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Datenbank für mögliche Asylbewerberheime

Landkreis prüft Angebote Datenbank für mögliche Asylbewerberheime

Der Landkreis Teltow-Fläming hat eine Datenbank angelegt, in der er Objekte für mögliche Flüchtlingsunterkünfte sammelt. Dann werde geprüft, ob die Gebäude geeignet sind, bevor man auf die Bürgermeister zugehe, so Sozialdezernentin Kirsten Gruske (Linke). Unterdessen wurde bekannt, dass in Jüterbog ein weiteres Flüchtlingsheim entsteht.

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Der frühere AOD-Sitz in Jüterbog wird Flüchtlingsheim.

Quelle: Burghardt

Jüterbog. Die Gebäude in der Großen Straße 72 in Jüterbog werden zurzeit für die Aufnahme von Flüchtlingen vorbereitet. In einer Anwohnerversammlung am 5. November wird der Kreis dazu genaue Auskünfte geben.

Jüterbog hat bereits zwei Übergangswohnheime, und zwar im Waldauer Weg (seit September 2014) und am Quellenhof (seit fünf Wochen). Dort ist Platz für 125 beziehungsweise 55 Menschen.

Damit hat die Stadt Jüterbog rein rechnerisch demnach ihren Anteil erfüllt. Nach der kreislichen Satzung richtet sich die Verteilung der Flüchtlinge nach der Anzahl der Einwohner. Das wären 170 Asylbewerber pro Jahr in Jüterbog. „Diese Mathematik funktioniert aber nur auf dem Papier“, sagt Kirsten Gurke, erste Beigeordnete und Sozialdezernentin beim Landkreis Teltow-Fläming. Es sei nicht vorhersehbar, wie sich der Flüchtlingsstrom entwickelt, außerdem ist mit längeren Aufenthalten in den Heimen zu rechnen, weil die Asylverfahren kompliziert sind oder Rechtsmittel eingelegt werden. Dass die Mittelzentren, wie Jüterbog eines ist, eine besondere Verantwortung gegenüber dem Umland haben, wo die Aufnahmemöglichkeiten begrenzt sind oder gar nicht bestehen, ist in jüngster Vergangenheit mehrfach bestätigt worden.

„Bürgermeister und Abgeordnete werden direkt informiert“, sagt Kirsten Gurske. Es seien inzwischen monatliche Treffen verabredet worden, um wegen der Flüchtlingssituation auf dem Laufenden zu bleiben. Zum Beispiel darüber, welche Unterkünfte in Frage kommen und welche nicht.

Fast täglich bekommt die Kreisverwaltung neue Angebote. Als Motive der Anbieter nennt sie sowohl Nächstenliebe als auch Kommerz. „Alle Vorschläge werden in einer Datenbank gesammelt und geprüft“, so Kirsten Gurske. Kriterien sind dabei der bauliche Zustand, der Sanierungsbedarf, die Platzkapazität, die Verkehrsanbindung und die Infrastruktur. „Dann gehen wir auf die Bürgermeister zu“, erklärt die Sozialdezernentin. „Alle haben die gleichen Informationen.“

Sobald ein Objekt bestätigt ist, wird nach einem Betreiber gesucht. Langwierige Ausschreibungsverfahren können inzwischen von sogenannten Interessenbekundungsverfahren ersetzt werden. Mit Hilfe eines Leistungskataloges können die Mindestanforderungen geklärt werden, dazu muss der Bewerber Referenzen vorweisen. In einigen Fällen ist der Kreis selbst Betreiber, zum Beispiel dort, wo er auch Eigentümer des Heimes ist.

In eigene Wohnungen können Flüchtlinge während ihres Asylverfahrens nur ziehen, wenn ein besonderer Grund vorliegt. Das wird extra beantragt und geprüft. Gründe dazu wären zum Beispiel eine Behinderung eines Familienmitglieds oder ein Kleinstkind.

Info: Die Anwohnerversammlung in Jüterbog findet am Donnerstag, dem 5. November, um 18 Uhr im Kulturquartier Mönchenkloster Jüterbog, Mönchenkirchplatz 4, statt.

Von Martina Burghardt

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