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Denkmalruine: Gefährlicher Spielplatz

Luckenwalde Denkmalruine: Gefährlicher Spielplatz

Seit Jahren wünschen sich Bürger und Behörden eine neue sinnvolle Nutzung oder den Abriss der verfallenen Industrieruine im Haag/Ecke Grabenstraße. Der Eigentümer kommt seiner Pflicht nicht nach, die Bauaufsicht scheut sich vor den Kosten des Abrisses. Immer wieder werden spielende Kinder in der Ruine gesehen.

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Das Industriedenkmal an der Kreuzung von Haag und Grabenstraße in Luckenwalde lockt offenbar abenteuerlustige Kinder an.

Quelle: Elinor Wenke

Luckenwalde. Die denkmalgeschützte Industrieruine an der Ecke von Haag und Grabenstraße in Luckenwalde beschäftigt Behörden und Bürger seit Jahren. Der ehemalige Produktionsbetrieb verfällt zusehens. Fensterscheiben gibt es fast gar nicht mehr, Bäume wachsen aus den Mauern, einige Öffnungen sind mit Brettern versperrt. Es gibt einen Privateigentümer, der die Immobilie aber bislang nicht auf Vordermann bringen konnte oder wollte. Inzwischen gibt es in Abstimmung mit der Denkmalbehörde eine Abrissgenehmigung, aber auch die wurde nicht umgesetzt.

Absperrzaun hält abenteuerlustige Kinder nicht auf

Entlang der Grabenstraße steht ein Absperrzaun; am Haag versperren Bügel den Weg. Dennoch beobachtete der Stadtverordnete Carsten Nehues (CDU), dass gelegentlich Kinder in der Ruine spielen. Er macht sich Sorgen und fragt: „Welche Sicherungsmaßnahmen sind erforderlich, um den Schutz der spielenden Kinder und Passanten zu gewährleisten?“ Außerdem will er wissen, wer die Maßnahmen vornehmen muss, wenn sich der Eigentümer aus der Verantwortung stiehlt.

Norbert Jurtzik, Leiter der Unteren Bauaufsicht des Landkreises, spricht in dem Fall nicht gern von einem Schandfleck, sondern von „einem bedeutenden Industriedenkmal in der Stadt, deren Historie und auch gegenwärtige Gestalt vom Nebeneinander der Fabriken und Wohnsiedlungen geprägt ist“. Das Gebäude mit seiner bemerkenswerten Kubatur markiere die Bebauungskante, lenke den Blick vom Haag in die Grabenstraße und sei von großer städtebauliche Bedeutung für die Orts- und Straßenansicht. „Denkt man sich das Gebäude weg, kommt man schnell zu der Erkenntnis, welch großer Verlust und städtebaulicher Missstand entstehen würde“, erklärt Jurtzik.

Öffentliche Hand verauslagt Sicherungskosten

Verantwortlich für die Instandhaltung und Verkehrssicherheit sei der Eigentümer. Entzieht er sich wie in diesem Fall seiner Verantwortung, können die Behörden Maßnahmen anordnen, um dem Zustand zu begegnen. Das sei bereits geschehen. Kommt der Eigentümer nach allen rechtlichen Mitteln immer noch nicht seiner Verpflichtung nach, kann die Behörde die Ersatzvornahme anordnen, sprich abreißen. „Die immensen Kosten gehen zu Lasten des Eigentümers, müssen aber von der öffentlichen Hand verauslagt werden“, sagt Jurtzik, „und es ist fraglich, ob sie überhaupt wieder eingebracht werden können.“ Ein dauerhafter Verschluss des Gebäudes wäre nur durch Zumauern zu bewirken, „angesichts des Gesamtschadensbildes erscheint das nicht sinnvoll“.

Laut Jurtzik besteht anhand statischer Untersuchungen derzeit keine Einsturzgefahr. „Dennoch muss es in nächster Zukunft eine Lösung geben“, räumt er ein. An die Eltern appellierte er, ihrer Aufsichtspflicht nachzukommen und ihre Kinder nicht in abgesperrten Bauruinen spielen zu lassen.

Von Elinor Wenke

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