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Der Bundespräsident und der neue Herd

Frau aus Jüterbog war zwei Jahre ohne Herd Der Bundespräsident und der neue Herd

Sieben Kinder – aber kein Herd zum Kochen. Zwei Jahre musste Cordula Höhlein aus Jüterbog (Teltow-Fläming) mit dieser Situation irgendwie klarkommen. Nun hat sie endlich einen neuen Herd in ihrer Wohnung. Und daran ist der Bundespräsident Joachim Gauck, der auch Patenonkel ihres jüngsten Sohnes ist, nicht ganz unschuldig.

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Blick in die kalte Röhre: Cordula Höhlein und ihr Felix.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Cordula Höhlein ist zufrieden. Zwei Jahre lang bemühte sich die siebenfache Mutter um einen neuen Herd, nun ist sie am Ziel. Und das könnte sogar den Bundespräsidenten freuen.

„Trotz der Anstrengung mit sieben Kindern komme ich im Alltag gut zurecht“, sagte die Jüterbogerin Anfang März bei einem Empfang im Amtszimmer des Bürgermeisters. Anlass dazu war die Überreichung der Patenurkunde für Höhleins Jüngsten. Kein Geringer als Bundespräsident Joachim Gauck fühlt sich für dessen Wohl zuständig.

Herd vom Patengeld angeschafft

Hätte der Patenonkel bei der 37-Jährigen persönlich vorbeigeschaut, wäre Cordula Höhlein bei der Bewirtung in Schwierigkeiten gekommen. Denn schnell mal eine Pizza oder einen Kuchen in die Röhre zu schieben, gehe schon lange nicht mehr, schilderte sie ihr Leid. Von den 500 Euro, die ihr Felix’ Patenonkel übersandt hatte, könne sie sich nun endlich einen Herd kaufen, bei dem nicht nur die Kochplatten, sondern auch der Backofen funktioniert.

Den Einwand, dass das Sache des Vermieters sei und sie das Geld anderweitig verwenden könne, quittierte Cordula Höhlein mit einem Schulterzucken. „Die Hausverwaltung kennt das Problem seit zwei Jahren und hat nichts unternommen. Da bleibt mir wohl nicht anderes übrig.“

Rätselraten um den alten Herd

Die MAZ ließ sich zunächst den vor zehn Jahren abgeschlossenen Mietvertrag zeigen, in dem auch eine Einbauküche samt Herd aufgelistet ist. „Laut Vermieter ist der aber inzwischen abbezahlt, sodass ich alleine zuständig sei“, schilderte Cordula Höhlein ihren gescheiterten Versuch einer Klärung. Weihnachten 2013 habe sie den Mangel zum ersten Mal gemeldet. Als im Dezember 2015 auf ihren Wunsch ein Durchbruch zur gerade frei gewordenen Nachbarwohnung gestemmt und ihre eigene Wohnung wegen der vielen Kinder vergrößert wurde, habe sie sich gewundert, dass der dort stehende Herd nicht in ihre Küche kam, sondern verschwand.

„Wir sprechen bei Problemen immer mit unseren Mietern und suchen nach einer einvernehmlichen Lösung“, hält die zuständige Sachbearbeiterin bei der HGV Hausvermietungs GmbH dagegen. Bewegung in die Sache kommt aber erst nach einem Gespräch mit HGV-Gesellschafter Ulrich Theilemann, der auf ein Angebot seiner Gesellschaft zur Übernahme des zwar ausgebauten, aber noch vorhandenen, funktionstüchtigen Herdes verweist, dass die Mieterin abgelehnt habe: „Unser Angebot steht: Wenn Frau Höhlein möchte, kann sie den Herd natürlich bekommen.“

„Ich bin überglücklich“, schildert Cordula Höhlein jetzt ihre Freude. Keine 24 Stunden nach der Zusage hätten die Monteure bei ihr zum Herdeinbau vorbeigeschaut. Jetzt kann Felix’ Patenonkel zum Kuchenessen kommen.

Von Uwe Klemens

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