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Dammtorturm bald wieder begehbar

Jüterbog Dammtorturm bald wieder begehbar

Die verputzte Haube des Jüterboger Dammtorturmes gehört zu den Wahrzeichen der Stadt, das lange ein Sorgenkind war. Nun machen Bauleute den Turm wieder schick und begehbar.

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Maurer Reinhard Zickrick ist mit dem Fahrstuhl auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz in 32 Metern Höhe.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Gelegenheiten, die Altstadt Jüterbogs aus der Vogelperspektive zu betrachten, gibt es nicht viele. Doch bald wird sich wieder eine Möglichkeit mehr bieten. Die Zinnen des Dammtorturms, der etwas niedriger ist als die Nikolaikirche, werden derzeit saniert. Wenn in wenigen Wochen die Baugerüste verschwunden sein werden, können Besucher aus rund 30 Metern Höhe den Blick über die Stadt und die umliegenden Felder genießen.

Turm war seit Jahren für Besucher gesperrt

Seit Jahren war der Turm aufgrund seines Zustandes für Besucher gesperrt. 2015 gespannte Netze sollten verhindern, dass herabfallende Steine möglicherweise Passanten verletzten. „Das schlecht verfugte Mauerwerk war über die Jahre aufgefroren, so dass an vielen Stellen der Mauerwerksverbund nicht mehr vorhanden war und sich einzelne Steine herauslösten“, erläutert Ronny Behrendt von der Hoppegartener Spezialfirma IBS, die sich auf die Sanierung denkmalgeschützter Bausubstanz spezialisiert hat. „Das Schadbild des Jüterboger Dammtorturms entspricht in etwa dem, was wir gewohnt sind. Denn Schäden aufgrund von Witterungseinflüssen gibt es an vielen Bauwerken dieser Art.“

Als Hauptursache für die Schäden am Turm haben die Fachleute bauliche Fehler bei der Entwässerung der oberen, nicht mehr überdachten Turmebene ausgemacht. Das von der markanten, kegelförmigen Spitze ablaufende Wasser wurde dabei über den nicht isolierten Boden nach außen geleitet, was im Laufe der Jahre zu einer Durchfeuchtung der Zinnen und des unmittelbar darunter liegenden Mauerwerks einschließlich der Deckschicht der Zinnenebene führte. Selbst vom Boden aus waren die Löcher und die Verformungen der aus ihrem Verbund gelösten Steine zu erkennen.

Regenwasserrohre werden nach innen verlegt

Abhilfe schaffen soll die Verlegung des Entwässerungssystem in den Innenbereich des Turms. Nach der in den zurückliegenden Wochen erfolgten Sanierung der Zinnen und der Außenhaut des Turms wird derzeit der sogenannte Turmhelm neu verputzt und im Anschluss der Turmumgang mit einer Deckschicht aus Gussasphalt überzogen. Das sich dort sammelnde Regenwasser wird anschließend über ein Rohrsystem innerhalb des Turms nach unten geleitet.

Die Kosten für die Baumaßnahme belaufen sich auf rund 120 000 Euro. Da es sich um eine Instandhaltung und nicht um eine Vollsanierung handelt, erhielt die Stadt keine Fördermittel dafür, sondern musste das Geld über den eigenen Haushalt aufbringen. Spätestens ab Mitte Juni soll der Turm wieder begehbar sein und im Rahmen von Stadtführungen genutzt werden können.

Noch mehr als der Dammtorturm schlägt die anstehende Sanierung des Zinnaer Tores auf die Stadtkasse. „Vor allem der Runde, aus Feldsteinen gemauerte Turm hat einen erheblichen Reparaturbedarf“, sagt Baumamtsleiterin Kira Wenngatz. Auch dort machen den Bauleuten der Zustand der Verfugung und des Rundgangs hinter den Zinnen die meisten Sorgen. „Hinzu kommen diverse Schönheitsreparaturen am eckigen Turm und an dem Bauwerk, das beide Türme miteinander verbindet“, sagt Wenngatz. Inklusive Rüstung schlägt die Sanierung mit etwa 140 000 Euro zu Buche.

Bis zu den großen Festen soll alles fertig sein

Bereits in wenigen Wochen sollen die Arbeiten am Zinnaer Tor beginnen und bis Ende des Sommers dauern. Spätestens zur Reformationsveranstaltung „Tetzel kommt“ und zur „Kohlhaas“-Theaterinszenierung, in der das Tor als Kulisse dient, soll alles fertig sein.

Von Uwe Klemens

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