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Denkmal-Abriss erlaubt

Wohnhaus in Jüterbogs Altstadt soll weichen Denkmal-Abriss erlaubt

Der Aufwand, das Haus in der Jüterboger Nikolaikirchstraße zu erhalten, ist zu groß. Das hat auch die Denkmalschutzbehörde eingesehen und den Abriss erlaubt. Der städtische Sanierungsausschuss stimmte zu. Nur Gabriele Schröder (SPD) ist dagegen, weil das Haus im Sanierungsgebiet steht.

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Das Haus in der Jüterboger Nikolaikirchstraße ist nicht mehr zu halten. Es darf abgerissen werden.

Quelle: Gertraud Behrendt

Jüterbog. Die Tage für die Wohnhausruine Nikolaistraße 6 in Jüterbog sind gezählt. Mit nur einer Gegenstimme wurde dem Abriss im städtischen Sanierungsausschuss zugestimmt.

Widerstand leistete bis zuletzt Gabriele Schröder (SPD). Sie ist dagegen, dass ausgerechnet im Sanierungsgebiet Altstadt mit seiner strengen Gestaltungssatzung „100 Meter von der Nikolaikirche entfernt ein Haus verschwindet“. Dort müsse sonst jeder, der ein nicht satzungskonformes Dachfenster einbaue, „Strafe zahlen“. Besonders verärgert ist sie darüber, dass die Abrisskosten noch bezuschusst werden und dass eine Mauer geplant ist, sofern der Neubau nicht errichtet wird.

Weder Bauausschussvorsitzender Eberhard Mertens (VF) noch Bauamtsleiterin Kira Wenngatz konnten sie umstimmen. Mertens verwies darauf, dass die Denkmalschutzbehörde dem Abriss zugestimmt hat. „Wenn nichts gebaut wird, müssen die Fördermittel zurückgezahlt werden“, sagte er. Zu 80 Prozent soll der Abriss, der mit 10 000 Euro geplant ist, von Bund und Land bezuschusst werden. Die Mauer sei nur eine Klausel zur Sicherheit, „wenn wirtschaftlich etwas passiert und doch nicht gebaut wird“, erläuterte Kira Wenngatz. Sie sagte, ihr Amt habe seit Jahren für den Erhalt des Hause und damit für die Beseitigung des städtebaulichen Missstandes gekämpft. „Wir haben verloren. Jetzt gibt es einen neuen Eigentümer“, erläuterte sie.

An der Ruine hängt ein Schild, das auf den Stadtbrand von 1478 hinweist. Solange steht das Haus aber noch nicht leer. 1895 hatte Fuhrherr August Kubier sein Domizil in der Mönchenkirchstraße 6, die damals noch Mittelstraße hieß. 1938 wohnten Bahnarbeiter Ebel, Tischler Reichert, Installateur König und Maschinenputzer Mangelsdorf im Haus.

Doch inzwischen fehlt seit Jahren das Dach. 2008 wurde ein Gutachten erstellt. Es bescheinigt Gefährdung des öffentlichen Raums wegen Einsturzgefahr. „Wiederaufbau der verbliebenen ruinösen Gebäudesubstanz wird als wirtschaftlich nicht vertretbar beurteilt“, heißt es darin.

So kam es zum Abrissantrag und zur Vereinbarung, dass mit dem Lückenschluss spätestens im dritten Quartal 2016 zu beginnen ist und dass das Haus nach maximal zwei Jahren bezugsfertig sein muss. Wenn der Eigentümer entgegen der jetzigen Vorabsprachen zwischenzeitlich nachweist, dass er wirtschaftlich nicht in der Lage ist, einen Ersatzneubau zu errichten, muss die Lücke mit einer Mauer samt Tor geschlossen werden. Bei Eigenverschulden ist das Fördergeld zurückzuzahlen. Diese Bedingungen wurden mit dem Eigentümer abgestimmt und werden im Fördervertrag zum Abriss festgeschrieben.

Von Gertraud Behrendt

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