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Debatte um abgeholzte Linde auf dem Boulevard

Luckenwalde Debatte um abgeholzte Linde auf dem Boulevard

Die Abholzung der großen Linde auf dem Boulevard, die im Zuge der Sanierung als einzige stehen bleiben sollte, lösteeine neuerliche Debatte aus. Grüne Politiker und die Bürgerinitiative protestieren gegen den Kahlschlag.

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Riss am Mauerwerk im Wurzelbereich des Baumes.

Quelle: Stadt Luckenwalde

Luckenwalde. Die Fällung der großen Linde auf dem Luckenwalder Boulevard, die im Zuge der Sanierung als einzige stehen bleiben sollte (die MAZ berichtete), hat in der Öffentlichkeit eine neuerliche Debatte ausgelöst. Nach einem Sturmschaden war der Baum am 1. September abgeholzt worden, weil er laut Stadt und einem Gutachter nicht mehr standsicher war.

Grüne kritisieren: „Mit Sägen schnelle Fakten geschaffen.“

Die Bündnisgrünen Teltow-Fläming verurteilen die Fällung der Linde. „Darauf hat die Stadtverwaltung offensichtlich geradezu gewartet“, erklären Ruth Wagner und Sabine Albrecht vom Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen, „den Baum zu erhalten, war ihr schon lange ein Dorn im Auge.“ In früher Morgenstunde seien mit Sägen schnelle Fakten geschaffen worden, während die Einwohner noch schliefen.

„Dank sei dem (Un-)Wetter und einem passenden Gutachter“, so Ruth Wagner, „der bescheinigt fehlende Standsicherheit und fehlende Alternativen von heute auf morgen.“ Naturschutz, Demokratie und politische Transparenz seien ein weiteres Mal auf der Strecke geblieben. „Die Luckenwalder haben einen anderen Umgang verdient“, fordern die Grünen.

Bürgerinitiative bezweifelt, dass Gefahr im Verzug war

Auch Ricarda Voigt äußert im Namen der Bürgerinitiative „Rettet die Bäume auf dem Boulevard“ ihr Unverständnis. „Mit der Behauptung, es wäre Gefahr im Verzug gewesen, wird man Bäume am einfachsten und schnellsten los“, erklärt sie. Im Nachhinein sei es schwierig, das Gegenteil zu beweisen. „Aus unserer Sicht sind Zweifel durchaus angebracht, da die Stadt von Anfang an gegen den Erhalt oder die Verpflanzung der Bäume war“, so Ricarda Voigt.

Sie weist darauf hin, dass es bislang nicht sicher sei, ob die Stadt die restlichen Bäume fällen darf. „Noch kämpf der BUND gerichtlich um die letzten 29 Bäume“, teilt sie mit. Das Oberverwaltungsgericht soll entscheiden, ob die zweireihig in gleichmäßigen Abständen gepflanzten Linden eine Allee sind.

Stadt belegt Schäden mit Gutachten

Vize-Bürgermeister Peter Mann versichert, „dass die Linde nur aus einem Grund gefällt wurde, wegen der nicht mehr gegebenen Standsicherheit nach dem Sturm und der sich hieraus ergebenen Gefahr im öffentlichen Raum“. Eine Kontrolle am 29. August habe „deutlich sichtbare Veränderungen an einem bereits vorhandenen Riss in der Mauer des Hochbeetes im Wurzelbereich des Baumes“ gezeigt. Nach einem visuellen Vergleich der Rissstelle aus dem Jahr 2013 und dem Foto vom 29. August 2016 habe sich der Spalt um zehn Prozent vergrößert.

Das Fazit aus dem Gutachten: „Der Baum hat sich am Standort augenscheinlich bewegt. Die Standsicherheit ist nicht mehr gewährleistet. Statisch wichtige Wurzeln sind bei dem extremen Witterungsereignis in ihrer Haltefähigkeit beeinträchtigt worden. Es besteht das unkalkulierbar große Risiko des Umstürzens des Baumes bei weiteren Starkwindereignissen.“

Von Elinor Wenke

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