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„Dauerparker“ vor Discounter zahlen

Knöllchen vor dem Supermarkt „Dauerparker“ vor Discounter zahlen

Mit vollem Einkaufswagen aus dem Supermarkt und dann ein Knöllchen am Auto: Einige Penny- und Netto-Kunden in Ludwigsfelde sind sauer über das Vorgehen der Stadt. Denn plötzlich gibt es auf dem Kundenparkplatz nur eingeschränkte Parkmöglichkeiten. Wer länger als 90 Minuten braucht, der zahlt. Das Ordnungsamt verteidigt das Vorgehen.

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Ludwigsfelder Ordnungshüter auf dem Netto-Parkplatz.

Quelle: : Abromeit

Ludwigsfelde. Lisa S. ist stinkesauer – „Knöllchen von der Stadt hier auf dem Netto-Parkplatz? Seit wann gibt’s denn sowas?“ Der Mann vom Ordnungsamt Ludwigsfelde erklärt wie dieser Kundin jeden Tag Dutzende Male dasselbe: „Die ersten 14 Tage mit der Neuregelung haben wir Hinweiszettel verteilt und mit den Leuten geredet. Aber jetzt müssen wir durchgreifen. Dabei machen wir das schon mit viel Fingerspitzengefühl“, so der Außendienstler.

In der Kürze liegt die Würze

Anlass für die Knöllchen-Vergabe ist eine neue Beschilderung am Netto-Parkplatz Potsdamer Straße. Der wird auch von Ärztehaus-Mitarbeitern und Mietern genutzt, deren Wohnumfeld gerade erneuert wird. Seit kurzem ist dort aber nur noch kurzzeitiges Parken erlaubt. Die MAZ fragte Ordnungsamtsleiter Henry Nottrott, ob die Stadt auf Privatgelände an Supermärkten Knöllchen verteilen darf. „Ob Privat oder nicht, spiele keine Rolle“, erklärt Nottrott. „Entscheidend ist zweierlei: Ist eine Fläche nach Verkehrsrecht beschildert und ist sie für jedermann frei zugänglich.“ Sei das der Fall, gelte die Straßenverkehrsordnung. „Und die Stadt ist verpflichtet, deren Einhaltung zu kontrollieren.“ Sein Beispiel sei eine Tankstelle: Tagsüber ist sie zugänglich, dann gelte die Straßenverkehrsordnung. „Aber nachts hängt eine Kette davor, so dass nicht jeder rauffahren kann. Dann haftet man selbst für Unfälle, wenn man dort trotzdem ist und es passiert was“.

Parkplatz voll – aber kein Kunde

Netto habe ihn angesprochen, weil der Parkplatz voll war, aber im Laden kaum ein Kunde stand. „Ich habe selbst gesehen, dass in dem Moment ganze zwei Kunden drin waren“, sagt der Ordnungsamtschef. Er wehrt sich gegen den Vorwurf, die Stadt bereichere sich an den Bürgern. „Blödsinn, diese Arbeit bindet Kräfte, die woanders viel besser arbeiten könnten“, sagt Nottrott. „Natürlich sollen Geschäfte nicht Pleite gehen. Wir machen das wirklich nur auf Bitte von Grundstückseigentümern.“ Neben Netto hatten jüngst auch Penny und Getränke-Hoffmann den großen Parkplatz gegenüber dem Hochhaus neu beschildert.

Als Positiv-Erfahrung führt Nottrott das zeitbegrenzte Parken an der Post ins Feld: „Jahrelang haben wir uns gewundert, warum dort ein Geschäft nach dem anderen wieder dicht macht. Bis uns der Grundstückseigentümer das erklärt hat – es kommen keine Kunden, wenn sie wegen der Dauerparker keinen Platz finden.“ Seit der Begrenzung habe sich das Problem erledigt. Deshalb sei er überzeugt, auch bei Penny und Netto pegele sich die Situation ein. „Wenn sich das rumgesprochen hat, steht da keiner mehr länger als anderthalb Stunden“, so Nottrott. Die Alternative sei, dass Grundstückseigentümer Fahrzeuge abschleppen ließen.

Von Jutta Abromeit

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