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Teltow-Fläming Demo gegen acht geplante Windkraftanlagen
Lokales Teltow-Fläming Demo gegen acht geplante Windkraftanlagen
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06:03 12.09.2017
Bei der Demo vor dem Zossener Hotel „Berlin“ machten rund 90 Bürger Montag ihrem Unmut über die zwischen Glienick und Werben geplanten acht Windräder Luft. Quelle: foto: Frank Pechhold
Zossen

„Eure Profitgier zerstört unseren Lebensraum!“ „Keine Windkraftanlage im Wasserschutzgebiet!“ „Hier gibt’s Gegenwind!“ Mit so drastisch formulierten Transparenten, Trillerpfeifen und Tuten protestierten Montag rund 90 Bürger in Zossen gegen den geplanten Bau von acht Windkraftanlagen auf einem Acker zwischen Glienick und Werben. Zu der Demo vor dem Hotel Berlin hatte der Ortsbeirat Glienick aufgerufen. Drinnen fand auf Einladung des Landesamtes für Umwelt ein nicht öffentlicher Untersuchungstermin statt.

Ohrenbetäubender Protestlärm hallte fast allen Behörden- und Firmenvertretern beim Betreten der Tagungsstätte entgegen. Nur Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) wurde mit Beifall empfangen. Schreiber zufolge versuchten Planer schon seit Jahren, gegen den Willen der Stadt die Flächen rechts und links der Straße zwischen Glienick und Werben mit Windkraftanlagen zu bestücken. Bei dem aktuellen Projekt solle es sich um 234 Meter hohe Anlagen vom Typ Vestas V 136 handeln. Dabei wiesen sowohl der gültige Flächennutzungsplan der Stadt als auch der bestehende Regionalplan für diesen Bereich keine Windeignungsgebiete aus. Deshalb gehe sie davon aus, dass alles, was bis her gelaufen ist, rechtswidrig sei, so Schreiber. Die Stadt werde alle politischen und rechtlichen Schritte gehen, um das Vorhaben zu verhindern.

Stadtverordnete kritisieren Investoren

„Es ist eine Frechheit, dass die Veranstaltung nicht öffentlich ist und der Glienicker Ortsbeirat keinen Zutritt hat“, sagte der Werbener Martin Kurth. Auf diese Weise lasse man die Bevölkerung im Dunkeln. Er wisse nur, dass acht Windkraftanlagen auf dem Acker der Berliner Stadtgüter geplant seien. „Sechs bei uns und zwei in Schünow.“ Kurth zufolge betrage der Abstand der Windräder zu den ersten Wohnhäusern gerade mal 1000 Meter.

„Vorschriften, Menschen, Abstände zur Wohnbebauung und unser genehmigter Flächennutzungsplan interessieren die Investoren überhaupt nicht“, so der Stadtverordnete Hermann Kühnapfel (CDU). „Das regt uns so auf!“ Zossen habe ein Windeignungsgebiet festgelegt, so der Stadtverordnete Sven Reimer (CDU). Dort solle man die Windräder aufstellen.

Planer und Investoren erwägen ausführliche Information der Bürger

„Von Glienick aus sollen Windräder bis Werben, Schünow und Christinendorf aufgestellt werden“, so der Glienicker Ortsvorsteher Stefan Christ (CDU). Einerseits kassiere der Staat für die Aufstellung der Anlagen Geld, andererseits profitierten die Her- und Aufsteller von staatlichen Fördertöpfen. „Und die Bürger sind die Dummen!“ Die Glienicker seien dafür, dass diese Windkraftanlagen nicht gebaut werden, so Waltraud Kühn.

Daniela Schmidt vom Eckernförder Planungsbüro „Plan 8“ sagte der MAZ, man denke mit den Investoren darüber nach, im Laufe dieser Woche ausführlich über das Windkraft-Projekt zu informieren.

Von Frank Pechhold

Der Fotograf Norbert Vogel lebt und arbeitet in Eichwalde. Seite Fotografien erzählen Geschichten von Menschen und Orten. Im Oktober dieses Jahres erscheint von Vogel bei Lehmstedt ein Buch mit dem Titel „Leipziger Landschaften“.

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