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Das Garagen-Problem von Ludwigsfelde

Bauausschuss Das Garagen-Problem von Ludwigsfelde

Kann eine Garagengemeinschaft in Ludwigsfelde ein paar tausend Euro in die Instandhaltung der Pkw-Hütten stecken? Wegen dieser Frage befasst sich der Bauausschuss am Mittwoch mit dem Garagen-Problem der Stadt. Dort gibt es mehr als 3500 Garagen, entstanden waren sie seit den 1960er-Jahren mit jeweils neuen Wohngebieten.

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Mike Plackties im Garagenkomplex Brandenburgische Straße 1.
 

Quelle: JA

Ludwigsfelde.  Vor acht Jahren waren es juristische Ängste und Unsicherheiten, die viele tausend Garagennutzer in Ludwigsfelde umtrieben; jetzt will eine der 19 Garagengemeinschaften 10 000 Euro in die Instandhaltung der Pkw-Hütten investieren. Doch das machen die Pächter nur mit der Gewissheit, dass diese Beton-Häuschen noch eine Weile stehen. Deshalb befasst sich der Bauausschuss heute Abend mit diesem Thema.

Auf dem Tisch liegt ein Beschlussvorschlag der Verwaltung. Darin geht es um bestehende Garagen-Pachtverträge. Stimmen die Stadtverordneten zu, sollen solche Verträge um jeweils höchstens fünf Jahre verlängert werden können und die Stadt soll Garagenpachten ab 2020 marktüblichen Stellplatzmieten anpassen. Damit soll einerseits den Interessen der Garagenbesitzer entsprochen werden, andererseits sollen öffentliche Interessen gewahrt bleiben.

 Diese vielen Garagen auf städtischem Boden waren bereits 2008 mit einem Beschluss der Stadtverordneten gesichert worden. Bis dahin hatten Garagen in Ludwigsfelde einen Bestandsschutz, den Besitzer und -pächter zur Jahrtausendwende erstritten hatten. Grund für die Angst um die innerstädtischen überdachten und abschließbaren Plätze in der Autobahn-durchquerten Stadt war das Schuldrechtsanpassungsänderungsgesetz: Die Garagen gehören zwar ihren Besitzern, aber der Grund und Boden, auf dem sie stehen, ist Pachtland. Wie es andernorts passiert war, so die Ängste, müsste jemand bei Verkauf oder übergeordneter Planung womöglich sein eigenes Eigentum abreißen (lassen).

Entstanden waren die nach Dutzenden zählenden Garagen-Reihen an Bebel-, Liebknecht- und Schweitzerstraße, an der Brandenburgischen Straße, an der Donaustraße, auf Autobauers Curieplatz oder hinter der Fontanestraße. Gebaut wurden sie seit Anfang der 1960er Jahre immer gemeinsam mit den jeweiligen Neubaugebieten in der Stadt. Heute werden die abgeschlossenen und nummerierten Garagen zum Teil in dritter Generation genutzt. Doch inzwischen nicht mehr nur zum Unterstellen von Fahrzeugen. Manchmal ist solch eine Garage auch Schrauberwerkstatt oder Treffpunkt, Möbellager oder Probenraum junger Musiker.

Bauplanerisch sind die Garagenkomplexe mit dem Ludwigsfelder Flächennutzungsplan ohnehin gesichert, mit dem Beschluss von 2008 waren sie es bis 2019 zusätzlich. Jetzt will die Stadt eine Grundsatzentscheidung. Wobei es unstrittig ist, dass diese abgeschlossenen Garagen aus DDR-Zeiten tausende Autos von den oft verstopfen Straßen in Wohngebieten fernhalten und dass diese Fahrzeuge kaum geklaut oder beschädigt werden. Unstrittig ist allerdings auch, dass diese Garagenkomplexe keine architektonischen Highlights sind.
 

Von Jutta Abromeit

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