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Das große Buddeln beginnt

Sommer-Baustellen in der Dahmeland-Fläming-Region Das große Buddeln beginnt

Eine Vielzahl von Sommerbaustellen sorgt bei den Autofahrern in der Region für Unmut. Einige Kommunen suchen sich gezielt die Sommerferien aus, um diverse Bauprojekte umzusetzen.

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Die Bergstraße in Wildau ist eine von vielen Baustellen in der Region während der Ferien.

Quelle: Foto: Anne Fischer

Dahmeland-Fläming. Ferienzeit ist Bauzeit. Auch in Dahmeland-Fläming. Wenn morgen die großen Sommerferien beginnen, werden in der Region mal wieder die Straßen aufgerissen, Radwege saniert und neuer Asphalt gegossen. Doch nicht nur die Kommunen legen sich während der reisearmen Zeit mächtig ins Zeug und verleihen ihren Straßen einen neuen Anstrich. Auch auf den Autobahnen wird gebaggert, was das Zeug hält.

„Die Ferienzeit ist für uns ein absolutes Highlight“, sagt Cornelia Mitschka vom Landesbetrieb Straßenwesen. „Dort können wir die etwas größeren Baustellen planen, die einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen“, so Mitschka. Messungen würden jedes Jahr aus Neue ergeben, dass während der großen Sommerferien weniger Verkehr auf den Straßen herrsche, als zu anderen Zeiten.

Der Landesbetrieb Straßenwesen existiert seit dem Jahr 2005 und ist für die Bundesautobahnen, Landstraßen und Bundesstraßen zuständig. Derzeit ist es vor allem die Berlin-Umrundung auf der A10, die die Straßenbauer auf Trab hält. In Richtung Potsdam dauern die Arbeiten noch bis Anfang August, erst wurde die eine Richtungs-Fahrbahn abgetragen, dann die andere. Es ist Art eine Salami-Taktik, die die Verkehrsplaner anwenden. Nicht alles auf einmal, sondern Stück für Stück, damit auch die Pendler zur Arbeit kommen, die keine Ferien haben. Generell, sagt Mitschka, sei während der sechswöchigen Ferienzeit deutlich weniger los auf den Straßen als sonst. In diesem Jahr seien aber nicht so viele Baustellen auf den Straßen geplant wie in den vergangenen Jahren.

Die geringe Zahl an Verkehrsteilnehmern nutzt auch die Stadt Wildau im Landkreis Dahme-Spreewald aus. Gleich mehrere Baustellenpläne liegen bei Wilfried Kolb, dem Baufachbereichsleiter, auf dem Tisch. „Auch bei uns ist spürbar weniger Verkehr als beispielsweise im Mai auf den Straßen unterwegs“, sagt der Fachbereichsleiter. Dies liege vor allem daran, dass es viele Ein- und Auspendler aus der Stadt gebe. „Wildau ist ein Arbeitsstandort“, sagt Kolb. „Es wird immer versucht, in den verkehrsarmen Zeiträumen zu bauen, damit so wenig Behinderungen wie möglich nötig sind.“ Seit Dienstag werde auf der Bergstraße der zweite Bauabschnitt realisiert. Zudem seien verschiedene Maßnahmen an den kommunalen Straßen zu bewerkstelligen, erklärt Kolb. Vereinzelt seien Hitzeschäden aufgetreten, aber auch Frostschäden aus dem vergangenen Winter müssten beseitigt werden.

In Königs Wusterhausen wird derzeit am Rad- und Gehweg zwischen Niederlehme und Ziegenhals gewerkelt. Zudem werden in Zeesen in der Puschkinstraße bald die Bagger anrücken und mit der Straßenerneuerung beginnen. Für Chaos könnte indes die Langzeitbaustelle an der Storkower Straße hinter dem Bahnhof sorgen. Dort ist ab Mitte Juli eine Vollsperrung geplant, die voraussichtlich bis Ende September andauern wird.

Drei Fragen an ...

René Klaus, Fachbereichsleiter Bauen in der Stadtverwaltung von Königs Wusterhausen.

MAZ: Wann beginnen die Planungen für die Baumaßnahmen im Sommer?

René Klaus: Die Rang- und Reihenfolge der Straßenbaumaßnahmen erfolgt auf der Grundlage eines Straßenausbaukonzeptes der jeweiligen Kommune. Die Planungen werden in der Regel über mehrere Jahre fortgeschrieben und entsprechend den Kapazitäten nach Beschluss der jeweiligen Haushaltssatzung mit finanziell verbindlicher Absicherung im ersten oder im zweiten Quartal öffentlich ausgeschrieben. Der privat finanzierte Anliegerstraßenbau folgt dabei allerdings anderen Regeln.

Welche Kriterien spielen bei den Überlegungen eine Rolle?

René Klaus: Bauvorhaben an gut frequentierten Straßen mit viel Personennahverkehr beeinträchtigen die Schülerbeförderung, dies wollen wir nach Möglichkeit ausschließen. Ebenso ist das Verkehrsaufkommen im Berufsverkehr in der Ferienzeit, vor allem in der Haupturlaubszeit, stark rückläufig. Dieses Zeitfenster wollen die Kommunen und Gemeinden nach Möglichkeit gut nutzen. Das ist aber nicht immer möglich, weil in Abstimmung mit anderen Straßenbaulastträgern nicht alle Bauvorhaben zeitgleich realisiert werden können.

Wieso ist die Ferienzeit für die Bauvorhaben eine besonders wichtige Zeit?

René Klaus: Die Sommermonate sind witterungsbedingt die günstigste Bauzeit des Jahres. Bauvorhaben in der Ferienzeit stellen für alle Verkehrsteilnehmer im Kommunalstraßenbereich die geringste Beeinträchtigung dar.

Interview: Marcel Jarjou

Keine Bauarbeiten während der Ferienzeit wird es in Zossen geben. Dort verhindert die kritische Haushaltslage der Stadt notwendige Baumaßnahmen.

In Luckenwalde hingegen drehen die Mühlen etwas langsamer. Speziell in den Sommerferien seien keine Großbaustellen geplant, sagt Dirk Ullrich, Abteilungsleiter Straßenbau in der Stadtverwaltung. „Wenn ich nur für die Sommerferien die Bauvorhaben ausschreibe, dann wird es teurer“, so Ullrich. Daher schreibe die Stadt Luckenwalde immer Bauaufträge für die Zeit zwischen Mai und September aus. Sie verlängere damit den Bauzeitraum, spare so zum einen hohe Kosten und verzichte so zum anderen auf die Ferienbaustellen. „Wir versuchen, in der bauschwachen Zeit im Winter die Aufträge für das kommende Jahr zu vergeben“, sagt der Abteilungsleiter. In der Regel hat das jährliche Bauvolumen von Luckenwalde einen Umfang von einer bis 1,5 Millionen Euro, sagt Ullrich.

Im benachbarten Ludwigsfelde stehen die Bagger ebenfalls in den Ferien still, die Stadt baut nicht. In der Kommune an der Autobahn führt der Landesbetrieb allerdings eine Baumaßnahme durch. Die Zossener Landstraße ist ab dem 20. Juli für drei Tage komplett gesperrt. Sie bekommt eine neue Fahrbahndecke. In Jüterbog startet Ende Juli die Großbaustelle an der Friedrich-Ebert-Straße. Sie ist auf ein Jahr angelegt.

Von Marcel Jarjour

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