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„Den Verein wird es weiter geben“

Interview mit der Lukiss-Vorsitzenden Monika Balzer „Den Verein wird es weiter geben“

Der Streit in der Ludwigsfelder Selbsthilfe-Organisation Lukiss ist überwunden, sagt die Vereinsvorsitzende Monika Balzer im MAZ-Interview. Allerdings sind nur noch 13 der einstmals 28 Selbsthilfegruppen in der Stadt Mitglied bei Lukiss. Trotzdem sieht die Vorsitzende ihren Verein auf einem guten Weg.

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Die Lukiss-Vorsitzende Monika Balzer

Quelle: Mike Jentsch

Ludwigsfelde. Wie geht es bei Lukiss weiter, der Ludwigsfelder Kontakt- und Informationsstätte für Selbsthilfe/Selbsthilfegruppen? Nach Querelen 2014 machen einige der zeitweilig 28 Selbsthilfegruppen (SHG) in der Stadt allein weiter, nicht mehr unter dem Vereinsdach von Lukiss. Die Vereinsgründerin und Vorsitzende Monika Balzer (70) sieht den Streit nun als beendet an.

MAZ: Für wie viele Selbsthilfegruppen ist Lukiss jetzt noch zuständig?

Monika Balzer: Wir koordinieren jetzt noch 13 Gruppen. Wobei wir in Spitzenzeiten bis zu zehn Gruppen Depression hatten.

Was ist mit den ausgetretenen Parkinsonkranken und Alkoholikern?

Balzer: Menschen, die an Parkinson erkrankt sind oder als Alkoholiker Hilfe suchen, bekommen im Waldhaus weiter fundiert Hilfe. Die Gruppen haben starke Sprecher und sind selbst sehr gut organisiert.

Woher kam eigentlich die Lukiss-Aversion?

Balzer: Verein und Vorstand hatten sich nicht auf einen Kettenarbeitsvertrag eingelassen. Der Verein hat nicht das Geld, dauerhaft eine feste Stelle zu bezahlen. Je länger eine Arbeit dauert, je länger sind Kündigungsfrist und andere arbeitsrechtliche Dinge und irgendwann fällt die Förderung weg. Wir wissen ja nie, ob von Krankenkasse und Kreis weiter Förderzusagen kommen. Zudem müssen wir einen Zuschuss von der Stadt stets beantragen. Wenn der Haushaltsbeschluss noch aussteht, müssen wir einen vorzeitigen Zuschuss beantragen. Hinzu kommt, dass die Stadtverordneten diesen Zuschuss nicht gewähren müssen, eine Kommune hat auch ihre Zwänge.

Ist die Stelle von Antje Jokel, deren Weggang den ganzen Streit ausgelöst hatte, denn inzwischen neu besetzt?

Balzer: Noch nicht, obwohl der Stadtetat beschlossen ist. Zurzeit berät das Sachgebiet Soziales die Beschlussvorlage für die Stadtverordneten.

Und ohne diese Stelle?

Balzer: Wäre die Kontaktstelle nicht aufrecht zu erhalten, das geht ehrenamtlich einfach nicht.

Ist damit der Verein Lukiss in Gefahr?

Balzer: Den Verein wird es weiter geben. Er war ja gegründet worden als juristische Person für die Kontaktstelle. Wir haben in der Stadt so viele chronisch Kranke und Behinderte, die eine permanente Anlaufstelle brauchen. 2008 mit der Vereinsgründung hatten wir auch die Aufgaben des Behindertenrates übernommen.

Was hat sich seitdem geändert?

Balzer: Wir haben zum Beispiel in der Stadt keinen Supermarkt mehr, der für Rollstuhlfahrer unzugänglich ist. Überall, wo es am Eingang Drehkreuze gab, haben wir insistiert. Erreicht haben wir zum Beispiel die schräge Auffahrt am Klubhaus oder den Fahrstuhl am Mittelganghaus, die Klingeln an den Eingängen zur Barmer oder zur Polizei, wo es Zugang nur über Treppen gab und die für Behinderte damit unerreichbar waren.

Sie laden Lukiss-Gruppensprecher zu Fortbildungen ein. Lernen Sie als ehemalige Jugendamtsleiterin des Kreises und als Ex-Geschäftsführerin des Märkischen Kinderdorfes Ludwigsfelde dabei auch noch was?

Balzer: Immer. Es sind die verschiedenen Sichtweisen, die einem neue Horizonte eröffnen. Zum Beispiel jüngst bei einem Seminar „Kommunikation ohne Missverständnisse“.

Heißt das, die Querelen bei Lukiss sind jetzt zu Ende?

Balzer: Die SHGs, die jetzt noch bei Lukiss sind, wollen in dieser Form der Trägerschaft miteinander weitermachen und hoffen natürlich, dass die fehlende Stelle so schnell wie möglich wieder besetzt wird. Wir haben zum Beispiel SHG-Anfragen von Hörgeschädigten, Suchtkranken oder Leuten, die eine Krebserkrankung hinter sich haben.

Von Jutta Abromeit

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