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Da geht’s den Schafen an die Wolle

Deutsche Schafschurmeisterschaften in Jüterbog Da geht’s den Schafen an die Wolle

Am kommenden Wochenende kämpfen deutsche und internationale Schafscherer im Erlebnishof Werder in Jüterbog um verschiedene Titel. Die Schnellsten qualifizieren sich für die Schafschur-Weltmeisterschaft 2016 in Neuseeland

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Am kommenden Wochenende finden die Deutschen Schafschurmeisterschaften in Jüterbog statt.

Quelle: Geraud Behrendt

Jüterbog. Endlich Pause. Vergnügt sitzen die Schafscherer am Tisch. Die meisten von ihnen nehmen am kommenden Wochenende an den Deutschen und Internationalen Meisterschaften im Schafscheren teil. Dafür müssen die Schafe vorbereitet werden. Deshalb haben sich die Scherer schon am vergangenen Freitag in Jüterbog getroffen. „Der Hintern muss freigeschnitten werden. Damit die Tiere beim Wettkampf nicht verletzt werden“, erläutert Jürgen Körner. Er ist froh, dass es Freitag nicht geregnet hat. „Dann hätten die Schafe nicht geschoren werden können.“

Seine Herden bieten die Voraussetzungen dafür, dass die Meisterschaften hier stattfinden können. 1200 Schafe werden benötigt. So eine Anzahl haben nicht mehr viele Schäfer zu bieten. Im Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg kann der Borgisdorfer diese Bedingung erfüllen. Noch ein Plus: Die Infrastruktur stimmt. Es ist bis zum Veranstaltungsort, dem Erlebnishof Werder, nicht weit. Dort fängt die Juniorklasse am Freitag um 13 Uhr mit dem Wettkampf an.

Die Schafscherer trafen sich zur Vorbereitung der Wettbewerbe

Die Schafscherer trafen sich zur Vorbereitung der Wettbewerbe.

Quelle: Gertraud Behrndt

Beim Anmeldeschluss im April waren es erst 60 Scherer. Als die Daten für den Flyer gesammelt wurden, kamen noch Nachmeldungen. Da wollten schon 80 zur Schere greifen. „Jetzt sind wir bei 90“, sagt Ina Ritter, zweite Vorsitzende des Vereins der Schafscherer. Sie ist beruflich bei der Agrargenossenschaft Trebbin tätig. Sie freut sich, dass sich so viele gemeldet haben – nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus anderen Ländern Europas. Der Arbeitskreis Schafschur und der Verein Deutscher Schafscherer haben sich dahingehend abgestimmt, parallel zur Deutschen Schafschurmeisterschaft einen Länderwettkampf mit Schottland, Irland, Wales, Frankreich und Österreich auszutragen.

„Bei den Wettkämpfen wird gleich ermittelt, wer dann zur Weltmeisterschaft fährt“, sagt Ina Ritter. Sie erläutert, dass dies nicht nur der Sieger sein wird, sondern die ersten beiden, die am schnellsten mit der Maschine scheren können, und die beiden, die mit der Handschere fix sind; diese Disziplin läuft unter Blade Sharing.

Zudem muss sich ein Scherer mit der Wolle auskennen und sie sortieren können. Beim sogenannten Woolhandling sind diese Kenntnisse unter Beweis zu stellen. Die Glücklichen haben dann noch ein Jahr Zeit. Weltmeisterschaften finden alle drei Jahre statt. Die nächste ist 2016 in Neuseeland.

Hintergrund

Ausrichter des Schur-Wettbewerbes ist der Verein Deutscher Schafscherer mit Sitz in Metzingen (Baden-Württemberg).

Zu seinen Aufgaben gehört es unter anderem, Wettbewerbe und Lehrgänge durchzuführen und seine Mitglieder in Fachfragen zu beraten.

In Brandenburg gibt es 77 500 Schafe (Stand November 2014). Das sind 4200 Tiere mehr als 2013. Auf lange Sicht ist der Bestand aber rapide zurückgegangen. Im Jahr 1999 gab es 167 000 Schafe.

Es gibt 270 Schäferei-Betriebe im Land Brandenburg.

In Werder wird die Wolle ab 7. August fallen. Um 21.30 beginnt der letzte Wettkampf im Speedsharing, dem Scheren auf Zeit. Am 8. August geht es um 8.30 Uhr mit Vorläufen in verschiedenen Klassen weiter. Der Länderwettkampf ist für 19 Uhr geplant. Auch Sonntag ist um 8.30 Uhr Schurbeginn - erst im Halbfinale der Juniorklasse, ehe Mittel- und Profiklasse folgen. Das Finale mit der Handschere wird um 12 Uhr mittags ausgetragen. Die Finalrunden in den Disziplinen und Klassen sind ab 14 Uhr. Die Endrunden der internationalen Profiklasse und die der deutschen Profiklasse sind beide für 15 Uhr angesetzt. Die Zuschauer müssen sich entscheiden, wem sie zusehen möchten. Immerhin werden in Großbritannien und Neuseeland die Schafe auf dem Boden geschoren, hierzulande wird eine Scherbank bevorzugt.

Für die Anfängerklasse sind bis zu zehn Schafe pro Stunde Pflicht, die Mittelklasse muss bis zu 20 Schafe schaffen und die Offene Klasse mehr als 20 Schafe. Hinzu kommt ein Unterhaltungsprogramm. Bevor es bunt wird, treffen sich die Scherer auf dem Veranstaltungsgelände zur Mitgliederversammlung des Vereins Deutscher Schafscherer.

Von Gertraud Behrendt

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