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Teltow-Fläming Der Neue bei Baywatch in Sperenberg
Lokales Teltow-Fläming Der Neue bei Baywatch in Sperenberg
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02:16 04.07.2015
Rettungsschwimmer Christoph Wuthe ist menschlich und optisch ein cooler Typ.   Quelle: Frank Pechhold
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Sperenberg

 Piercings im Gesicht. Beide Arme tätowiert. Nur ein dünn geflochtener Zopf ziert den sonst total kahl geschorenen Kopf. Dazu steht Christoph Wuthe. Der 40-Jährige absolviert derzeit seine erste Saison als Rettungsschwimmer im Strandbad Sperenberg. „Leute, die mich nicht kennen, wechseln schon mal die Straßenseite, wenn sie mich sehen“, weiß Wuthe um sein gewöhnungsbedürftiges Aussehen. Bekannte hingegen wüssten, dass er eigentlich ganz umgänglich sei. Sonst hätten ihn die Strandbadpächter Sylvia und Marcel Greulich wohl kaum eingestellt.

„Christoph bin ich vor ein paar Jahren das erste Mal als Badegast begegnet“, sagt Sylvia Greulich. Zunächst habe sie wegen der vielen Piercings gedacht: „Was ist das denn für einer?“ Schnell bekam sie mit, dass er in Kummersdorf-Gut wohnt, drei Kinder im schulpflichtigen Alter und eine Ehefrau hat, ein guter Familienvater und von Beruf Dachdecker ist. „Und er war immer lustig und fröhlich. So hat sich zwischen uns eine leichte Freundschaft entwickelt.“ Voriges Jahr half Wuthe gelegentlich im Strandbad aus. „Da hat er mir gesagt, dass er gerne hier als Rettungsschwimmer arbeiten und dafür seinen Knochenjob als Dachdecker aufgeben würde“, so Greulich. Also habe sie ihn dazu ermuntert, im Winter auf ihre Kosten den Rettungsschwimmer-Schein bei der DLRG in Berlin zu machen.

Dort tauchte und schwamm Wuthe nach Zeit, lernte alle wichtigen Griffe, um Menschen notfalls innerhalb von höchstens fünf Minuten vor dem Ertrinken zu retten und wiederzubeleben. „Obwohl er keine 18 mehr ist, hat er sein Ding durchgezogen und alle Prüfungen mit Bestnoten bestanden“, sagt Sylvia Greulich. Deshalb sei sie stolz darauf, ihn seit Mitte Mai im Strandbad zu haben.

„Das ist ein Job, mit dem man alt werden kann“, schwärmt Christoph Wuthe von seinem neuen Arbeitsplatz am Großen Krummen See. Sauberkeit ist da A und O. Bevor die ersten Gäste kommen, reinigt er die Toiletten, sammelt Zigarettenkippen auf und kämmt den Sandstrand mit einem großen Rechen. Regelmäßig harkt er auch den Grund des Nichtschwimmerbereiches, damit die Kinder sich nicht an den Muscheln die Füße aufschneiden. An gut besuchten Sommertagen wie diesen achtet er darauf, dass sich niemand daneben benimmt, mit Sand oder Steinen wirft oder Kippen in die Erde steckt. „Da bin ich hinterher, weil mich so etwas ärgert.“

„Christoph wird nicht laut. Er muss nur streng gucken, dann wissen die anderen schon Bescheid“, sagt Sylvia Greulich. „Und er passt auf wie ein Luchs.“ Von seinem schattigen Stammplatz am Strand aus beobachtet Wuthe das muntere Treiben im See. „Wenn richtig viele Gäste da sind, stehe ich im Wasser, um schnell eingreifen zu können.“ Bisher habe er noch niemand retten müssen. „So etwas wünscht man sich als Rettungsschwimmer auch nicht. Wenn alle Badegäste gesund wieder nach Hause kommen, dann war das für mich ein schöner Tag gewesen.“

Noch bis Ende August ist Christoph Wuthe fest im Strandbad angestellt. Dann endet sein Saison-Job. In der kalten Jahreszeit würde er gerne als Rettungsschwimmer oder Schwimmlehrer in einer warmen Halle arbeiten. Vorstellbar für ihn wäre eine Anstellung bei Tropical Islands in Krausnick, in Luckenwalde oder Ludwigsfelde. „Mal sehen, was sich ergibt“.

Von Frank Pechhold

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