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Teltow-Fläming Demo für Dabendorfer Gesamtschule
Lokales Teltow-Fläming Demo für Dabendorfer Gesamtschule
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00:30 31.05.2015
Vor der Bühne auf dem Baufeld für die neue Dabendorfer Gesamtschule demonstrierten Schüler, Lehrer, Eltern, Kommunalpolitiker.  Quelle:  Pechhold
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Dabendorf

 „Wenn unsere Schule eine Hose wäre, würde sie aus allen Nähten platzen.“ Treffend drückte dieses Schüler-Transparent aus, worum es am Donnerstag auf der Protestkundgebung ging. Dabendorf braucht eine neue Gesamtschule für bis zu 1000 Schüler. Darüber waren sich die weit mehr als 400  Demonstranten einig. Streitpunkt bleibt die Finanzierung des 38 -Millionen-Euro-Projektes.

„Hier sind die Stadt Zossen und die Kommunalaufsicht als Genehmigungsbehörde gefragt“, sagte der Kreistagsabgeordnete Lutz Lehmann (CDU). Er nahm vor der Demo an einer Führung in dem 1985 gebauten Schulgebäude teil. Abiturient Christoph Höhn zeigte den Gästen den Physikraum. „Da habe ich vorne in der ersten Reihe so dicht an der Tafel gesessen, dass ich nicht alles lesen konnte“, sagte der Sperenberger. Die Thyrowerin Inken Klinkhammer kritisierte den im Keller untergebrachten, mit Wasserohren an der Decke durchzogenen Speiseraum. „Anfangs haben meine beiden Kinder noch Mittag gegessen“, sagte die Vorsitzende der Schulkonferenz, aber bald sei ihnen der Appetit vergangen, weil der Raum „zu laut und einfach nicht schön ist“. Lisa May­er aus Groß Machnow zeigte die aus Platzgründen in den Keller verlagerte, düstere Bibliothek.

Kurz nach dem Rundgang begann die Demo auf dem Baufeld für die neue Schule. Dort sagte Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B), dass Schulleiter Dirk Zobywalski nicht wie geplant reden dürfe, weil sich eine Stadtverordnete an das Staatliche Schulamt gewandt habe. Darauf hin habe man Zobywalski nahe gelegt, nicht auf der Veranstaltung zu sprechen, weil die Bürgermeisterin dazu eingeladen habe.

Zwölftklässler Yannick Wiesner schilderte die teilweise katastrophalen Verhältnisse an der Schule. Ein großes Manko seien die fehlenden Fachräume. „Wir haben engagierte und motivierte Lehrer“, sagte der Zossener: „Aber auch die sind wegen der äußeren Umstände am Limit.“

Auch deshalb forderte Lehrerin Kathrin Konrad Bildungsminister Günter Baaske (SPD), Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) und Bürgermeisterin Schreiber auf: „Setzen Sie sich zusammen und lösen sie das Problem!“

 Landrätin Wehlan sagte, dass es ein vielleicht deutschlandweit einmaliger Akt sei, dass eine Bürgermeisterin zu einer Protestveranstaltung gegen die untere Landesbehörde – sprich Kommunalaufsicht – aufrufe. Und zwar „weil sie partout nicht bereit ist, ihre Hausaufgaben im Zusammenhang mit dem Schulneubau nach Recht und Gesetz zu erledigen“. Sie machte außerdem ihre Bedenken gegen die Pläne der Stadtverwaltung deutlich: So wies sie darauf hin, dass die Nutzungsfläche des Neubau der Gesamtschule rund 1468 Quadratmeter – das sind 30 Prozent – über den Empfehlungen des Landes Brandenburg liege. Weiterhin berge die angestrebte Sechs-Zügigkeit in der Sekundarstufe I die Gefahr, andere Oberschulstandorte wie den in Wünsdorf zu schwächen. Gefahren sieht die Landrätin auch für den Haushalt der Stadt: Zossen würde wegen des für die Schule benötigten Kredites bis zum Jahr 2018 auf Gesamtschulden in Höhe von rund 33,6 Millionen Euro kommen.

Der Stadtverordnete Andreas Noack (Plan B) sagte angesichts des Zustandes des Altbaus, man wolle „keine Käfighaltung für Kinder, sondern eine Schule mit vernünftigen Bedingungen für 1000 Schüler und deren Lehrer.“ Carsten Preuß (Linke) sagte, dass auch seine Fraktion für den Schulneubau sei. Aber der dafür benötigte Kredit von gut 38 Millionen Euro würde die Stadt über 20 Jahre belasten.

Von Frank Pechhold

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