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Dahlewitz will den KMS verlassen

Dahlewitz Dahlewitz will den KMS verlassen

Glücklich sind die Dahlewitzer nicht mit dem KMS. Sie zahlen höhere Gebühren für Wasser und Abwasser als die Blankenfelder und Mahlower. Der Ortsbeirat hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Dahlewitz eines Tages aus dem KMS austritt – trotz aller Kosten und Widerstände. Vorher möchten die Dahlewitzer aber ihr Gewicht in der Verbandsversammlung vergrößern.

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Der Dahlewitzer Ortsvorsteher Claus Treffkorn (Linke) fordert mehr Gewicht im KMS für seinen Ort.

Quelle: Christian Zielke

Dahlewitz. In Dahlewitz will man die Hoffnung auf einen Austritt aus dem Zweckverband KMS nicht aufgeben. Im Ortsbeirat ist das Thema nach wie vor aktuell. „Die Bürger haben wenig Verständnis dafür, dass sie mehr für Wasser und Abwasser bezahlen müssen als ihre Nachbarn in Blankenfelde und Mahlow“, sagt Ortsvorsteher Claus Treffkorn (Linke).

Die beiden großen Ortsteile liegen im Gebiets des WAZ Blankenfelde-Mahlow. Dort liegen die Gebühren vor allem für Abwasser deutlich niedriger. Während KMS-Kunden pro Kubikmeter Schmutzwasser bis zu 6,92 Euro zahlen müssen, sind es im WAZ-Gebiet 2,52 Euro. Diese Ungleichbehandlung sei auf Dauer ungerecht, sagt Treffkorn. In seiner jüngsten Sitzung hat der Ortsbeirat zudem beschlossen, darauf zu drängen, das Stimmgewicht in der KMS-Verbandsversammlung zu ändern. Dahlewitz hat dort mit seinen 2200 Einwohnern drei Stimmen. Weil aber fast doppelt so viele Menschen im Gewerbegebiet arbeiten, wie im Ort wohnen, soll Dahlewitz mehr Gewicht in der Verbandsversammlung bekommen.

Austritt war schon 2005 zu teuer und zu unsicher

Ganz neu ist die Idee des KMS-Austrittts freilich nicht. Schon kurz nach der Gemeindegebietsreform 2003 hatte Blankenfelde-Mahlow prüfen lassen, unter welchen Bedingungen Dahlewitz den KMS verlassen könnte. Wegen hoher finanzieller Risiken und rechtlicher Hürden hatte die Gemeinde 2005 davon Abstand genommen.

Einen Abschied zum Nulltarif wird es jetzt auch nicht geben. „Das ist ein Running Gag, der alle paar Jahre wiederkommt. Es ist alles durchdiskutiert“, sagt Heike Nicolaus, die Verbandsvorsteherin des KMS. Ein Austritt hätte für Blankenfelde-Mahlow wahrscheinlich Kosten in Millionenhöhe zur Folge, denn die Gemeinde müsste auch die Kredite des Verbands übernehmen – und die aufgrund der Rückzahlungen an die Altanschließer stark angestiegen. Weitere Kosten entstünden, wenn die Dahlewitzer Leitungen zum KMS-Netz gekappt und an das Netz des WAZ angeschlossen würden. Bisher beziehen die Dahlewitzer ihr Trinkwasser aus Rangsdorf, das Schmutzwasser fließt in die Kläranlage nach Zossen.

Zusätzlich zu den technischen Änderungen müssten die Dahlewitzer die Verbandsversammlung überzeugen, geschlossen für den Austritt zu stimmen. Da Dahlewitz als nahezu komplett erschlossen gilt und mehr Geld einbringt als es kostet, sei das ziemlich unwahrscheinlich, schätzt die Verbandsvorsteherin ein.

Bürgermeister Ortwin Baier hält nichts von der Idee der Dahlewitzer

Hartmut Rex, der Vorsitzende der Verbandsversammlung, würde sich einem Austritt nicht verwehren. „Wenn die Dahlewitzer sich im Klaren sind, dass sie die Kosten aus der Portokasse zahlen, bin ich ganz relaxt. Dann sollen sie gehen.“ Er ist sicher, dass der KMS dies verkraftet.

Blankenfelde-Mahlows Bürgermeister Ortwin Baier (SPD), der sowohl für das veränderte Stimmengewicht, als auch für den Austritt in der KMS-Verbandsversammlung argumentieren müsste, sperrt sich dagegen. „Die Sache wird nicht besser, wenn sie alle paar Jahre die Runde macht.“ Er wirft den Dahlewitzern Rosinenpickerei vor. Sie hätten in der Vergangenheit von günstigen Beiträgen beim KMS profitiert und wollen nun die niedrigeren Gebühren des WAZ. Bei einem Verbandswechsel könnten die Ersparnisse von damals in Zusatzkosten umschlagen.

Von Christian Zielke

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