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Das Gedächtnis von Blankenfelde

Arbeitskreis Heimatgeschichte Das Gedächtnis von Blankenfelde

Vier Menschen ist es zu verdanken, dass wichtige Ereignisse und Persönlichkeiten aus Blankenfelde nicht in Vergessenheit geraten. Die MAZ stellt den Arbeitskreis Heimatgeschichte des Kulturvereins vor. Derzeit stehen die ehrenamtlichen Heimatforscher vor einer Riesenaufgabe, die mit viel Kleinarbeit verbunden ist.

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Christa Retkowski, Hans Seidel, Eberhard Hein und Gisela Löffler sind der Arbeitskreis Heimatgeschichte des Kulturvereins Blankenfelde.

Quelle: Christian Zielke

Blankenfelde. Wie war das damals, als kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs der damalige NSDAP-Ortsgruppenführer von Blankenfelde die Dorfschule angesteckt hat, weil er nicht wollte, dass die darin archivierten Dokumente der Roten Armee in die Hände fallen? Wo stand einst das Blankenfelder Schloss und wie sah es aus? Antworten auf solche Fragen können die Mitglieder des Arbeitskreises Heimatgeschichte sofort beantworten.

Jeden Dienstag treffen sich Gisela Löffler, Eberhard Hein, Hans Seidel und Christa Retkowski in der Alten Aula – „aus reinem Idealismus“, wie sie sagen. Alle sind Ruheständler mit einer Leidenschaft für die Geschichte ihres Ortes. Sie sind so etwas wie das Gedächtnis von Blankenfelde. In jahrelanger Kleinarbeit haben sie die großen und kleinen Schnipsel der Geschichte zusammengetragen, verschlagwortet und archiviert. Sämtliche wichtigen Ereignisse von der ersten Besiedlung Blankenfeldes bis in die heutige Zeit sind in Aktenordnern abgeheftet. Exponate wie die Aktentasche der Pittiplatsch-Erfinderin Ingeborg Feustel lagern in einer Vitrine. Spenden und Leihgaben

Hintergrund

1983 gründet Jan Peters die erste Ortsgruppe Heimatgeschichte beim DDR-Kulturbund. Ein Jahr später wird Helga Mostowy Ortschronistin.

1984 rief Norbert Diering die Arbeitsgemeinschaft Orts-Chronik ins Leben, die bis 1986 eine Zeittafel zur Blankenfelder Geschichte erarbeitete.

Beide AGs fusionieren am 1. Januar 1989.

1999 entsteht ein neuer Arbeitskreis Heimatgeschichte unter Leitung von Volker Stolte. Dieser wird 2001 in den Kulturverein integriert.

2006 erreicht der Vorsitzende des Kulturvereins, Bernd Heimberger, dass die Gemeinde die Kellerräume der Alten Aula als Museum nutzen darf.

2007 übergibt Norbert Dierings Witwe dessen Archiv dem Kulturverein.

Vor zehn Jahren bekam der Arbeitskreis einen eigenen voll ausgetatteten Raum in der Alten Aula. Das Gebäude selbst steht auf 500 Jahre alten Fundamenten und ist wie ein steinernes Geschichtsbuch. Heute beherbergt der Keller das Blankenfelde-Museum „So schließt sich der Kreis“, sagt Siegrid Sohr, die Vorsitzende des Kulturvereins.

Nicht nur die Vergangenheit ist für die Heimatforscher interessant. In großen Schritten geht es in Richtung Zukunft und die ist digital. Eines Tages soll man die gesamte Geschichte Blankenfeldes im Internet nachlesen können. Einen echten Schatz will das Quartett dort schaffen. Es ist eine Mammutaufgabe, die hunderten Ordner zu durchzuarbeiten. Gisela Löffler, die seit zwölf Jahren dabei ist, weiß nicht mehr, wie viele Notizzettel sie in letzter Zeit geklebt hat. „Jedes Blatt muss erfasst werden,“, sagt sie. Oft nehmen sie und ihre Mitstreiter sich Arbeit mit nach Hause.

Trotz des enormen Aufwands – keiner der ehrenamtlichen Heimatforscher hatte vorher Erfahrungen mit dem Archivieren – sind alle mit Leidenschaft dabei. „Ich bin Rentner und froh, dass ich mich sinnvoll beschäftigen kann“, sagt Eberhard Hein, auch wenn manches für Außenstehende zunächst wie Strafarbeit erscheine. Blankenfeldes Geschichte sei voll von Überraschungen, die es lohnten, aus der Versenkung geholt zu werden. Für Hans Seidel, der in den 1990er Jahren nach Mahlow zog, ist die Geschichte zum Zugang in die neue Heimat geworden. Sein Leben lang ist er alle paar Jahre umgezogen. Erst kurz vor dem Ruhestand ist er sesshaft geworden und das Interesse an der neuen Heimat erwacht. „Geschichte im Kleinen kann unglaublich spannend sein“, sagt er. Sie aufzuschreiben und zu sortieren halte einen auch geistig fit.

Christa Retkowski ist im vorigen Jahr dazugestoßen. „Nach dem Tod meines Mannes wollte ich meine Zeit sinnvoll nutzen“, sagt sie. Für Geschichte habe sie sich schon immer interessiert. In den vergangenen Monaten habe sie mehr über ihren Ort erfahren als in den Jahrzehnten in denen sie bisher in Blankenfelde gelebt hat.

Von Christian Zielke

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