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Teltow-Fläming Dahme-Spreewald ist Bio-Spitzenreiter
Lokales Teltow-Fläming Dahme-Spreewald ist Bio-Spitzenreiter
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00:17 17.02.2017
Das Siegel der Bio-Landwirtschaft: Wer nach der EG-Öko-Verordnung produziert, unterliegt strengen Auflagen und Kontrollen. Quelle: dpa
Dahme-Spreewald

Brandenburg verzeichnet einen landesweiten Aufschwung beim ökologischen Landbau. Im Jahr 2016 haben 79 Betriebe eine neue Biolandwirtschaft angemeldet. Einige von ihnen sind ganz neu hinzugekommen, andere haben vom konventionellen Anbau auf ökologischen umgestellt. Damit wirtschaften 16 Prozent aller Brandenburger Landwirtschaftsbetriebe Bio-zertifiziert. So das Fazit, das Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) kürzlich zog. Auch auf der Karte der Region Dahmeland-Fläming sind einige Bio-Bauernhöfe zu finden.

Eine sehr große Rolle spielt Biolandwirtschaft im Landkreis Dahme-Spreewald. Nach Angaben von Manfred Schuhmann, Leiter des Kreis-Landwirtschaftsamtes, werden auf gut 31 Prozent aller Landwirtschaftsflächen Bio-Erzeugnisse angebaut. Die Zahl ist seit Jahren konstant. Damit hat Dahme-Spreewald sogar deutschlandweit die meisten Ökoflächen. Ein Fakt, der jedoch keineswegs neu ist – die Zahl der Betriebe sei seit Jahren konstant. „Meiner Meinung nach ist das nun auch die oberste Grenze“, sagt Schuhmann. „Ich glaube nicht, dass da jetzt noch ein ganz großer Biotrend kommt.“

Wichtige Gründe für den Bio-Anbau

In Teltow-Fläming hingegen sind die Biobetriebe und ihre Flächen nach Angaben von Andrea Gotthardt, Sachgebietsleiterin Agrarförderung der Kreisverwaltung, in den vergangenen acht Jahren deutlich gewachsen. Es werden 9,5 Prozent der Agrarflächen des Kreises biologisch bewirtschaftet. 2009 waren es noch 5,18 Prozent. Gotthart geht davon aus, dass in Zukunft nicht mehr viele neue Betriebe hinzukommen.

Wie Carmen Lorenz, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Südbrandenburg, erklärt, gibt es zwei wichtige Gründe für den hohen Bioanteil in Dahme-Spreewald: Zum einen die besondere Situation des Spreewalds und zum anderen die schlechte Bodenqualität im Norden des Kreises. Im Biosphärenreservat Spreewald dürften bestimmte Düngemittel und Pestizide nicht verwendet werden. So sei es den Bauern dort leichter gefallen, auf Bio umzusteigen – die meisten Bio-Agrarbetriebe sitzen im Süden von Dahme-Spreewald. Trockene und sandige Bodenverhältnisse im Großteil des Kreises erleichterten die Entscheidung ebenfalls.

Fakten

In Brandenburg wirtschaften 16 Prozent der 5400 Agrarbetriebe ökologisch.

Ganz vorn liegt Dahme-Spreewald, wo 31 Prozent der Flächen in der Hand von Biobauern sind. 68 Biobetriebe bewirtschaften sie. Insgesamt sind im Kreis 530 Landwirtschaftsbetriebe gemeldet.

Im Nachbarkreis Teltow-Fläming bauen 29 Biobetriebe auf einer Fläche von 6826 Hektar ökologisch. Insgesamt verfügt der Kreis über 71 700 Hektar Landwirtschaftsfläche.

In Teltow-Fläming haben Zahl und Fläche von Biobetrieben seit 2009 zugenommen. Damals bewirtschafteten 23 Biobetriebe eine Fläche von 3711 Hektar.

Pro Jahr und Hektar können in Brandenburg Prämien in Höhe von 209 Euro für Ackerland, 210 Euro für Grünland, 415 Euro für Gemüse, 750 Euro für Kern- und Steinobst sowie 685 Euro für Beeren- und Strauchobst beantragt werden.

„Die Landwirte, die einen guten, nährreichen Boden besitzen, werden eher noch weiter konventionell produzieren“, sagt Carmen Lorenz. Denn in der Biolandwirtschaft werden deutlich weniger Erträge erzielt – etwa die Hälfte von einer konventionellen Bewirtschaftung oder noch weniger. Das kann mit der Ökoförderung des Landes nur dann ausgeglichen werden, wenn ohnehin nicht so viel Ertrag da wäre. Generell ist sie der Meinung, dass nur diejenigen sich für Bio entscheiden sollten, die davon überzeugt sind.

So geht es Kathrin Lütteken vom Biolandhof „Klinkenmühle“ in Gottsdorf. Sie und ihr Mann Andreas Lütteken haben ihren Betrieb 2001 als biologische Landwirtschaft zertifizieren lassen. „Wir haben schon immer auf Haltungsbedingungen geachtet“, sagt Kathrin Lütteken. „Dazu die schlechten Bodenbedingungen, die Entscheidung fiel uns leicht.“ Wirtschaftlich würde sich das nicht besonders rentieren.

Moralische Motive

Dafür, dass die Lüttekens ihren Rindern und Schweinen mehr Platz bieten, die Rinder nicht enthornen, Antibiotika nur in Ausnahmefällen geben und die Ställe nur mit frischem Heu auslegen, bekommen sie pro Kilo Fleisch nur etwa 40 bis 50 Cent mehr als konventionelle Bauern. Dennoch: Kathrin Lütteke würde nicht mehr zurückgehen. „Wir leben das Bioprinzip hier – anders könnten wir Tierhaltung moralisch gar nicht mehr vertreten.“

Ein Landwirt, der den Biopfad einst eher aus wirtschaftlichen Gründen einschlug, ist Holger Jonas. Er leitet die Dubrower Agrargesellschaft in Gräbendorf und baut seit 1992 auf 600 Hektar Getreide, Hülsenfrüchte und Feldfutter an. Bis 2012 hielt er auch Milchvieh. „Wegen unseres trockenen und sandigen Bodens konnten wir nur partiell mit Düngeschutz arbeiten“, erinnert er sich. Mit der EU-Prämie fiel die Entscheidung noch leichter. „Als DDR-Kind war meine persönliche Motivation für Bio ehrlich gesagt kaum ausgeprägt“, sagt er. „Mittlerweile lebe ich die Philosophie.“ Dennoch rät Holger Jonas Kollegen, sich vor einem Umstieg gründlich zu informieren. „Das ist nicht für jeden das Richtige.“

Und dann gibt es noch einen anderen Punkt, den Jonas an der Biolandwirtschaft kritisiert: den Markt. „Es ist ja leider nicht so, dass wir in Brandenburg für den Berliner Markt produzieren“, sagt er. In den neuen Bundesländern gebe es schlechtere Vermarktungsstrukturen, deshalb seien viele Landwirte auf Großbetriebe angewiesen. „Und die vertreiben ihre Waren dann wieder deutschlandweit oder sogar ins Ausland“, weiß er. „Zu einem richtigen Biomarkt sollte doch auch der regionale Anbau gehören.“

Von Anja Meyer

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