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Teltow-Fläming Der Kitaplatz-Mangel verschärft sich
Lokales Teltow-Fläming Der Kitaplatz-Mangel verschärft sich
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06:10 25.11.2016
Luckenwalder Kitas sind randvoll. Quelle: Sebastian Kahnert
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Luckenwalde

Ziemlich im Dunkeln tappen die Behörden, wenn sie wissen wollen wie viele Flüchtlinge beispielsweise in Luckenwalde schon eine Wohnung gefunden haben oder eine Wohnung suchen. Aus datenschutzrechtlichen Gründen verrät die eine Behörde der anderen nicht, was sie weiß, obwohl dies für die weitere Planung unerlässlich wäre.

Mindestens 30 Flüchtlingskinder ohne Plätze

So versucht die Luckenwalder Flüchtlingskoordinatorin Anke Habelmann mühsam zu erfahren, wie viele Flüchtlingskinder in der Kreisstadt ohne Kitaplatz sind. Aus Gesprächen mit Flüchtlingsfamilien weiß sie mit Sicherheit von 30 Kindern. Doch darüber hinaus dürfte es noch eine Dunkelziffer geben. Vom Jobcenter erfuhr sie zwar, dass derzeit rund 20 Mütter nicht an Sprach-kursen teilnehmen können, weil sie ihre Kinder betreuen müssen. Doch um wie viele Kinder es sich dabei handelt, erfährt sie nicht.

Luckenwaldes Flüchtlingskoordinatorin Anke Habelmann Quelle: privat

Insofern kann Anke Habelmann die Fragen der Stadtverordneten im Hauptausschuss nie mit letzter Gewissheit beantworten. Wenn es nach ihren Recherchen aber mindestens 30 Flüchtlingskinder ohne Kitaplatz gibt und man die nicht versorgten deutschen Kinder hinzuzählt, dann dürfte der Ausbau der Evangelischen Kita nicht reichen.

Die Zahl der in der Kreisstadt lebenden Flüchtlinge ändern sich ständig. Verlässliche Angaben darüber gibt es nur direkt aus den Übergangsheimen. Wer aber eine eigene Wohnung gefunden hat, gilt nicht mehr als Flüchtling und wird auch nicht als solcher erfasst. Selbst das städtische Einwohnermeldeamt kann da nicht weiterhelfen. „Wir erfahren höchstens den Geburtsort“, so Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD), „das sagt aber nichts über den Status.“

261 Flüchtlinge in Übergangswohnheimen

In den Luckenwalder Übergangswohnheimen wohnten noch Ende August 261 Flüchtlinge, davon waren 206 in laufenden Asylverfahren und 55 bereits anerkannt, die unter das Sozialgesetzbuch II (Hartz IV) fallen. Ende Oktober waren es nur noch 241, davon 174 im laufenden Verfahren und 67 anerkannte Flüchtlinge. Die Differenz von 20 Flüchtlingen kann niemand sicher nachvollziehen. „Es gibt viel Fluktuation“, sagt Anke Habelmann, „da sind Leute weggezogen oder wurden zum Beispiel aus dem inzwischen geschlossenen Heim in der Forststraße in andere Orte wie Rangsdorf gebracht.“

Hinzu kommen noch die Flüchtlinge aus Hennickendorf. Dort wohnten Ende Oktober 98 Flüchtlinge, davon sind 58 im laufenden Asylverfahren und 40 bereits anerkannt. Sie alle haben einen starken Bezug zu Luckenwalde. In der Kreisstadt besuchen sie ihre Sprachkurse, kaufen dort ein, haben dort ein Netzwerk und kommen von dort Verkehrsmitteln gut weg. „Luckenwalde ist bei den Flüchtlingen sehr beliebt“, weiß Habelmann. So soll es auch Zuzüge von Flüchtlingen geben, die vorher in Rangsdorf und Großbeeren untergebracht waren. Das weiß sie aber auch nur von Hörensagen, belegen kann sie das nicht.

Es fehlt an passendem Wohnraum

Dabei ist es in der Kreisstadt äußerst schwierig, passenden Wohnraum zu finden. Entweder suchen die Flüchtlinge Ein-Raum-Wohnungen für Alleinstehende oder Mehrzimmer-Wohnungen für große Familien. „Da ist es schwer ranzukommen“, weiß die Flüchtlingskoordinatorin, weshalb noch so viele in den Übergangswohnheimen leben, obwohl sie längst eigene Unterkünfte beziehen dürften.

Helfer gesucht

Die Flüchtlingskoordinatorin der Stadt Luckenwalde sucht weitere Freiwillige, die den Flüchtlingen ehrenamtlich Sprachunterricht geben – ob als Ersatz für die überfüllten Integrationskurse, oder als Nachhilfe für diejenigen, die in den offiziellen Kursen nicht mitkommen.

Weitere Unterstützung wird auch bei der Alltagsbegleitung durch Familienpaten gebraucht.

Interessierte melden sich bei Anke Habelmann, telefonisch unter 0 33 71/67 22 18 oder Mail an fluechtlingskoordinatorin@luckenwalde.de

Aber auch bei den Heimen gibt es demnächst Änderungen. So wird das eigentliche Luckenwalder Übergangswohnheim in der Anhaltstraße nach umfänglichen Sanierungsarbeiten Mitte Dezember wieder bezogen. Dafür wird die Unterkunft am Schieferling geschlossen. Für die Notunterkünfte in der Grabenstraße gibt es einen Belegungsstopp und Hennickendorf dürfte Anfang nächsten Jahres geschlossen werden. Die Traglufthalle im Biotechnologiepark wurde erst gar nicht bezogen und wird es auch nicht.

Von Hartmut F. Reck

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