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Dahmeland-Fläming produziert mehr Müll

Abfallwirtschaft Dahmeland-Fläming produziert mehr Müll

Das Müllaufkommen ist in der Dahmeland-Fläming-Region leicht angestiegen. Das geht aus der Abfallstatistik hervor, die der regionale Abfallentsorger jetzt veröffentlicht hat. Demnach produziert ein durchschnittlicher Einwohner von Teltow-Fläming oder Dahme-Spreewald etwa 387 Kilogramm Müll pro Jahr – inklusive dem illegalen.

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Bekam im vergangenen Jahr etwas mehr „Futter“ aus der Region: die Restabfallbeseitigungsanlage in Niederlehme.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Dahmeland-Fläming. Das Müllaufkommen in der Dahmeland-Fläming-Region ist im vergangenen Jahr leicht angestiegen. Das geht aus der Abfallstatistik hervor, die der regionale Müllentsorger SBAZV (Südbrandenburgischer Abfallzweckverband) jetzt veröffentlicht hat. Demnach haben die Einwohner des Verbandsgebiets, das den Landkreis Teltow-Fläming und den Altkreis Königs Wusterhausen umfasst, rund 387 Kilogramm Müll pro Kopf produziert. Ein Jahr zuvor waren es etwa fünf Kilogramm weniger.

Verantwortlich dafür ist in erster Linie ein leichter Anstieg beim Haus- und Gewerbeabfall, der knapp die Hälfte des gesamten Mülls ausmacht. Knapp 600 Tonnen mehr landeten im vergangenen Jahr in den Abfallbehältern und anschließend in der Behandlungsanlage in Niederlehme. Die Steigerung dürfte allerdings noch als normale Schwankung zu verbuchen sein. Das Hausmüllaufkommen liegt jetzt bei knapp über 52 000 Tonnen pro Jahr. So viel Hausmüll verzeichnete der SBAZV auch schon im Jahr 2010. Damals allerdings lebten im Verbandsgebiet noch etwa 10 000 Menschen weniger.

145 Kilo reiner Hausmüll pro Jahr und Einwohner

Reiner Hausmüll fallen pro Jahr etwa 145 Kilogramm pro Einwohner an. Laut der aktuellen brandenburgischen Abfallbilanz liegt der SBAZV damit leicht über dem Landesschnitt. Die Spreizung innerhalb der Landkreise ist allerdings recht groß: Im Landkreis Elbe-Elster etwa, dem Landkreis mit dem geringsten Hausmüllaufkommen, erzeugen die Einwohner nur etwa 105 Kilo Hausmüll pro Kopf, in Potsdam sind es dagegen 179. Die Unterschiede erklären sich unter anderem mit der Siedlungsstruktur, sagt SBAZV-Sprecherin Jacqueline Voigtländer. Während im ländlichen Raum vieles auf den Kompost wandert oder anderweitig wiederverwertet wird, fliege in urbanen Wohnsiedlungen eben alles mögliche in die Tonne.

Abfallentsorgung

Für den Abfall in der Dahmeland-Fläming-Region ist der Südbrandenburgische Abfallzweckverband zuständig. Der wurde 1993 von den damaligen Kreisen Jüterbog, Luckenwalde, Zossen und Königs Wusterhausen gegründet. Seit 1994 ist er auf diesem Gebiet als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger zuständig für alles, was als Abfall entsorgt werden muss.

Zum gesamten vom Zweckverband behandelten Müll gehören neben dem Hausmüll auch Sperrmüll, Elektroschrott, Grünabfälle, Sondermüll, Glas, Kunststoffverpackungen, Papier und Schrott. Der Abfall wird entweder direkt abgefahren oder auf drei Recyclinghöfen entgegengenommen. Von dort geht er in die Verwertung.

Hausmüll wird in der Restabfallbehandlungsanlage in Niederlehme sortiert, getrocknet und zu einem Brennstoff verarbeitet.

Grünabfälle werden in Kompostieranlagen gelagert oder im Biomassekraftwerk Königs Wusterhausen verbrannt.

Wertstoffe wie Kunststoffverpackungen, Batterien oder Metall werden bei spezialisierten Recyclingbetrieben wiederverwertet.

Mehr Infos zur regionalen Abfallwirtschaft unter www.sbazv.de

Nach fast 25 Jahren dualem System haben sich die Menschen aber inzwischen offenbar auf dem Land und in der Stadt an Mülltrennung gewöhnt. Der Anteil an gesondert gesammelten Verpackungsmüll ist hoch. Er betrug im vergangenen Jahr 10 235 Tonnen; das waren gut 250 Tonnen mehr als im Jahr davor. Im normalen Hausmüll landet dagegen recht wenig Verpackungsmüll.

Als im Jahr 2011 zum letzten Mal der Hausmüll der Dahmeland-Fläming-Region stichprobenartig untersucht wurde, bestand er nur noch zu etwa 19 Prozent aus recycelbaren Verpackungen. Diese waren allerdings zum Teil so stark verschmutzt, dass sie tatsächlich nicht in den gelben Sack gehört hätten. Optimierungspotenzial sah man deshalb damals bei diesem Thema nicht.

SBAZV steuert bei Biotonne nach

Nachgesteuert hat der SBAZV im vergangenen Jahr noch einmal bei den Grünabfällen. Zwar entschied man sich gegen die Einführung einer Biotonne. Während bis dahin im Sommer die Grünabfälle aber nur einmal monatlich abgeholt wurden, wurde die Frequenz im Jahr 2015 verdoppelt. Tatsächlich wurden im Jahr 2015 so viele Grünabfälle abgegeben wie noch nie. 6797 Tonnen gingen in die Kompostieranlagen und das Biomassekraftwerk in Königs Wusterhausen. Im Vergleich zum Jahr davor bedeutet das einen Anstieg um acht Prozent. „Ein Grund dafür kann aber auch sein, dass die Menschen heute aufgrund der kleineren Grundstücksgrößen deutlich weniger selbst kompostieren“, sagt Jacqueline Voigtländer.

Relativ stabil geblieben ist auch die Menge des illegal in der Landschaft entsorgten Mülls. Etwa 1000 Tonnen bargen die Landkreise, die Forst- und die SBAZV-Angestellten im vergangenen Jahr aus Wald und Flur. Das waren etwa 140 Tonnen mehr als ein Jahr zuvor, langfristig gesehen ist die Entwicklung aber gleichbleibend. „Es gibt eben immer Leute, die ihren Müll in der Natur entsorgen“, sagt Jacqueline Voigtländer. Anderswo sind es allerdings offenbar nicht ganz so viele. Das SBAZV-Gebiet lag bereits im vergangenen Jahr, wo weniger herrenloser Müll entsorgt werden musste, in diesem Gebiet über dem Landesschnitt von 2,8 Kilo pro Einwohner. Während in Südbrandenburg, auf dem Gebiet des Zweckverbandes „Schwarze Elster“, nur 0,8 Kilogramm illegalen Mülls pro Einwohner anfielen, waren es in Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald 3,2 Kilo. Es geht aber auch schlimmer: In Potsdam-Mittelmark mussten im gleichen Zeitraum 3,7 Kilo, in Potsdam 4,7 Kilo und in Brandenburg an der Havel gar 9,2 Kilo illegal entsorgter Müll pro Einwohner geborgen werden.

Vor 20 Jahren 50 Prozent mehr Hausmüll

Auffallend an der Statistik ist, wie sehr sich das Müllaufkommen in der Region in den letzten 20 Jahren verändert hat. Damals produzierten die Einwohner der Region jährlich etwa 180 Kilo Müll mehr – pro Kopf. Allein Hausmüll fielen fast 50 Prozent mehr an als heute. Entsorgt wurden im Jahr 1995 außerdem sagenhafte 25 800 Tonnen Sperrmüll – vor allem wohl Mobiliar und sonstige Einrichtungsgegenstände aus der DDR, derer die Menschen inzwischen überdrüssig geworden waren. Zum Vergleich: Heute hat sich die Sperrmüll-Menge bei 10 000 Tonnen pro Jahr eingependelt.

Von Oliver Fischer

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