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Das Stadtarchiv sucht Aktenpaten

Jüterbog Das Stadtarchiv sucht Aktenpaten

In ihrer Abschlussarbeit als Archivarin hat eine Studentin aus Jüterbog einen Spender-Katalog für das Stadtarchiv erstellt, der restaurierungsbedürftige Akten auflistet. Sie hofft, noch bis Weihnachten erste Paten zu finden, damit die mittlerweile unbenutzbaren Akten für künftige Generationen gesichert werden können.

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Der Zustand vieler Akten macht diese unbenutzbar.

Quelle: Peter Degener

Jüterbog. Mit Patenschaften sollen Jüterboger künftig dabei helfen, gefährdete Akten des kulturhistorischen Archivs der Stadt zu restaurieren und damit für kommende Generationen zu erhalten. Die aus Jüterbog stammende, angehende Archivarin Susann Sponholz hat dafür einen Katalog von gefährdeten Akten erstellt, der jetzt dem Stadtarchiv übergeben werden soll.

In ihrem Praxissemester im Kreisarchiv in Luckenwalde hatte sie Anfang des Jahres das Projekt „Aktenpaten gesucht“ kennengelernt und daraufhin Kontakt mit dem Jüterboger Stadtarchiv aufgenommen. Gemeinsam mit der Stadtarchivarin Christine Illesch hat sie die Bestände begutachtet und herausgefiltert, welche Dokumente infrage kommen. Für ihre Abschlussarbeit an der Potsdamer Fachhochschule hat die 27-Jährige pünktlich zum Weihnachtsfest den Spenderkatalog fertig gestellt. „Mein Ziel ist es, dass bis Weihnachten die ersten Spender gefunden sind“, sagt Sponholz.

Stadtarchivarin Christine Illesch (l) und Susann Sponholz suchen Akten heraus, die dringend restauriert werden müssen

Stadtarchivarin Christine Illesch (l.) und Susann Sponholz suchen Akten heraus, die dringend restauriert werden müssen. Das soll durch Patenschaften finanziert werden

Quelle: Peter Degener

„Eigene Mittel für Restaurierungen haben wir leider nicht verfügbar“, sagt Stadtarchivarin Illesch und freut sich daher über das besondere Engagement von Sponholz, die ihr Studium nutzt, um das Archiv ihrer Heimatstadt zu unterstützen. „Ich möchte möglichst viele Paten gewinnen, die das Archiv fördern und damit restaurierungswürdige Akten für die Zukunft sichern“, sagt Sponholz. Neben ihrem Studium arbeitet sie im Bundesarchiv in Berlin, wo sie sich mit Schriftgut zu Umsiedlungen in der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt.

Kassenbücher, Schriftwechsel, Zeitungen

Bei den beschädigten Akten im Jüterboger Stadtarchiv handelt es sich zum Beispiel um den Schriftverkehr zu Reparaturarbeiten am Dach der Nikolaikirche um das Jahr 1808 oder ein Kassenbuch der Jüterboger Kämmerei, das die Ausgaben des Jahres 1714 auflistet. Auch die Zeitungsjahrgänge des Jüterbog-Luckenwalder Kreisblatts vom Ende des 19. Jahrhunderts dürfe man eigentlich gar nicht mehr anfassen, weil sie so brüchig sind, stellt Sponholz beim Blättern in den Jahrbüchern fest.

Risse, Flecken, Pilzbefall

An diesen und vielen weiteren Akten aus acht Jahrhunderten hat die Zeit ihre Spuren hinterlassen. Risse und Flecken, beschädigte Einbände, sich auflösende Verbindungen oder Befall mit Pilzen gehören zu den typischen Schadensbildern„Wenn wir warten, gehen diese Akten für alle künftigen Generationen verloren. Benutzen kann man sie in ihrem aktuellen Zustand aber auch nicht“, sagt Sponholz.

Vorgängerprojekt beim Kreis

Von 2011 bis 2015 hat es im Kreisarchiv in Luckenwalde ein Vorgänger-Projekt unter dem Titel „Aktenpaten gesucht“ gegeben.

45 verschiedene Paten haben dort die Restaurierung von insgesamt 60 Akten und Einzeldokumenten im Gesamtwert von rund 17 000 Euro ermöglicht.

Die Paten kamen dabei nicht nur aus dem Kreis Teltow-Fläming, sondern auch aus Berlin, Hamburg und Hannover.

Das Projekt wurde trotz der eingeworbenen Spendengelder ab 2016 vorerst eingestellt, weil die Betreuung sehr viel Zeit gekostet hat.

Bei den Aktenpaten denkt sie nicht nur an Einwohner, sondern auch an ansässige Unternehmen, Vereine oder Geldinstitute. „Bei Beständen mit einem Wasserschaden könnte der Zweckverband WAZ etwas spenden“, scherzt sie.

Die Paten sollen mit einer Urkunde geehrt werden, von der eine Kopie der restaurierten Akte beigelegt wird. Ein Restaurator hat die von Sponholz und Illesch ausgewählten Dokumente begutachtet und die Restaurierungskosten geschätzt. Bei wenige Seiten starken Schriften reichen Beträge ab 130 Euro. Dicke Konvolute zu sichern kann dagegen schnell ein- oder zweitausend Euro kosten. Dazu können Spender sich auch zusammentun. Der Katalog soll zeitnah auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht und im Kulturquartier ausgelegt werden.

Von Peter Degener

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