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DRK-Schwesternbroschen bereichern Museum

Luckenwalde DRK-Schwesternbroschen bereichern Museum

Das Rotkreuzmuseum in Luckenwalde hat vom Verband der Schwesternschaften vom DRK eine große Kiste mit mehr als 250 Schwesternbroschen-, -kreuzen und -medaillen erhalten. Sie stammen von 1870 bis in die jüngste Vergangenheit. Neben Massenware aus emailliertem Blech befinden sich auch aufwendig verarbeitete Auszeichnungen in der Sammlung.

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Gut 250 Schwesternbroschen und -kreuze gehören nun zum Museumsfundus. Harald-Albert Swik und Rainer Schlösser begutachten sie.

Quelle: Foto: Hartmut F. Reck

Luckenwalde. Bisher lagen sie durcheinander in einer großen Kiste, jetzt liegen sie weich gebettet und in Reih und Glied in zwei großen Schubladen des Luckenwalder Rotkreuzmuseum. Es sind mehr als 250 Dienstbroschen, Schwesternkreuze und Medaillen, die früher und teilweise bis heute von Rotkreuzschwestern getragen werden.

Diese befinden sich nun im Besitz des Rotkreuzmuseums in Luckenwalde, vermacht vom Verband der Schwesternschaften vom DRK. Vor kurzem holten Museumsleiter Rainer Schlösser und der Vorsitzende der Rotkreuz-Stiftung im Land Brandenburg, Harald-Albert Swik, dieses einmalige Geschenk am Sitz des Verbands der Schwesternschaften in Berlin ab und brachten es nach Luckenwalde.

An jedem Schwesternkragen prangt eine Rotkreuz-Brosche

Hier werden sie nun genau aufgelistet und untersucht. „Wir werden jetzt recherchieren, um was für Gegenstände es sich hierbei im einzelnen handelt“, sagt Museumsleiter Schlösser, „um dann zu bestimmen, welche wir in die Auswahl für die Dauerausstellung übernehmen.“ Denn alle auszustellen, dafür wäre die Sammlung sicherlich zu umfangreich, zumal sich viele Broschen ähneln. So tragen und trugen Rotkreuz-Schwestern immer eine Brosche am Kragen.

Seltene und vor allem alte Stücke befinden sich in der Broschensammlung

Seltene und vor allem alte Stücke befinden sich in der Broschensammlung

Quelle: Hartmut F. Reck

Aber es sind auch besondere Einzelstücke darunter. Die älteste Brosche stammt, wie ihre Rückseite es ausweist, aus dem Jahr 1870, dem ersten Jahr des deutsch-französischen Kriegs von 1870/71, bei dem vermutlich jene Schwester, die die Brosche erhielt, Kriegsverwundete betreute.

Einzelstücke und Massenware

In der Sammlung befinden sich aber auch sehr individuell gestaltete Einzelstücke. Dabei handelt es sich vor allem um Schwesternkreuze, also Kruzifixe, die an einer Kette getragen wurden und auf denen noch ein Rotkreuz-Emblem und je nach Herkunftszeit eine Krone oder ein Adler mit Hakenkreuz angebracht sind. Man sieht auf dem ein oder anderen Schwesternkreuz auch das Monogramm „AV“ für Kaiserin Auguste Viktoria, die Frau des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., aus dem Ersten Weltkrieg. Oder ein Charlottenkreuz von 1916, benannt nach der Königin von Württemberg, wo übrigens die erste nationale Gesellschaft des Roten Kreuzes entstanden ist. Üblicherweise fungierten immer die Frauen der jeweiligen Herrscher als Schirmherrinnen über das Rote Kreuz in ihrem Land.

Emailliertes Blech oder von Juwelieren gefertigt

Weiterhin gibt es neben der Massenware aus emailliertem Blech auch besonders aufwendig gestaltete Auszeichnungen, die wie Orden an Schleifen getragen, und von Juwelieren hergestellt wurden.

„Was viele der Dienstabzeichen, Auszeichnungen und Spangen einzigartig macht, ist“ so Schlösser, „dass sie oft aus ganz kleinen Orten stammen, darunter ist sogar eine aus einer damals deutsche Kolonie.“

Wer heiratet, darf seit 1960 in der Schwesternschaft bleiben

Der Bundesverband der Schwesternschaften hatte so viele dieser Embleme, weil früher die Rotkreuz-Schwestern nicht heiraten durften und in Mutterhäusern lebten und dort schließlich auch starben. Wer heiratete, musste seine Schwesternschaft verlassen. Das ist seit 1960 nicht mehr so. Seitdem dürfen die Krankenpflegerinnen auch nach der Heirat in ihren Schwesternschaften bleiben. Heute sind etwa 25 000 DRK-Schwestern in 14 Mutterhäusern organisiert.

Von Hartmut F. Reck

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