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Teltow-Fläming Das Eis trägt noch nicht
Lokales Teltow-Fläming Das Eis trägt noch nicht
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10:47 28.02.2018
Blick auf den zugefrorenen Großen Wünsdorfer See am Strandbad Wünsdorf. Quelle: Christian Zielke
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Dahmeland-Fläming

Die beiden Mädchen aus Wernsdorf hatten noch einmal Glück im Unglück. Zusammen mit ihrem Hund waren die neun und 13 Jahre alten Kinder Anfang des Monats im eingebrochenen Eis eines Sumpfgebietes stecken geblieben. Polizisten suchten sogar mit einem Hubschrauber das Gebiet ab und konnte die beiden Mädchen schließlich im Schilf des Sumpfes finden – und aus dem Eis befreien.

Die beiden Mädchen kamen auch wegen der geringen Wassertiefe noch einmal glimpflich davon. In Teichen und Seen kann die Situation aber dramatischer enden. Gerade wenn es wieder knackig kalt wird, ist die Verlockung groß, endlich einmal wieder die Schlittschuhe aus dem Schrank zu holen. Doch das Eis ist noch längst nicht dick genug, um Menschen zu tragen. Auch wenn die Temperaturen in der Region laut den Vorhersagen der Meteorologen zum Teil in den zweistelligen Minusbereich rutschen können, war die Zeit des Dauerfrostes noch deutlich zu kurz.

„Das Eis auf den Seen ist definitiv noch nicht dick genug“

„Nein, das Eis auf den Seen ist definitiv noch nicht dick genug“, sagt André Schütky von der Freiwilligen Feuerwehr Ludwigsfelde. „Wir waren kürzlich erst draußen und haben Bohrungen gemacht. Da war das Eis vier Zentimeter dick. Das reicht noch lange nicht.“

Damit ein See tatsächlich Menschen tragen kann und sich eine robuste Eisschicht bildet, muss es viele Tage am Stück durchgehend frieren und sich eine um ein Vielfaches dickere Eisschicht gebildet haben.

Was bei einem Eis-Einbruch zu tun ist

Polizeisprecher Torsten Wendt von der Polizeidirektion Süd hat einen ersten sehr grundsätzlichen Rat, was zu tun ist, wenn jemand im Eis eingebricht: „Als erstes sollte niemand den Helden spielen“, sagt Wendt. Es sei immer der erste Schritt, sich professionelle Hilfe herbeizurufen.

Dabei ist esegal, ob man über die „112“ oder die „110“ die Feuerwehr oder die Polizei zur Hilfe ruft. Beide Notfallnummern sind möglich.

Erst im zweiten Schritt sollte dann geguckt werden, ob dem Eingebrochenen schon vor dem Eintreffen von Polizei oder Feuerwehr geholfen werden kann. Eine Stange, eine Leiter oder ein Rettungsring könnten dabei hilfreich sein.

Auf gar keinen Fall aber sollten Helfer sich selbst auf das Eis in die Nähe der Einbruchsstelle begeben. Gerade dort sei es in der Regel besonders brüchig.

Das Betreten von Seen besteht auf eigene Gefahr

Die Polizei warnt aber auch dann davor, die Seen zu betreten. „Die Eisfläche ist in der Sonne und im Schatten durchaus unterschiedlich dick. Unter dem Eis kann es außerdem Strömungen geben, die sich auswirken“, sagt der Sprecher der Polizeidirektion Süd, Torsten Wendt. „Besonders an Brückenpfeilern und ganz besonders an fließenden Gewässern wird das Eis brechen.“ Die Polizei gibt ohnehin keine Eisflächen frei. Das Betreten von Seen oder anderen Gewässern geschieht immer auf eigene Gefahr.

Dass das keine hohle Phrase ist, zeigt das Beispiel von Wolfgang Purann. Der Ortschronist aus Bestensee brach 2017 ins Eis ein – obwohl es offiziell stark genug zugefroren war.

Wolfgang Purann ist Ortschronist in Bestensee. Er hat im letzten Jahr 50 000 wundervolle Fotos in  seinem Heimatort gemacht. Quelle: Andrea Müller

Kinder sollten vorgewarnt werden

„Auch wenn es schön kalt ist und man gerne wieder seine Schlittschuhe rausholen möchte, warnen wir ausdrücklich davor, auf das Eis zu gehen. Wir fordern auch alle Eltern auf, ihre Kinder dementsprechend vorzuwarnen“, sagt Wendt. Denn wer im Eis einbricht, befinde sich in Lebensgefahr. „Rund drei Minuten hat man im Wasser, dann verlassen einen die Kräfte“, so der Polizeisprecher. Die Wasserschutzpolizei, die aktuell aufgrund der Eisschicht auf vielen Seen ihre Boote nicht bewegen kann, kontrolliert deswegen die Gewässer in der Region – um im Ernstfall eines Eis-Einbruchs so schnell wie möglich helfen zu können.

Die Sonne schmelzt das Eis trotz der tiefen Temperaturen

Auch rund um Jüterbog ist das Eis noch nicht fest genug, um es zu betreten: „Wir haben hier ja nicht so viele Seen, aber die Wasserflächen, die wir haben, sind am Rand noch sehr brüchig oder noch nicht einmal zugefroren. Das sollte eigentlich schon Warnung genug sein“, sagt Lutz Selent von der Freiwilligen Feuerwehr Jüterbog. „Die Tagestemperaturen sind zwar in den Minusgraden, aber die Sonne scheint ja eben auch den Tag über sehr kräftig und tut ihr Übriges, um das Eis zum Teil wieder zu schmelzen.“ Dass in diesem Winter überhaupt noch einmal auf zugefrorenen Seen Schlittschuh gefahren werden kann, hält Selent derweil für eher unwahrscheinlich. „Am Wochenende soll es laut Wetterbericht schon wieder wärmer werden. Das ist dann einfach nicht genügend Dauerfrost.“

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