Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Menschen spenden zu wenig Blut
Lokales Teltow-Fläming Menschen spenden zu wenig Blut
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:04 07.09.2018
Vor dem Blutspenden sollte man ausreichend getrunken haben. Marion Marquardt weiß das, sie spendete kürzlich zum 112. Mal. Quelle: Marina Ujlaki
Dahmeland-Fläming

Blut ist ein knappes Gut. Das galt in der Region Dahmeland-Fläming in diesem Sommer ganz besonders. „Es war für uns in den vergangenen Monaten sehr schwer, die nötige Menge an Blutkonserven zusammenzubekommen“, sagt Sabrina Rentsch, Sprecherin des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost.

Das habe vor allem an zwei Dingen gelegen. Eines war die Urlaubszeit, die jedes Jahr ins Kontor schlägt. „Viele Blutspender sind verreist und fallen deshalb aus“, sagt Sabrina Rentsch. In diesem Jahr habe die anhaltende Hitze dem DRK aber noch zusätzlich das Leben schwer gemacht.

Auch Motivierte blieben zu Hause

Denn bei Temperaturen von mehr als 30 Grad blieben auch motivierte Spender lieber zu Hause. Die Folge für die DRK-Angestellten seien viele Überstunden gewesen, so Rentsch. „Wir haben alle Teams eingesetzt, die wir überhaupt zur Verfügung hatten. Wir sind am Wochenende Sondertermine gefahren und haben auch in der Woche noch zusätzliche Termine eingeschoben.“

Die Teams sammeln in fast allen Gemeinden der Region in regelmäßigen Abständen Blut ein. An guten Tagen kommen bis zu 200 Spenden zusammen. Da jedem ein halber Liter abgenommen werden kann, ergibt das 100 Liter Blut pro Tag und Spendenteam. Höchstens wohlgemerkt, an vielen Tagen ist es deutlich weniger.

Das Blut wird dann in die Zentrale nach Dresden geschickt, dort untersucht und in seine Bestandteile zerlegt. Anschließend wird es nach Cottbus geschickt und von dort aus verteilt.

Vorrat gibt es nicht mehr

Letztlich habe man den Bedarf decken können. „Etwas anderes darf auch nicht sein“, sagt Sabrina Rentsch. Aber einen Vorrat, wie eigentlich üblich, gebe es in Cottbus nicht mehr. Wir leben schon seit Ostern von der Hand in den Mund. Blutkonserven verlassen das Lager meistens noch an dem Tag, an dem sie eintreffen“, so Rentsch.

Dass in diesem Jahr die Situation besonders prekär ist, hatte zuletzt auch der private Blutspende-Anbieter Haema geäußert. „„Der Rekordsommer macht uns sehr zu schaffen, an heißen Tagen kommen 20 bis 40 Prozent weniger Spender“, erklärte Marion Junghans, Sprecherin der Haema.

Zwar sinkt im Sommer auch der Bedarf an Blut im Krankenhaus ein wenig, trotzdem entstehe ein Defizit, weil die Spendenbereitschaft in noch höherem Maße abnimmt. 

Immer mal wieder Engpass

Diese Erfahrung hat man auch im Königs Wusterhausener Achenbach-Krankenhaus gemacht. Das Krankenhaus verfügt über vier Operationssäle, in denen am Tag bis zu 20 Operationen über die Bühne gehen. Bei manchen geht es ohne Konserven, bei anderen werden aber bis zu 60 Stück für einen Patienten benötigt. „Es gab jetzt immer mal wieder einen Engpass, vor allem bei Rhesus-Negativ-Blutgruppen“, sagt Carmen Kühn aus dem Labor des Krankenhauses.

Versorgt werden konnten am Ende alle Patienten. Das ist die gute Nachricht. „Wer eine Operation brauchte, hat sie auch bekommen“, so Carmen Kühn. Aber bei Engpässen müssen manchmal geplante Operationen verschoben werden, ergänzt die Sprecherin des Krankenhauses, Ragnhild Münch.

Nur begrenzt lagerfähig

Erschwerend hinzu kommt, dass man Blutpräparate nicht unbegrenzt lagern kann. Spätestens nach sechs Wochen müssen die Konserven verbraucht sein, weshalb sich Spenden-Engpässe auch nicht mit älteren Lieferbeständen überbrücken lassen.

Nach Auskunft der Blutspendedienste hat die Spendenbereitschaft in den vergangenen Jahren eher abgenommen. 2017 haben so wenig Menschen Blut und Blutplasma gespendet, wie seit zehn Jahren nicht mehr, heißt es. Die Hitze der vergangenen Monate habe die Entwicklung noch verschärft. Dabei steigt der Blutbedarf jährlich um mehr als ein Prozent. Und die Wahrscheinlichkeit, einmal im Leben auf eine Blutspende angewiesen zu sein, liegt laut DRK bei mindestens 50 Prozent.

Noch immer viele Spender im Urlaub

Aber auch im September entspanne sich die Lagen nur leicht, sagt Sabrina Rentsch. Denn noch immer sind viele potenzielle Spender im Urlaub, die Spendentermine seien nach wie vor eher unterdurchschnittlich besucht.

Dabei stehen eigentlich genügend potenzielle Spender zur Verfügung. Nach Angaben des Blutspendedienstes geben nur etwa drei Prozent der Bevölkerung regelmäßig von ihrem Blut ab. 33 Prozent wären aber spendenberechtigt, weil sie gesund sind, zwischen 18 und 73 Jahre alt und schwerer als 50 Kilogramm.

Von Oliver Fischer Jonas Nayda

Auf der L73 von Dobbrikow nach Rieben wurde eine Autofahrerin bei einem Unfall schwer verletzt. Ihr Auto kam von der Straße ab und überschlug sich.

07.09.2018

Eigentlich will Ministerpräsident Dietmar Woidke mit seinen jüngsten Ideen für mehr Akzeptanz der Windkraft sorgen. In den Betroffenen Gemeinden hält sich die Freude aber in Grenzen.

09.09.2018

Die Gregorian Voices gastierten in der Dorfkirche von Woltersdorf. Dort begeisterten die Sänger in Mönchskutten ihr Publikum mit alten Chorälen, moderner Potmusik und vor allem mit ihren Stimmen.

06.09.2018