Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Das größte Amt im ganzen Land
Lokales Teltow-Fläming Das größte Amt im ganzen Land
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:18 25.04.2018
Nach dem Zusammenschluss mit der Gemeinde Niederer Fläming ist das Amt Dahme etwa halb so groß wie Berlin. Quelle: Detlev Scheerbarth
Dahme

Das Amt Dahme/Mark im Süden Teltow-Flämings ist mit dem Jahreswechsel bedeutend gewachsen und nun das größte Amt im ganzen Land Brandenburg. Auf 438 Quadratkilometern – einer Fläche, die etwa halb so groß ist wie das Land Berlin – leben durch den Beitritt der Gemeinde Niederer Fläming zum Amt jetzt gut 9200 Menschen in einer Stadt und nunmehr 42 anstatt 19 dörflichen Ortsteilen.

Neuer Amtsdirektor im Dahmer Rathaus

Zugleich ist der Bürgermeister von Niederer Fläming, David Kaluza (parteilos) ins Dahmer Rathaus gewechselt, er hat den langjährigen Amtsdirektor Frank Pätzig (parteilos) nach 25 Jahren als Amtsdirektor abgelöst. Der 46-jährige Verwaltungsfachwirt und Controller aus Hohenahlsdorf will dafür sorgen, dass niemand die von ihm über Jahre vorangetriebene freiwillige Fusion bereut.

David Kaluza (parteilos) - Amtsdirektor von Dahme/Mark - aufgenommen in seinem früheren Büro als Bürgermeister von Niederer Fläming 2017 Quelle: Peter Degener

Tatsächlich ist ein solcher freiwilliger Amtsbeitritt eine Seltenheit. Nach der großen Gemeindegebietsreform 2003, als landesweit Kommunen fusionierten und angegliedert wurden, kam es nur zwei Mal zu ähnlichen Fällen. 2009 wurde aus zwei Ämtern im Landkreis Barnim das Amt Britz-Chorin-Oderberg gegründet. 2013 schlossen sich dann in Dahme-Spreewald die Ämter Golßener Land und Unterspreewald zum neuen Amt Unterspreewald zusammen.

Städte- und Gemeindebund befürwortet die Fusion

Karl-Ludwig Böttcher, der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds Brandenburg, befürwortet den Amtsbeitritt von Niederer Fläming. „Die Ämter haben sich im ländlichen Raum bewährt und im Fall von Niederer Fläming und dem Amt Dahme hat sich die Fusion angeboten“, sagt Böttcher. Zwar kämen nur wenige Einwohner hinzu, aber Niederer Fläming komme mit einem ausgeglichenen Haushalt. Es gehe darum, die Verwaltungskraft zu bündeln. Dass Kaluza vom Bürgermeisterbüro ins Amtsdirektorenzimmer wechselt, sei „eine gute Variante“, sagt Böttcher. Die große Fläche des Amtes hält Böttcher gerade noch für akzeptabel, aber „größer sollte es nicht sein, sonst wird es unüberschaubar“.

So hat sich die Struktur des Amtes Dahme mit dem Jahresbeginn 2018 verändert. Quelle: Detlev Scheerbarth

In drei weiteren Kreisen gibt es Fusionsbestrebungen

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) nennt die Entscheidung „weitsichtig“ und hofft auf Nachahmer: „Ich bin zuversichtlich, dass auch weitere Gemeinden in unserem Land die Vorteile freiwilliger Zusammenschlüsse erkennen und diesen Weg beschreiten werden. Die Landesregierung steht solchen Initiativen mit Rat und Tat zur Seite“, sagt der Minister.

Laut Innenministerium gibt es derzeit in drei anderen Kommunen in den Kreisen Elbe-Elster, Oder-Spree und Märkisch-Oderland Bemühungen um freiwillige Fusionen.

Eine halbe Million Euro Fusionsbonus

Die Landesregierung versüßt diese Freiwilligkeit mit einer einmaligen Zuwendung. 500 000 Euro bekam das Amt Dahme im Dezember vom Land für „fusionsbedingte Mehraufwendungen“ zugesprochen. „Das war ein zäher Kampf“, sagt Amtsdirektor Kaluza auf die Fusion und diese Summe angesprochen.

„Wir hatten eher das Gefühl, dass man uns den Beitritt erschwert. Die Genehmigung der Beitrittsvereinbarung zwischen den betroffenen Kommunen kam erst sehr spät. Dem Amtsausschuss fehlte noch die Gewissheit, dass wir tatsächlich fusionieren können, als ich zum Amtsdirektor gewählt wurde“, sagt David Kaluza.

Neue Verwaltungsstruktur und mehr Mitarbeiter-Potenzial

Mit der Fusion ändert sich nicht nur für die hinzugekommenen Bürger aus Niederer Fläming einiges, sondern auch für die Alt-Dahmer, denn die Amtsverwaltung wird grundsätzlich umstrukturiert. „Die Mitarbeiter sind nun für vier Gemeinden tätig und da werden auch spezielle Aufgaben viel regelmäßiger nachgefragt, als in einer kleinen Gemeindeverwaltung. Wir können hier mit Spezialisten arbeiten“, sagt Kaluza und gibt ein Beispiel: „Künftig wird es einen eigenen Sachbearbeiter geben, der sich fast nur um Brand-, Zivil- und Katastrophenschutz kümmert.“

Andererseits müsse er nun nicht mehr mit Notvertretungen arbeiten, sobald ein Mitarbeiter erkrankt ist. „In solchen Situationen ist schnell einiges liegen- geblieben. Das wird künftig anders sein und nicht nur bei den Mitarbeitern zur Entlastung führen. Bei der besseren Personalsituation wird das Amt für den Bürger spürbar sein“, sagt Kaluza.

Der neue Amtsdirektor zu den ersten Veränderungen im Amt

Was war ihre erste Amtshandlung als Amtsdirektor?

David Kaluza: Ich habe mit einer Mitarbeiter-Versammlung begonnen und am Mittwoch gibt es eine erste Dienstberatung mit den Abteilungsleitern. Es wird künftig eine neue Organisationsstruktur in der Amtsverwaltung mit drei anstelle von zwei Abteilungen geben.

Welche Veränderungen gehen damit einher?

Meine bisherige stellvertretende Bürgermeisterin in Niederer Fläming, Donata Tobinski, nehme ich an die Spitze der neuen, dritten Abteilung. Sie kümmert sich künftig um die Innere Verwaltung und das Personalmanagement, aber auch um Kitas und Schulen, Tourismus und Sport. Ihr ist übrigens der reibungslose Beitritt der Gemeinde Niederer Fläming zum Amt zu verdanken. Christina Denkel wird auch weiterhin die stellvertretende Amtsdirektorin bleiben.

Worin sehen Sie ihre erste Aufgaben als neuer Amtsdirektor?

Zunächst einmal muss ich das ganze Amt kennenlernen. Ich wohne in Hohenahlsdorf in Niederer Fläming. Im Bereich hinter Dahme in Richtung Luckau muss ich mir erst einmal ein ordentliches Bild machen. Außerdem werde ich mir einen Überblick über das kommunale Eigentum verschaffen.

Was passiert mit dem Personal der Gemeinde Niederer Fläming?

Wir werden kein Personal abbauen, denn ich denke, wir kommen gerade so mit unseren Mitarbeitern aus. Es ist ein Trugschluss, dass wir Personal einsparen können. Stattdessen werden wir in der Amtsverwaltung fachlich viel besser aufgestellt sein, als dies auf gemeindlicher Ebene möglich ist.

Interview: Peter Degener

In Niederer Fläming wird ein Bürgerbüro eingerichtet

In Niederer Fläming soll die bisherige Gemeindeverwaltung als „Außenstelle“ der Amtsverwaltung dienen. Das Meldebüro wird aufgewertet zu einem Bürgerbüro. „Alle bürgerintensiven Angelegenheiten wie Kita-Fragen oder Bausachen sollen weiterhin in Lichterfelde angeboten werden“, sagt Kaluza. Dazu soll es wöchentliche Sprechzeiten in der alten Gemeindeverwaltung geben.

Vom Bauhof-, Kita- und technischen Schulpersonal abgesehen sind die Angestellten der Gemeinde Niederer Fläming nun beim Amt angestellt und werden bis auf eine Angestellte im Bürgerbüro auch alle ins Dahmer Rathaus wechseln. Die ersten Arbeitsplätze werden dort gerade fertiggestellt.

In der bisherigen Gemeindeverwaltung in Lichterfelde soll ein Bürgerbüro als Außenstelle der Dahmer Verwaltung eingerichtet werden. Quelle: Peter Degener

Landes-Zuschuss für Software, Arbeitsplätze und die Feuerwehr

Über die Verwendung des Landes-Zuschusses wird demnächst der Amtsausschuss entscheiden. „Wir müssen Software und Lizenzen anschaffen, die Daten der Gemeindeverwaltung migrieren und eine ständige Internet-Verbindung ins Bürgerbüro nach Lichterfelde aufbauen“, nennt Kaluza Beispiele für fusionsbedingte Mehrkosten. Auch Büroausstattungen für die neuen Mitarbeiter, die aus der Verwaltung von Niederer Fläming ins Amt gewechselt sind, müssen angeschafft werden.

Kaluza hält es auch für sinnvoll, bei der Feuerwehrausstattung in Niederer Fläming nachzubessern. Die Gerätehäuser in Hohenahlsdorf und Meinsdorf haben dringenden Sanierungsbedarf. Da die Aufgabe des Brandschutzes auf das Amt übertragen worden ist, hält Kaluza ein derartige Investition für nachvollziehbar. Denn „Investitionen, die in keinem Zusammenhang mit der Fusion stehen“, sind laut Innenministerium von der Zuwendung „ausgeschlossen“.

Nichtsdestotrotz will Kaluza unabhängig vom Fusionsbonus im Amtsausschuss dafür werben, dass das Amt auch andere Eigenmittel für förderfähige Projekte in Niederer Fläming bereitstellt. „Wir sollten zeigen, dass der Beitritt der Gemeinde zugute kommt“, so Kaluza.

Von Peter Degener

Der durchschnittliche Deutsche erledigt heute fast alles online. Nur in Ämtern und Behörden muss er meistens noch persönlich erscheinen. Die Landkreise Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald haben jetzt aber Änderungen bei der Kfz-Zulassung angekündigt – und auch weitere Schritte in Richtung Digitalisierung sollen folgen.

03.01.2018

Tolle Geste von sechs Rangsdorfer Schülern: Sie haben Geld gesammelt, um den diesjährigen Sommerleseclub in der Bibliothek zu retten, der aufgrund von Einsparungen auszufallen drohte. Am Dienstag übergaben sie einen Scheck in Höhe von 500 Euro und retteten damit für sich und viele andere das Leseerlebnis in den großen Ferien.

06.01.2018

Eine 18-jährige Autofahrerin ist am Neujahrsmorgen gegen 8.50 Uhr bei einem Unfall auf der B96 zwischen Zossen und Neuhof schwer verletzt worden. Sie geriet ins Schleudern und prallte gegen einen Baum. Ein Rettungshubschrauber flog sie in ein Krankenhaus.

02.01.2018