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Den Ortswehren fehlen Feuerwehrleute

Niedergörsdorf Den Ortswehren fehlen Feuerwehrleute

Alle fünf Jahre sind die Gemeinden angehalten ihren Gefahrenabwehrbedarfsplan zu aktualisieren. Auf kommunaler Ebene betrifft das hauptsächlich die Feuerwehren. Kleine Gemeinden wie in Niedergörsdorf fällt es seit jeher besonders schwer, die empfohlenen Soll-Werte zu erreichen. Die Nachwuchsarbeit ist dabei nicht einmal das größte Problem.

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Die Feuerwehr in Niedergörsdorf braucht mehr Einsatzkräfte.

Quelle: Josefine Sack

Niedergörsdorf. Eine leichte Tendenz zum Positiven konnten die Feuerwehren in der Gemeinde Niedergörsdorf in den vergangenen Jahren verzeichnen. Das teilten Gemeindewehrführer Reinhard Kohl, seine Stellvertreter und das Bauamt kürzlich mit. Derzeit wird der kommunale Gefahrenabwehrbedarfsplan aktualisiert. In diesem Zuge werden immer wieder die Schwachpunkte der Brandschutzbekämpfung in der Gemeinde deutlich. Denn wie schon zur Erstellung des Plans im Jahr 2010 fehlt es auch heute noch an einsatzbereiten Feuerwehrleuten.

Genügend Fahrzeuge, aber zu wenige Brandschützer

Der Gefahrenabwehrbedarfsplan ist ein Resultat aus der Gefahren- und Risikoanalyse, die die Gemeinde in regelmäßigen Abständen auf den neuesten Stand bringen muss. Auf ihr baut die Zahl der notwendigen Technik und des Personals der Feuerwehr auf. Bezüglich des erforderlichen Fahrzeugbestandes ist die Gemeinde laut Bauamt gut aufgestellt. „Dieser muss allerdings mit Personal ausgestattet werden“, erklärte Bauamtsleiterin Claudia Neumann. „Besonders am Tag ergeben sich hier Defizite“, ergänzte sie.

Gemeindebrandmeister Reinhard Kohl

Gemeindebrandmeister Reinhard Kohl.

Quelle: Josefine Sack

Vom Soll für die gewünschte Doppelbesetzung aller Stellen sind die Wehren der Gemeinde ein gutes Stück entfernt. 247 aktive Mitglieder gibt es zur Zeit. Der Soll-Wert liegt bei 282. „Die einfache Besetzung von 141 Kameraden zu erreichen, wäre sicherlich kein Problem“, sagte Neumann, „eine doppelte Besetzung wird schwierig.“

Atemschutzgeräteträger sind Mangelware

Problematisch ist vor allem die personelle Lage bei speziellen Ausbildungen. Claudia Neumann nennt die Atemschutzgeräteträger (AGT) als Beispiel. „Die 40 zur Verfügung stehenden Geräte am Tage zu besetzen, ist ein besonders schwieriges Feld“, sagte sie. Nachts stünden dafür zwar genügend ausgebildete Feuerwehrmänner parat, jedoch sinkt die Zahl der einsatzbereiten Atemschutzgeräteträger wegen der Berufstätigkeit der Ehrenamtler tagsüber auf 13. Von der gewünschten Doppelbesetzung mit 80 Spezialkräften, kann man in der Gemeinde nur träumen. Ähnlich gestaltet sich die Situation bei den Maschinisten.

Gemeinde fördert Lkw-Führerschein

Die Gemeinde sucht nach Anreizen für den Dienst bei der Feuerwehr. Schon heute beteiligt sie sich an den Kosten, wenn regionale Betriebe ihren Angestellten, die gleichzeitig freiwillige Brandschützer sind, einen Führerschein für größere Fahrzeuge ermöglichen. Die geringe Anzahl an Feuerwehrleuten mit Lkw-Führerschein war schon vor sechs Jahren ein Problem. „Außerdem dürfen wir die Nachwuchsgewinnung nicht außer Acht lassen“, sagte Claudia Neumann. Derzeit sind fast 100 Jugendliche in den Ortswehren aktiv.

Hintergrund

Im Gefahrenabwehrbedarfsplan werden Naturereignisse, Großunfälle, Brände und Gefahren durch die Entsorgung von Altlasten oder durch Biogasanlagen bedacht.

Jede Gefahr wird einer Risikoklasse zugeteilt. Diese ist in Niedergörsdorf bezüglich Transportunfällen wegen des Bahnverkehrs sehr hoch.

Zudem wird eine Ausrüstungsstufe festegelegt, die den nötigen Fahrzeug- und Personalbestand bestimmt.

Geplant wird zudem mit finanziellen Mitteln. Über 200 000 Euro will die Gemeinde jährlich in den nächsten fünf Jahren investieren, beispielsweise für neue Löschwasserbrunnen. Je 15 000 Euro sind dafür pro Jahr eingeplant. Die ersten Brunnen sollen in Dalichow, Mellnsdorf und Bochow entstehen. Außerdem erhält die Blönsdorfer Wehr 2018 ein neues Fahrzeug. Weiterhin wird regelmäßig in neue Schutzausrüstungen investiert.

Von Victoria Barnack

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