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Dahme stimmt erneut gegen Windkraft

Windpark bei Dahme Dahme stimmt erneut gegen Windkraft

Der Windpark bei Wahlsdorf wächst – und das mitten im Wald. Dagegen laufen viele Anwohner Sturm. Die Stadtverordnetenversammlung aus Dahme hat erneut gegen den Bau gestimmt und fordern eine neue Regelung, was die Entfernung der Windräder zum Ort betrifft.

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Die Stadverordneten beim Rundgang im Windpark

Quelle: Andreas Staindl

Dahme. Der Windpark bei Wahlsdorf (Stadt Dahme) wächst – und das mitten im Wald. Die Stadtverordneten müssen tatenlos zusehen, haben das Gefühl, nur noch vollendete Tatsachen abnicken zu dürfen. „Wir sollen Dinge beschließen, auf die wir keinen Einfluss mehr haben“, sagt Thomas März (WGDa). Wahlsdorfs Ortsvorsteher ärgert, „dass wir uns mit dem Entwurf eines Bebauungsplans für den Windpark Wahlsdorf beschäftigen, dort aber schon längst gebaut wird“.

Darf es auch, denn das Landesumweltamt hat die Genehmigung dafür erteilt wie Christina Denkel erklärt. Dahmes Bauamtsleiterin sagt, dass sie den Ärger der Bürger verstehen kann. Dennoch ist es ihrer Ansicht nach ratsam, einen Bebauungsplan (B-Plan) für dieses Gebiet aufzustellen: „Nur so können wir den weiteren Bau von Windkraftanlagen steuern.“ Susanne Boy (WLL) wirft der Verwaltung vor, es den Investoren leicht gemacht zu haben. Keine der Hinweise von Bürgern seien im Windpark bei Wahlsdorf umgesetzt worden.

Es habe erhebliche Bedenken wegen des Standorts und der geringen Abstände zur Wohnbebauung gegeben. „Ich kann nicht nachvollziehen, warum diese Einwände einfach ignoriert werden“, sagt Susanne Boy. „Wir können nur festlegen, was gesetzlich möglich ist“, erklärt der zuständige Planer Rainer Dubiel. Der Abstand von Windrädern zu Wohnbebauungen sei gesetzlich überhaupt nicht geregelt wie Dahmes Amtsdirektor Frank Pätzig (parteilos) sagt. Die jetzt üblichen tausend Meter seien eine Absprache zwischen allen Beteiligten. Den von der Volksinitiative (VI) „Rettet Brandenburg“ geforderten Abstand von dem Zehnfachen der Höhe der Windkraftanlagen (H10-Regelung) hält der Verwaltungschef für eine „Volksverdummung“. Dann würden nur noch 0,3 Prozent der Flächen in Brandenburg für Windkraft zur Verfügung stehen und das politische Ziel würde nicht erreicht“, sagt Pätzig. Seiner Ansicht nach wird 10H nie passieren. „Wir dürfen nicht weltfremd durch die Gegend laufen“, meint er. Die Stadtverordneten sehen das anders. Sie stimmten einstimmig für die 10H-Regelung, und mehrheitlich gegen Windräder im Wald. Die Wählergruppe LandLeben (WLL) hatte die entsprechenden Beschlüsse eingebracht. „Wir wollen ein Signal an die Landesregierung senden“, erklärt Hans-Georg Nerlich von der WLL. Er sieht die Bürger hinter sich: „Wir haben im Dahmer Umland schon mehr als tausend Unterschriften gegen Windräder im Wald und die geforderte Abstandsregelung gesammelt.“ Landesweit hat die Volksinitiative mehr als 30 000 Unterschriften gesammelt und diese kürzlich dem Landtag überreicht. Jörg-Martin Bächmann (Die Linke) begrüßt, dass sich auch Dahme den Forderungen anschließt: „Es kann nicht immer nur um Fledermäuse und Störche, sondern muss auch um Menschen gehen.“

Nach Ansicht von Thomas März wurden Einwendungen zum Schutz der Menschen beim Bau des Windparks bei Wahlsdorf bisher ignoriert. Er stellt vielmehr fest, dass „der Wald hektarweise abgeholzt wird, die Windpark-Investoren immer aggressiver vorgehen“. Wahlsdorfer Einwohner seien enttäuscht. „Ob sie sich auch künftig noch für ihre Heimat einsetzen, kann ich nicht abschätzen“, sagt der Ortschef. Und, dass der Ortsbeirat für eine öffentliche Auslegung des zweiten Entwurfs des B-Plans „Windpark Wahlsdorf“ ist: „Weil wir unsere Bedenken erneut vortragen können.“ Die Stadtverordneten schlossen sich an. Der zweite Entwurf des Bebauungsplans liegt im Bauamt der Stadtverwaltung aus.

Von Andreas Staindl

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