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Teltow-Fläming Denkmal am Markt privat saniert
Lokales Teltow-Fläming Denkmal am Markt privat saniert
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15:55 11.10.2016
Die Fassade des Hauses am Markt 21 strahlt nach der Sanierung beigefarben. Im Obergeschoss befinden sich Wohnungen, im Erdgeschoss soll Gewerbe einziehen. Quelle: Elinor Wenke
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Luckenwalde

Es ist das Eingangstor zum Luckenwalder Markt, wenn man vom Burggelände kommt, und sah in den letzten Jahren doch wenig einladend aus. Jetzt ist ein baukünstlerisches Schmuckstück daraus geworden. Vor mehr als zwei Jahrhunderten wurde das Fachwerkhaus am Markt 21 gebaut, es gehört damit zu den ältesten noch existierenden Gebäuden der Stadt. In den letzten 30 Jahren war das Obergeschoss unbewohnt und die Fassade zunehmend unansehnlich geworden. Doch nun zieht neues Leben ein. Zwar ist das Haus noch nicht gänzlich fertiggestellt, aber in wenigen Tagen – am 15. Oktober – nehmen die ersten beiden neuen Mieter ihre sanierten Wohnungen in Besitz. Die Fassade mit der Stuckverzierung strahlt in neuen Farben nach altem Vorbild.

Im September 2015war das Haus eingerüstet. Quelle: Elinor Wenke

Zu verdanken haben das die Luckenwalder dem privaten Bauherrn Sebastian Baum. Der Unternehmensberater und seine Frau Tanja Begemann aus Beelitz haben das denkmalgeschützte Haus gekauft und von Grund auf saniert. Es ist nicht das erste Bauprojekt des studierten Betriebswirtes, „aber eines der schwierigsten, für das man viel Feingefühl und gute Nerven brauchte“, räumt der 54-Jährige ein.

Das sanierte Fachwerk auf der Rückseite des Gebäudes. Quelle: Elinor Wenke

Gemessen am Alter des Gebäudes präsentierte sich die Bausubstanz erstaunlich gut, es zeigten sich aber auch die Tücken früherer Bauwerke. „Das Haus muss damals kurz nach der Fertigstellung um 40 Zentimeter abgesackt sein und war dadurch total windschief“, stellte Baum fest. Deshalb mussten die komplette Statik überarbeitet, zusätzliche Fundamente und tragende Elemente eingebaut werden. Außerdem sind schiefe Wände und Ebenen für Bauleute eine Herausforderung. „Die Handwerker sind bemüht, alles gerade und im rechten Winkel zu machen“, sagt Baum, „aber ein schiefes Haus kann man nun mal nicht gänzlich gerade rücken.“

Hintergrund

1780 wurde das Haus am Markt 21 erbaut. Es befindet sich gegenüber der neuen Polizeiwache und der Villa, in der gegenwärtig das Amtsgericht untergebracht ist.

1828 gründete Bäckermeister Wilhelm Nitsche dort eine Bäckerei. Sie wurde in mehreren Generationen als Familienbetrieb geführt.

Bärbel und Werner Fincke führten die Bäckerei von 1970 bis 2014. Seitdem stand das Haus leer.

Am 19. Juni 2015 begannen die Sanierungsarbeiten unter Regie des Bauherrn Sebastian Baum mit der Entkernung.

460 Quadratmeter vermietbare Fläche wurden denkmalgerecht saniert.

Kontakt für interessierte Gewerberaum- oder Wohnungsmieter:
Sebastian Baum, Telefon 03 31/88 71 58 10 oder per Mail an lw.markt21@gmail.com.

Deutlich zu sehen ist das am Fachwerk an der rückwärtigen Seite. Die Balken verlaufen alles andere als waagerecht. In Abstimmung mit der Denkmalbehörde wurden Holzbalken und Tür in einem gefälligen Grün gehalten. Der Fassadenputz an Front- und Rückseite leuchtet beigefarben mit einem Grün-Touch. „Je nach Sonneneinstrahlung oder Schattenfall schimmert die Silikatfarbe in einem anderen Ton“, sagt Baum.

Der Investor und Bauherr Sebastian Baum. Quelle: Elinor Wenke

Im Obergeschoss hat der Bauherr drei Wohnungen mit einer Wohnfläche zwischen 80 und 85 Quadratmetern rekonstruiert, eine ist noch unvermietet. Türen, Fenster, Dielenfußböden, Treppengeländer und einige alte Kachelöfen sind erhalten geblieben und denkmalgerecht aufgearbeitet worden. Doch auch am Komfort des 21. Jahrhunderts soll es den Mietern nicht fehlen. „Es gibt eine moderne Gasheizung, ordentliche Dämmung und jede Wohnung verfügt über ein Gäste-WC und einen neuen Balkon“, sagt Baum. Außerdem wirken die Wohnungen ansprechend hell und lichtdurchflutet.

Vor Lärm an der verkehrsintensiven Straße müssen sich die Mieter nicht fürchten. „Nach vorn wurde eine Dreifachverglasung, nach hinten eine Doppelverglasung eingebaut“, sagt der Bauherr. Dabei wurden hinter die Original-Fenster mit altem Horn-Knauf neue Fenster gesetzt. „Ich konnte es mir erst nicht richtig vorstellen, aber es sieht sehr gut aus“, resümiert Baum zufrieden. Komplett erneuert wurde auch das Dach – mit schwarzbraunen Biberschwänzen.

186 Jahre lang gab es im Erdgeschoss eine Bäckerei

Im Erdgeschoss, wo 186 Jahre lang Brot, Brötchen und Kuchen gebacken und später auch Drogerieartikel verkauft wurden, soll wieder Gewerbe einziehen. Insgesamt sind drei sanierte Gewerbeeinheiten entstanden, von denen zwei auch zusammengelegt werden könnten. Sebastian Baum kann sich darin ein Ladengeschäft und außerdem Praxisräume für Ärzte, Physiotherapeuten, Podologen oder ähnliche Fachleute vorstellen. „Fußböden und andere Details würden wir in Absprache mit den künftigen Mietern gestalten“, sagt Baum.

1,1 Millionen Euro hat er an reinen Baukosten investiert, dazu kommt der Grunderwerb. 14 verschiedene Gewerke gaben sich abwechselnd die Klinke in die Hand. „Die Aufträge gingen alle an Firmen aus der Region“, sagt Baum, „und ich habe keinerlei schlechte Erfahrungen mit ihnen gemacht.“ Weil es sich um ein Einzeldenkmal an städtebaulich wichtiger Stelle handelt, wird das Bauvorhaben aus dem Förderprogramm „Aktive Stadtteil- und Ortszentren“ mit 400 000 Euro unterstützt.

Einige alte Original-Kachelöfen sind erhalten geblieben. Quelle: Elinor Wenke

Auch die Stadt ist zufrieden, dass sich nach der Rekonstruktion des markanten Gebäudes „Goldene 33“ nun auch das gegenüberliegende Haus Nummer 21 zum Vorzeigeobjekt mausert. „Es steht an exponierter Stelle im Stadtzen-trum“, sagte Stadtplanungsamtsleiter Peter Mann, „und es ist für uns ein Glücksfall, dass sich dieser Investor gefunden hat.“ Außerdem ist Mann überzeugt, dass sich das Haus ohne Fördermittel nicht rentabel sanieren ließe.

Hannelore Wechsel hat dort ihre Kindheit und Jugend verbracht

Freuen kann sich über die renovierten Räumlichkeiten auch Hannelore Wechsel. Als Urenkelin des Bäckereigründers Wilhelm Nitsche ist sie in dem Haus aufgewachsen und verbindet viele Erinnerungen damit. „Zwar bin ich 1958 schon ausgezogen“, berichtet die 80-jährige Luckenwalderin, „aber meine Tante wohnte bis 1985 in dem Haus und ich bin bis dahin dort ein- und ausgegangen.“ Sie durfte in der vergangenen Woche das renovierte Haus und die Wohnungen besichtigen und freut sich, dass es künftig wieder bewohnt wird. Außerdem bewundert sie den Mut des Investors. „Es ist alles sehr schön und hell geworden. Vieles habe ich wiedererkannt, manches nicht“, konstatiert die Seniorin.

Die Gestaltung der Außenanlagen nimmt sich der Bauherr für nächstes Jahr vor. Auf dem Grundstück, das rückwärtig bis an die Nuthe reicht, sollen dann Autostellplätze und eine Grünanlage entstehen.

Von Elinor Wenke

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