
Groß-Ausbildungstag des DRK-Kreisverbandes Fläming-Spreewald in Klausdorf: Einsatzleiter Uwe Grundmann gibt Anweisungen. Quelle: Jutta Brekeller
Klausdorf

31 Verletzte im Strandbad Klausdorf – das ist das Szenario für etwa 100 ehrenamtliche Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes vom Kreisverband Fläming-Spreewald. Mit 30 Einsatzfahrzeugen und sechs Motorrettungsbooten sind sie am Sonnabend vor Ort. Die frisch ausgebildeten Ehrenamtler sollen am praktischen Beispiel zeigen und lernen, wie man sich in solchen Situationen richtig verhält. Denn im Ernstfall muss alles wie am Schnürchen laufen.

Der DRK-Kreisverband Fläming-Spreewald übte den Katastropheneinsatz mit mehr als 30 Verletzten im Strandbad Klausdorf.

Doch was tun, wenn am Strand viele Verletzte liegen, einige davon um Hilfe rufen? „Geht erst zu denen, die stumm daliegen“, weist Uwe Grundmann seine Retter an. Er ist als Abschnittsleiter für diesen Einsatz eingeteilt und hat sich zunächst einen Überblick über den Unglücksort verschafft. „Wer nichts mehr sagen kann, hat möglicherweise die schwereren Verletzungen“, erklärt er, „eventuell ist da die Atmung ausgefallen.“

An diesem Tag sind die Verletzten nur Mimen – geschminkt wie für einen Filmdreh. Und sie tragen eine Karte am Körper, die den Grad ihrer Verletzung farblich anzeigt. Rot heißt schwerverletzt. „Die Roten zuerst!“, ruft Grundmann seinen Mannschaftskollegen zu.

Meldung: „Massenanfall von Verletzten“

Der Sonnabend in Klausdorf ist Ausbildungstag. Jedem Ehrenamtler, der dort im Einsatz ist, ist ein DRK-Profi zur Seite gestellt. Dieser kann Fehler gleich korrigieren. Wurden die Verletzten richtig gezählt? Ging der Ruf an die Leitstelle exakt raus? „MANV groß“, muss die Meldung heißen: ein „Massenanfall von Verletzten“, so der Rettungsdienst-Fachjargon, wenn es mindestens 15 Verletzte gibt. Dann weiß die Zentrale Bescheid und kann die Rettungsaktion gezielt einleiten.

An diesem Tag wird schwerpunktmäßig die Wasserrettung geübt. Dazu gehört auch, richtig aufzulanden. „Wir haben nicht überall einen Bootssteg“, sagt Lutz Müller, Kreisleiter Wasserwacht beim DRK-Kreisverband. Deshalb muss man das Fahrzeug auch so ans Ufer ziehen können – ohne Angst, dass eventuell etwas am Rettungsboot kaputt gehen könnte.

Helge Kneiske (l.), Zeton Wael und Johanna Seiffert betreuen Martin Quast. Quelle: Jutta Brekeller

Jedes Boot kann immer nur einen Verletzten transportieren. Die Mannschaft um Uwe Grundmann agiert schon sehr professionell. „Lassen Sie die Augen auf!“, sagt Johanna Seiffert immer wieder zu Martin Quast. Sie versucht, den Patienten wach zu halten und seinen Zustand einzuschätzen. „Wie heißen Sie? Welcher Tag ist heute?“

Der Mime simuliert eine Brustbein-Prellung. Martin Quast muss die Symptome seiner Verletzung schauspielern. Dafür wurde er ausgebildet. Es gibt eigens eine Einheit für Notfalldarstellung beim DRK. „Das geht alles wie nach Drehbuch“, sagt deren Leiter Frank Hoffmann, „wir haben heute unsere besten Schauspieler hier.“

Fahren mit Blaulicht will geübt sein

Klausdorf erlebt an diesem Tag ein Katastrophenszenario. Unaufhörlich fahren DRK-Fahrzeuge mit Blaulicht und Warnsignal durch den Ort. Das gehört zur Ausbildung. „Die Fahrer müssen lernen, mit Blaulicht zu fahren“, sagt Kreisbereitschaftsleiter Detlef Pudlitz, „der Spruch: Blaulicht an, Hirn aus, galt noch nie.“ Jeder Fahrer müsse vorausschauend fahren und einschätzen können, ob er sicher an den anderen Fahrzeugen vorbeikommt.

„Wir führen jedes Jahr so eine Veranstaltung durch“, sagt Jeanette Sroka, Katastrophenschutzbeauftragte beim DRK. 2019 ist eine Großübung geplant. Dazu sollen auch Zuschauer eingeladen werden.

Von Jutta Brekeller

Der Sportverein Klausdorf 1900 lud am Sonnabend zum Wandern durch den Herbstwald ein. Dabei galt es, in Teams o einige pfiffige Aufgaben zu lösen.

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