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Der Landkreis ist auf Wachstumskurs

Teltow-Fläming Der Landkreis ist auf Wachstumskurs

Nach einer am Montag in Luckenwalde vorgelegten Studie der IHK Potsdam zeigen die wirtschaftlichen Entwicklungskurven des Landkreises Teltow-Fläming nach oben. Dabei werden Mitunter die Zahlen des Landes und sogar des Bundes überflügelt. Die Autoren der Studie mahnen aber weitere Infrastrukturmaßnahmen an, um die positive Entwicklung fortsetzen zu können.

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Bei der Vorstellung der Studie von links IHK-Hauptgeschäftsführer Mario Tobias, Achim Georg und Marco Gaffrey von Georg Consulting.

Quelle: Hartmut F. Reck

Luckenwalde. In höchsten Tönen lobten am Montag Achim Georg und Marco Gaffrey die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises Teltow-Fläming. Die beiden Experten von der Beratungsgesellschaft Georg Consulting für Immobilienwirtschaft und Regionalökonomie aus Hamburg hatten im Auftrag der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam eine Studie erarbeitet, die aus der bisherigen wirtschaftlichen und demografischen Entwicklung Prognosen bis zum Jahr 2025 wagt und dazu notwendige Maßnahmen formuliert. Diese Studie stellten sie in den Räumen des Medizintechnik-Unternehmens Aristotech im Luckenwalder Biotechnologiepark vor.

Ökonomischer Sprung seit der Finanzkrise

Demnach hat der Landkreis Teltow-Fläming seit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 einen ziemlich großen Sprung nach oben gemacht. Alle Zahlen – bis auf die Arbeitslosenquote und wenige Ausnahmen – zeigen nach oben (siehe Info-Kasten). „Wir haben es hier mit einer potenten Region mit hocheffektiver Industrie zu tun“, sagte Achim Georg bei der Vorstellung der Studie. Allerdings gebe es „interregionale Disparitäten“, so Georg im Expertendeutsch, was so viele heißt wie regionale Ungleichheiten – oder ganz einfach: Nord-Süd-Gefälle.

Deshalb haben die Experten den Landkreis in drei Regionen untergliedert: Norden, Mitte und Süden. So ist die positive Einwohnerentwicklung von 2,5 Prozent ein Gesamtwert, der sich auf den Norden mit plus 4,0, die Mitte auf plus 1,2 und den Süden auf minus 0,8 Prozent verteilt. Insbesondere der Norden profitiere von Zuzügen aus Berlin und aus dem Ausland, so die Experten.

Zuwachs von Jobs vor allem im Norden

Ähnlich unterschiedlich sieht es auch bei anderen Entwicklungszahlen aus. So erfuhr die Gemeinde Großbeeren aufgrund ihres Güterverkehrszentrums (GVZ) einen Beschäftigtenzuwachs von 2049 Mitarbeitern, gefolgt von Ludwigsfelde mit 1497 und Blankenfelde-Mahlow mit 1063 zusätzlichen Arbeitskräften. Luckenwalde erreichte immerhin 189 während Am Mellensee 98 Jobs verloren hat.

Das Nord-Süd-Gefälle schlägt sich auch beim Gewerbeflächenumsatz nieder. In den vergangenen zehn Jahren wurden im Landkreis rund 1,94 Millionen Quadratmeter – umgerechnet 194 Hektar – an Gewerbeflächen vermarktet. 84,6 Prozent entfielen auf den Norden,11,7 auf die Teilregion Mitte und 3,7 Prozent auf den Süden.

Aus der Statistik

Die Einwohnerzahl in TF stieg seit 2011 um 2,5 Prozent (Brandenburg: 1,3; Bund: 2,3 Prozent). Im Kreis leben 163 550 Menschen.

Die Beschäftigtenzahl stieg von 2008 bis 2015 um 12,3 Prozent auf rund 57 425. Im Land stieg sie um 7,7 Prozent.

Die Arbeitslosenquote sank von 10,5 (2008) auf 6,7 Prozent (2015).

24 Prozent der Beschäftigten oder rund 14 000 Menschen sind im verarbeitenden Gewerbe tätig. 14,3 Prozent arbeiten in „wissensintensiven Industrien“ (Land: 6,1 Prozent).

Die Exportquote liegt im Kreis bei 52,3 Prozent (Land: 28 Prozent; Bund: 46,3 Prozent).

Mit 68 876 Euro wird im Kreis ein höheres Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigem erwirtschaftet als in Brandenburg (57 665) und in Deutschland (68 277).

Das Beratungsinstitut geht davon aus, dass bis 2025 der weitere Flächenbedarf im Kreis TF bei 150 Hektar liegt, davon allein 60 Hektar für Logistikbetriebe. Fläche sei zwar genügend vorhanden, so die Experten, danach könnte es aber eng werden. Mit „qualitativen Engpässen“ sei aber vorher zu rechnen, so gebe es jetzt schon Schwierigkeiten für Logistiker, entsprechende Flächen in der von ihnen bevorzugten Berlin-Nähe zu finden.

Um die wirtschaftliche Dynamik fortzuführen und noch zu beflügeln, seien weitere Infrastrukturmaßnahmen dringend erforderlich, wie der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs und des Breitbandnetzes, so die Experten. Für die weitere Ansiedlung von Industrie und Gewerbe empfehlen sie eine gemeinsame Strategie eines Marketingnetzwerks der Kommunen entlang der B101.

Von Hartmut F. Reck

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