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„Das waren 16 schöne Jahre“

Klausdorfer Karnevalspräsidentin gibt Ämter ab „Das waren 16 schöne Jahre“

Das Herz von Jeannette Pohl schlägt seit 16 Jahren für den Clausdorfer Karneval Verein 1984. Aber nun ist für sie Schluss mit lustig. In Kürze gibt die Vereinspräsidentin auf der Jahreshauptversammlung alle Ämter ab. „Alles hat seine Zeit“, begründet die 49-Jährige ihren Entschluss. Im MAZ-Interview blickt sie auf viele schöne, lustige und vor allem närrische Jahre zurück.

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Was wäre Karneval in Klausdorf ohne Sandra Reitz, die scheidende Präsidentin Jeannette Pohl, Sascha Gast und Isabell Friedrich (v.l.)?

Quelle: Pechhold

Klausdorf. Am Ende der laufenden Saison hängt Jeannette Pohl ihre Narrenkappe an den Nagel. Nach vielen schönen und vor allem lustigen Jahren sagt die 49-jährige Präsidentin ihrem Clausdorfer Karneval Verein 1984 (CKV) adé.

Am Aschermittwoch ist also alles vorbei?

Jeannette Pohl: Noch nicht ganz.

Wann dann?

Pohl: Auf der Jahreshauptversammlung Ende April. Da ziehe ich mich von all meinen Ämtern im Verein zurück.

Warum ist gerade jetzt Schluss mit lustig?

Pohl: Alles hat seine Zeit. Das waren 16 schöne Jahre, davon zwölf als Präsidentin.

Wann ist der närrische Funke übergesprungen?

Pohl: Nachdem der Verein 1984 gegründet worden war, fanden die Veranstaltungen in verschiedenen HO-Gaststätten statt. Dort habe ich hinter der Bar gestanden und auch am Rosenmontag ganz groß mitgefeiert. In der Saison 2000/2001 wurden die Weiberfastnacht und ein Jahr später der Zickenball ins Leben gerufen. Dafür hat man eine weibliche Büttenrednerin gesucht. Die Wahl fiel auf mich und seitdem bin ich aktiv dabei. Meine erste Büttenrede hieß übrigens „Mollig ist herrlich, mollig ist schön“.

Wie ging es weiter?

Pohl: Nach 20 Jahren haben sich die Gründungsväter des Clausdorfer Karneval Vereins 2004 dazu entschlossen, aufzuhören. Damals wurde ein neuer Vorstand gesucht. Warum auch immer die alten Herren unbedingt mich als Präsidentin haben wollten, das kann ich heute beim besten Willen nicht mehr sagen. Aber sie haben so lange nicht locker gelassen bis ich das närrische Zepter in die Hand genommen habe. Wobei ich mich sehr dagegen gewehrt habe. Immer wenn die Vereinsväter wieder einmal auf mich zukommen wollten, bin ich geflüchtet. Das hat aber alles nichts genutzt.

Widerstand war also zwecklos.

Pohl: Ja. Letzten Endes wollten doch alle, dass es mit dem Karneval in Klausdorf weitergeht. Und so habe ich das Ehrenamt als Präsidentin schließlich übernommen.

Wie hat sich der Verein seitdem entwickelt?

Pohl: Als ich Präsidentin wurde, gab es eine Karnevalskrise. Die Besucherzahlen waren rückläufig. Und manche Mitglieder waren vielleicht auch ein bisschen karnevalsmüde. Wir haben uns dann alle einen Ruck gegeben und einige organisatorische Abläufe verändert, fleißig trainiert und dann ging es auch wieder aufwärts. Am schönsten war 2014 die Veranstaltung anlässlich des 30. Gründungsjubiläums. Da hat für mich einfach alles gestimmt.

Was macht eine Präsidentin eigentlich?

Pohl: Sie sollte den Verein führen, in der Öffentlichkeit repräsentieren, Kontakte mit anderen Vereinen pflegen und natürlich das Publikum in der Gaststätte „Zur Heimat“ begeistern. Manchmal hat man auch die unangenehme Aufgabe, ein klares Wort zu sprechen, das vielleicht nicht jedem gefällt. Während der Sitzungen throne ich im Elferrat…

…und lassen es sich gut gehen…

Pohl: …und moderiere die Veranstaltungen.

Wie viele Veranstaltungen waren das in der laufenden Saison?

Pohl: Im November zwei und im Februar sieben. Übrigens habe ich in meinen 16  Jahren bei keiner CKV-Veranstaltung gefehlt.

Hut – pardon – Narrenkappe ab! Wie haben Sie in den vergangenen Jahren eigentlich Karneval, Familie und Beruf unter einen Hut bekommen?

Pohl : Das ist vom Prinzip her kein Problem, wenn es gut organisiert ist. Mein Mann Ralf ist kein Karnevalist, hat mich aber immer mit unterstützt und mein Engagement akzeptiert. Man ist ja doch einige Wochenenden im Jahr mit dem Karneval unterwegs. Unsere Tochter Theresa hat beim Kinderfasching angefangen zu tanzen und auch in der Kinderbütt gestanden. Später tanzte sie dann mit mir bei den Happy Sisters. Nun ist das Studium in Halle ihr Lebensmittelpunkt, und daher ist sie nicht mehr mit dabei.

Was erwarten Sie nach Ihrem Abtritt als Präsidentin auf der Jahreshauptversammlung?

Pohl: Dass man mich zur Ehrenpräsidentin wählt. Spaß beiseite. Das würde ich mir wirklich wünschen.

Darauf ein dreifach donnerndes Klausdorf – Helau!


Interview: Frank Pechhold

Von Frank Pechhold

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