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Demos: Pro und Contra Asyl in Jüterbog

Flüchtlingspolitik Demos: Pro und Contra Asyl in Jüterbog

In Jüterbog wird es nun auch einen sogenannten Abendspaziergang geben – ein Protest gegen die gegenwärtige Asylpolitik. Es kursieren entsprechende Flyer. Hinter dem Aufruf steckt offenbar ein führender Kopf der rechtsextremen NPD. Doch ganz ohne Widerstand bleibt die Aktion in Jüterbog auf dem städtischen Markt nicht.

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„Wir lassen uns nicht ausspielen – keine Bühne für Nazis“ heißt es am Sonnabend ab 18.30 Uhr auf dem Jüterboger Markt.

Quelle: MAZ

Jüterbog. Bei dem für kommende Woche angekündigten „Abendspaziergang“ in Jüterbog handelt es sich offenbar um eine Veranstaltung aus dem Dunstkreis der rechtsextremen NPD. In der Stadt kursieren derzeit Flyer, die mit der Zeile „Nein zum Asylwahn, Ja zu Jüterbog“ zur Teilnahme an einer Veranstaltung auf dem Bahnhofsvorplatz aufrufen.

In einer Version des Flyers zeichnet Maik Schneider als Verantwortlicher im Sinne des Presserechts. Kenner der Szene gehen davon aus, dass es sich um einen NPD-Stadtverordneten aus dem havelländischen Nauen handelt. Für die MAZ war Schneider nicht zu erreichen. Der SPD-Politiker Erik Stohn hat jedenfalls bereits eine Gegendemonstration auf dem Marktplatz unter dem Titel „Wir lassen uns nicht ausspielen – keine Bühne für Nazis“ angemeldet. Beide Veranstaltungen finden am 20. November abends statt.

Das Spiel „mit verdeckten Karten“

„Die NPD versucht hier offensichtlich mit verdeckten Karten zu spielen, um Anhänger zu gewinnen, die sich mit der Partei sonst niemals gemeinmachen würden“, sagt Stohn auf MAZ-Nachfrage, „wir brauchen ein klares Signal, dass rechte Hetze in Jüterbog keinen Platz hat.“ Er befürchtet, dass zu dem „Abendspaziergang“ Rechtsextremisten aus ganz Brandenburg und Berlin anreisen werden. „Aber wir sind zuversichtlich, dass wir genügend Leute zusammenbekommen und die Rechten schnell wieder verschwinden, weil sie merken, dass sie in Jüterbog keine Aufmerksamkeit bekommen“, so Erik Stohn weiter. Unterstützt wird die Gegenveranstaltung auch vom Jüterboger Pfarrer Bernhard Gutsche.

Beteiligt sich der Bürgermeister an der Gegendemonstration?

Arne Raue, der parteilose Bürgermeister von Jüterbog, stellt sich ebenfalls klar gegen den asylkritischen „Abendspaziergang“. Es handle sich dabei offenbar um eine NPD-Veranstaltung, schreibt Raue auf seiner Facebook-Seite: „Ich kann nur auffordern, diese zu meiden. Nichts ist für diese Kräfte schlimmer, als ignoriert zu werden.“ Ob Raue sich an der Gegenveranstaltung beteiligen wird, ist bislang unklar.

Die zuständige Polizeidirektion West rechnet für beide Veranstaltungen mit einem friedlichem Verlauf. Zu dem „Abendspaziergang“ sind 50 Teilnehmer angekündigt, zur Gegenveranstaltung 150. In den vergangenen Wochen hatte es schon in anderen Orten in Brandenburg immer wieder „Abendspaziergänge“ gegen die Asylpolitik gegeben, so in Rathenow, Oranienburg und Rheinsberg. Die NPD trat dabei bislang nicht als Veranstalterin in Erscheinung.

Von Martin Küper

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