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Demografischer Wandel trifft die Feuerwehr

Sorge um die Einsatzbereitschaft Demografischer Wandel trifft die Feuerwehr

Lange wurde über die Gefahren des demografischen Wandels gesprochen. Bei den Feuerwehren in der Gemeinde Niederer Fläming ist die Überalterung längst Realität. Zunehmend kämpfen sie mit der ständig sinkenden Zahl einsatzbereiter Kameraden.

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Diesen brennenden Traktor konnten die Kameraden im vergangenen Jahr nicht mehr retten.

Quelle: Privat

Lichterfelde. Der Nachwuchsgewinnung gilt unsere größte Aufmerksamkeit“, sagt Nico Rudolph, der im November als neuer Gemeindebrandmeister von Niederer Fläming ernannt wurde. Mit einem ersten Rückblick zieht der 32-Jährige, der hauptberuflich bei der Berliner Feuerwehr arbeitet, nun eine Bilanz der zahlreichen Herausforderungen, vor denen die Kameraden der insgesamt 14 in der Gemeinde existierenden Wehren im zurückliegenden Jahr standen.

Brände, Unfälle, Sturmschäden

35 Mal eilten die Kameraden anderen Menschen zur Hilfe oder retteten Sachgüter. Nur 11 Einsätze davon galten Bränden, wovon sieben als Großbrand eingestuft wurden. 24 Mal rückten die Helfer in ihren blau-orangefarbenen Uniformen zur technischen Hilfestellung nach Verkehrsunfällen und zur Beseitigung von Sturmschäden aus. Vier Einsätze entpuppten sich beim Eintreffen am vermeintlichen Unglücksort als Fehlalarm.

Hintergrund

Nur 14 der insgesamt 23 Ortsteile der Gemeinde Niederer Fläming verfügen derzeit über eine eigene Wehr. Die Tendenz ist sinkend. Immer mehr kleinere Wehren werden deshalb zusammengelegt.

Mangels Personal sind die wenigsten Wehren rund um die Uhr einsatzfähig. Lediglich die Feuerwehren in Hohenseefeld, Gräfendorf und Meinsdorf sind 365 Tage im Jahr 24 Stunden lang einsatzbereit.

Das Durchschnittsalter der Kameraden liegt zwischen 45 und 50 Jahren. Laut Vorschrift endet die aktive Dienstzeit mit 65 Jahren. Dass ältere Kameraden mit zu Einsätzen fahren (müssen) und sogar Führungspositionen bekleiden, ist dennoch gängige Praxis.

Der demografische Wandel erweist sich angesichts der hohen Einsatzzahlen als größtes Problem. „Nur in den wenigsten Orten gibt es eine Jugendwehr. Wenn Kameraden aus Alters- oder beruflichen Gründen ausscheiden, gibt es niemanden, der nachrücken kann“, sagt Rudolph, der bislang Chef der Hohenseefelder Wehr war, deren Jugendarbeit als beispielhaft gilt.

Kleine Wehren fusionieren

Eine Möglichkeit, der Personalnot zu begegnen, ist die Zusammenlegung kleinerer Wehren. „Das geht natürlich nur, wenn es von den Kameraden auch gewollt ist“, sagt Bürgermeister David Kaluza (parteilos). „So etwas mit der Brechstange zu machen, verärgert nur die Kameraden und schadet am Ende mehr, als dass es nützt.“

Angedacht ist derzeit die Zusammenlegung der personell vergleichsweise gut ausgestatteten Wehr in Meinsdorf und der Weißener Wehr, die derzeit führungslos ist. Auch Bärwalde und Rhinow, die beide keine Wehrführung besitzen, müssen über eine Zusammenlegung nachdenken. Die Bereitschaft dafür zu wecken, sehen Bürgermeister und Gemeindebrandmeister als Daueraufgabe.

Investitionen in Fahrzeuge und Löschwasserreservoire

Zu den größten Investitionen im Bereich der Gemeindewehren gehörte im vergangenen Jahr die 10 000 Euro teure Anschaffung eines Mannschaftstransportwagens (MTW), dessen Kosten und Nutzung sich Wehr und Gemeindeverwaltung teilen. Ein Programm zum Anlegen dringend benötigter neuer Löschwasserbrunnen in Herbersdorf, Höfgen und Gräfendorf wurde gestartet und soll bis Ende 2016 abgeschlossen sein. Auch der künstliche Löschwasserteich im Hohenseefelder Gewerbegebiet ist in die Jahre gekommen und muss dringend erneuert werden.

Ganz oben auf Rudolphs Prioritätenliste steht die Anschaffung einer Wärmebildkamera, mit der sich Personen in brennenden Gebäuden lokalisieren lassen. Fünfeinhalb Tausend Euro sind hierfür fällig.

Von Uwe Klemens

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