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Teltow-Fläming Der LDS ist attraktiver als Hamburg und Berlin
Lokales Teltow-Fläming Der LDS ist attraktiver als Hamburg und Berlin
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00:27 01.06.2018
Die Natur des Dahme-Seen-Landes und die daraus resultierenden Touristen gehören zu den größten Pluspunkten des Landkreises Dahme-Spreewald. Quelle: Handelmann/SI
Dahmeland-Fläming

Mal wieder eine gute Nachricht fürs regionale Selbstwertgefühl: Bei der großen ZDF-Studie „Wo lebt es sich am besten“, landete zumindest Dahme-Spreewald auf einem Platz, der sich sehen lassen kann. Rang 107 von immerhin 401 Landkreisen und kreisfreien Städten, damit rangiert der LDS in Brandenburg hinter Potsdam auf Platz zwei – und lässt im bundesdeutschen Vergleich sogar Städte wie Hamburg, Leipzig, Köln und Berlin hinter sich.

Natürlich sind solche Ranglisten mit Vorsicht zu genießen. Schließlich ist die Frage, was einen lebenswerten Ort ausmacht, nicht einfach und vor allem kaum allgemeingültig zu beantworten. Der eine mag das Gewimmel der Großstadt, der andere zieht die Weite des Meeres vor, einem Dritten geht die Ganztagsbetreuung seiner Kinder über alles, der Vierte schaut vor allem aufs Gehaltsniveau.

Um das Ergebnis trotzdem objektivierbar zu machen, haben sich die Macher aber einer erstaunlichen Mühe unterzogen. Sie stellten 53 Kriterien auf und besorgten dazu Daten aus allen Kreisen. Die Altersarmut floss genauso ein wie die Zahl der Raucher und der Übergewichtigen, die Waldfläche ebenso wie die Schulabbrecherquote.

Teltow-Fläming liegt im hinteren Mittelfeld

Erstaunlich: Für den Landkreis Teltow-Fläming, der eigentlich eine ähnliche Struktur wie Dahme-Spreewald aufweist, reichte es nur zu Rang 275, das ist im Bundes-, aber auch im Landesvergleich eher mittel.

Aufschlussreich ist die Studie deshalb, weil sie einen Vergleich der Landkreise auf breiter Datenebene zulässt. Im Bereich Gesundheit und Sicherheit etwa liegen beide Kreise gleichauf: In beiden gibt es eine hohe Lebenserwartung, eine geringe Altersarmut und in beiden sind Krankenhäuser eher schlecht erreichbar – was an der großen Fläche und den weiten Wegen liegt. Raucher gibt es mehr in Teltow-Fläming, aber dieser Punkt fällt nicht allzu sehr ins Gewicht.

Entscheidender sind die Unterschiede in anderen Bereichen. Dahme-Spreewald etwa punktet gegenüber dem Nachbarn mit der touristischen Attraktivität. Der Landkreis gehört zu den wasserreichsten und hat gleich vier touristische Magnete: Schönefeld, die Kieze in Heidesee, das Tropical Islands und den Spreewald. Gegen die daraus resultierenden Übernachtungszahlen kommt Teltow-Fläming nicht an.

Mehr Studenten, mehr Wähler

Auch die Studierendendichte in Dahme-Spreewald ist deutlich höher – logisch, der Landkreis hat mit der TH Wildau und der Fachhochschule für Finanzen in Königs Wusterhausen immerhin zwei Hochschulen.

Was bei Teltow-Fläming aber auch negativ ins Gewicht fällt, ist etwa die geringere Wahlbeteiligung bei den vergangenen Kommunal- und Bundestagswahlen. Dahme-Spreewald steht zudem finanziell besser da: Aufgrund der Finanzstärke von Schönefeld kann sich der Landkreis seit Jahren alleine finanzieren, währen Teltow-Fläming bis zum vorigen Jahr so tief in der Kreide stand, dass man verlässlich in der Haushaltssicherung landete.

Dahme-Spreewald verfügt auch über eine höhere Kaufkraft, weniger Hartz-IV-Betroffene und weniger private Schuldner. Und noch ein Plus: Es gibt bundesweit nur zehn Landkreise, in denen die Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen geringer ist.

Auch im LDS gibt es Herausforderungen

In Dahme-Spreewald ist deshalb aber noch längst nicht alles blendend. Die Immobilienpreise und Mieten werden laut Studie langsam zum Problem. Es gibt verhältnismäßig wenige Eheschließungen und es verlieren mehr Menschen auf den Straßen des Landkreises ihr Leben als in Teltow-Fläming.

Stephan Loge (SPD), Landrat von Dahme-Spreewald, gibt sich deshalb auch nicht übermäßig euphorisch. „Man sieht, dass in der Region ein gutes Einkommen erzielt wird und auch eine gute Infrastruktur da ist, das macht uns natürlich froh. Aber so etwas ist auch kein Ruhekissen“, sagt er.

Dass die gute Platzierung vor allem den natürlichen Gegebenheiten geschuldet ist, will er aber auch nicht gelten lassen. „So etwas wie Tropical Islands musste man auch erst einmal ansiedeln, und die Vernetzung des Dahme-Seenlandes und des Spreewaldes klappt immer besser, was uns als gesamten Landkreis voranbringt.“

Wehlan sieht Handlungsschwerpunkte

Kornelia Wehlan (Linke), Landrätin von Teltow-Fläming, leitet aus der Studie Aufgaben ab. „Bezahlbarer Wohnraum, eine gute gesundheitliche Versorgung oder die Sicherheit der Bevölkerung sind elementare und bekannte Handlungsschwerpunkte“, sagt sie.

Bei einigen Herausforderungen müssten Bund und Land aber helfen. „Strukturen – wie etwa zur Gesundheit oder ärztlichen Versorgung – dürfen sich nicht nur auf Ballungsräume beschränken, sondern müssen auch in der Fläche erlebbar sein“, so Wehlan – ein Verweis darauf, dass die ärztliche Versorgung in der Region unterdurchschnittlich ist.

Noch kritischer als die ärztliche Versorgung ist übrigens die Arbeitsbelastung in der Region. In dieser Rubrik belegt Teltow-Fläming bundesweit den vorletzten Platz. Immerhin ist dafür aber das Wetter gut: So viele Sonnenstunden wie in der Region Dahmeland-Fläming findet man sonst nur an der Ostseeküste und in Bayern.

Die Studie

401 Landkreise und kreisfreie Städte gibt es in Deutschland, das ZDF hat für seine Studie alle auf deren Lebensqualität hin untersucht.

Auf Platz eins im Gesamtranking landete München. Platz zwei belegte Heidelberg. Auf Platz drei Starnberg und auf Rang vier folgte Potsdam.

Die Studie ist gegliedert in drei Teilbereiche: Leben und Arbeit, Freizeit und Natur, Gesundheit und Sicherheit.

Bei Leben und Arbeit landeten die Landkreise Erlangen-Höchstadt, Dachau und Stormarn ganz vorn. LDS liegt auf Platz 176, TF auf Platz 298.

Bei Freizeit und Natur führt Potsdam das Ranking an vor Weimar und Vorpommern-Rügen. LDS schafft es hier auf Rang 39, TF landet auf Platz 108.

Bei Gesundheit und Sicherheit liegt Bad Tölz vorn vor Garmisch Partenkirchen und Ravensburg. LDS liegt auf Platz 307, TF auf Rang 337.

Die gesamte Studie ist hier einsehbar.

Von Oliver Fischer

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