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11:40 07.10.2016
Katechetin Heidemarie Glöge. Quelle: Margrit Hahn
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Luckenwalde

Heidemarie Glöge wird am 9. Oktober nach zehn Jahren als Katechetin aus dem aktiven Kirchendienst verabschiedet.

Die Katechetin und Predigerin wurde in Himmelsthür bei Hildesheim geboren. „Der Ortsname war vielleicht schon eine Vorbestimmung für mich. Ich bin so dicht dran gewesen, musste dann aber doch auf die Erde, weil es so viel zu tun gab“, sagt die 63-Jährige lachend. Als todkrankes Baby erhielt sie die Nottaufe, mit dem Spruch „Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“ Dieser Spruch hat sie stets begleitet.

Die Neugier am Religionsunterricht siegte

Da ihre Mutter alleinstehend und berufstätig war, wurde Heidemarie Glöge in der Woche im Kinderheim untergebracht. Im Alter von drei Jahren holten ihre Großeltern sie nach Luckenwalde. Mit Kirche hatten sie nicht viel am Hut. Als in der 1. Klasse die Katechetin Fräulein Klich vor der Schule stand, zögerte Heidemarie zuerst, denn ihre Großeltern hatten ihr verboten, mit jemandem mitzugehen. Doch die Neugier siegte. „Wir hatten damals kein Fernseher, und ich liebte Geschichten“, begründet Heidemarie Glöge ihre damalige Entscheidung.

1960 ging sie das erste Mal zum Kindergottesdienst in die Petrikirche. Die Großeltern duldeten es. Ärger gab es erst bei der Frage: Jugendweihe oder Konfirmation? Sie machte beides. Zur Konfirmation hatte die Mutter versprochen, ihr aus dem Westen ein Kleid zu schicken. Doch der Tag rückte näher und das Kleid kam nicht. Einen Tag vor der Feier bot ihre Freundin an, ihr ein Kleid zu leihen, das zum Glück auch passte. „Zwei Tage später kam das Kleid an. Lustiger Weise sah es fast genauso aus, wie das geliehene von meiner Freundin“, berichtet Heidemarie Glöge.

Geliehenes Kleid zur Konfirmation

Nachdem sie in der 8. Klasse von ihrem Schuldirektor erfuhr, dass sie trotz guter Zensuren kein Abitur machen dürfe, entschied sie sich, Krankenschwester zu werden. Nach der Ausbildung blieb sie fünf Jahre im Luckenwalder Krankenhaus und war dann als Betriebsschwester in verschiedenen Luckenwalder Betrieben wie Volltuch, Beschläge und Kontaktbauelemente tätig.

Die Petrikirche in Luckenwalde. Quelle: Margrit Hahn

Nach der Geburt ihrer beiden Kinder arbeitete sie als Gemeindegehilfin beim Pfarrer. Sie nahm ein Studium zur Gemeindepädagogin auf und gab an Luckenwalder Schulen Religionsunterricht. „Das war schwierig, denn es gab seitens der Schulen wenig Unterstützung, dafür aber viele Vorurteile“, sagt die 63-Jährige. Sie hat sich nie unterkriegen lassen und ist mit den Aufgaben gewachsen. 2006 wurde sie zur Predigerin berufen und war von da an zu 50 Prozent für die Landeskirchliche Gemeinschaft und zu 50 Prozent für die Kirchengemeinde tätig. „Dass war schon Stress, vor allem an Feiertagen, wenn man überall zur gleichen Zeit sein sollte“, fügt sie hinzu.

Langeweile im Ruhestand ist nicht zu befürchten

Ihre Tätigkeit als Katechetin beendet sie jetzt. Predigerin bleibt sie noch zwei Jahre. Dass es langweilig werden könnte, ist nicht zu befürchten, dafür ist Heidemarie Glöge viel zu quirlig, selbst wenn sie gesundheitlich etwas eingeschränkt ist. Sie spielt im Zupforchester und kümmert sich um alte Menschen. Da kommt der erlernte Pflegeberuf zum Vorschein.

Info: Der Abschiedsgottesdienst für Heidemarie Glöge findet am 9.Oktober um 14 Uhr in der Petrikirche statt.

Von Margrit Hahn

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