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Demonstration der Flughöhen

Diskussion über Fluglärm rund um den Landeplatz Schönhagen Demonstration der Flughöhen

Immer wieder gibt es Interessenkonflikte zwischen den Piloten vom Flugplatz Schönhagen und den Anwohnern der überflogenen Ortschaften. Am Wochenende kamen beide Seiten ins Gespräch.

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Flugexperten und Anwohner in Hennickendorf im Gespräch.

Quelle: Elinor Wenke

Hennickendorf. Wie es sich anhört, wenn ein Flugzeug direkt über das Dorf fliegt, hat der Flugplatz Schönhagen absichtlich einmal vorgeführt. Flugplatz und Anwohnerbeirat hatten zu einer Überflughöhen-Demonstration eingeladen, um Flughöhen vom Boden aus besser beurteilen zu können. Oft gibt es Beschwerden von Anwohnern, Flugzeuge würden zu oft und zu tief über ihre Häuser fliegen. Die Ortschaften Hennickendorf, Ahrensdorf und Kliestow wurden daher am Sonnabend in verschiedenen Höhen überflogen. Am Boden konnten Anwohner bei den Piloten ihre Sorgen loswerden.

Schon bevor sich der erste Flieger über Hennickendorf zeigte, war die Stimmung aufgeheizt. „Ich bezahle Steuergeld dafür, dass mir am Sonntag diese alten Kaffeemühlen über den Kopf fliegen“, empörte sich Uwe Jürgen. Er spielte darauf an, dass der Flugplatz Schönhagen jedes Jahr mit einer sechsstelligen Summe subventioniert wird. „Ich darf sonntags nicht Rasen mähen, aber die Flieger brummen herum“, monierte er.

Andere Bewohner relativierten die empfundenen Belästigungen. „Ich bin tagsüber nicht zu Hause, so halten sich Störungen in Grenzen“, sagte Frank Letz. „Ich habe früher in der Einflugschneise zum Flughafen Tempelhof gewohnt, Hennickendorf ist dagegen ruhig“, erklärte Stefan Reise. Er befürchtet eher mehr Flugverkehr über der Region, wenn der BER in Schönefeld fertig ist. Christoph Geilen hatte kürzlich zwei tieffliegende Düsenflugzeuge beobachtet. „Wenn man gerade die Pferde auf die Weide bringt, ist das heftig“, sagte er. Ortsvorsteher Günter Ziehe bemühte sich um Einvernehmen. „Wir müssen das gegenseitige Verständnis zwischen Anwohnern und Flugplatz verbessern“, sagte er.

Der Verkehrslandeplatz Schönhagen

Der Flugplatz Schönhagen zählt rund 45 000 Flugbewegungen im Jahr.

Am Wochenende gibt es im Durchschnitt 130 Starts und Landungen. An Spitzentagen, meist freitags, sind 400 bis 500 Flugbewegungen möglich.

Der Verkehrslandeplatz Schönhagen erhält jährlich 600 000 Euro Zuschuss für Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge. Die rein unternehmerischen Tätigkeiten werden laut Flugplatzchef Klaus-Jürgen Schwahn nicht öffentlich gefördert.

Das Flugzeug kreiste in einer Höhe von 1000 Fuß (etwa 300 Meter – Höhe für die Platzrunde), in 500 Fuß „über Grund“ (der Mindesthöhe) und in 2000 Fuß (der normalen Reisehöhe). Den Fragen stellten sich am Boden tapfer die Piloten Joachim Paul und Peter Barczynski und später auch Flugplatzchef Klaus-Jürgen Schwahn. „Nicht alles, was stört, ist illegal“, gab Barczynski zu bedenken. Wenn ein Flugzeug in 500 Fuß Höhe über das Dorf fliege, sei das zwar lästig, aber erlaubt. „In unserer Flugschule mahnen wir die Piloten zur Rücksicht“, versicherte er. Die Anwohner interessierte viel mehr die Zahl der Verstöße. Doch da musste Schwahn passen: „Sie werden von der Oberen Luftfahrtbehörde geahndet, aber darüber erhalten wir keine Auskunft.“

Von Elinor Wenke

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