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Teltow-Fläming Der Poet als Landwirt
Lokales Teltow-Fläming Der Poet als Landwirt
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02:15 30.01.2016
Im sehenswerten Ambiente der Berliner Mendelssohn-Remise wurde das Buch über „Achim von Arnim auf Wiepersdorf“ vorgestellt. Quelle: K. Grunow
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Wiepersdorf

„Herzlich willkommen, liebe Geburtstagsgesellschaft“, begrüßte Anne Frechen, die Direktorin des Künstlerhauses Schloss Wiepersdorf, am Dienstagabend die zahlreichen Gäste bei der Präsentation eines neuen Buches über Achim von Arnim. Dass sich an jenem Tag der Geburtstag des berühmten einstigen Wiepersdorfer Gutsherren zum 235. Male jährte, gab der Lesung eine kleine feierliche Note, und auch der Rahmen war ansprechend gewählt: Veranstaltet wurde die Buchvorstellung in der Mendelssohn-Remise unweit des Berliner Gendarmenmarktes. Eröffnet wurde der Abend durch Wolfgang Illert vom Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, seit 2006 Träger des Künstlerhauses.

„Wir erfahren etwas über Achim von Arnims Doppelexistenz in Wiepersdorf“, betonte Norbert Baas, der Vorsitzende des Freundeskreises Schloss Wiepersdorf. Denn Achim von Arnim wird in dem kleinen, gleichwohl sehr informativen Buch nicht nur als romantischer Dichter beschrieben, sondern vor allem auch als Landwirt, der er ab 1821 in Wiepersdorf war. Bereits 1814 war der damals 33-jährige von Arnim mit seiner Frau Bettina und den ersten zwei Kindern auf das Gut gezogen. Zuerst hatte er nur einen Nutzgarten angelegt, später dann jedoch das Gut auch landwirtschaftlich verwaltet.

Autor Holger Schwinn hat sich Achim von Arnims Alltag in Wiepersdorf angenähert. Für Wolfgang de Bruyn, Direktor des Kleist-Museums in Frankfurt (Oder) und Herausgeber der Reihe Frankfurter Buntbücher, in der eben dieser auf Wiepersdorf bezogene Band erschienen ist, ist Schwinn ein Glücksfall. Er ist wissenschaftlicher Redakteur bei der Frankfurter Brentano-Ausgabe am Freien Deutschen Hochstift/Frankfurter Goethe-Haus. Vielfach hat Schwinn publiziert und referiert zum Arnim-Brentano-Kreis, er ist auch Vize-Vorsitzender des Freundeskreises Schloss Wiepersdorf.

„Es ist unter den Arnim-Kennern gar nicht so leicht, jemanden für Landwirtschaft zu finden“, so de Bruyn. 2014 jedoch gab es eine von Anne Frechen angeregte und von Schwinn konzipierte Ausstellung in Wiepersdorf und ein Symposium: „Achim von Arnim – Landwirt und Poet“. De Bruyn inspirierte dies zu einem Buntbuch, erzählt Holger Schwinn. Der musste sich dann aber von Anne Frechen erst überreden lassen, das Buntbuch zu verfassen. „Es ist auch in Wiepersdorf entstanden“, sagt Schwinn, der sich zeitweilig im Schloss einquartieren konnte. „Wiepersdorf ist auch ein magischer Ort“, schwärmt er.

Das zeigen vor allem die stimmungsvollen nebelverhangenen Fotos von Günter Karl Bose, der für die Gestaltung des Buntbuches zuständig war. Er besucht eigentlich am liebsten Orte, die er gar nicht kennt, um unvoreingenommen auf Spurensuche gehen zu können. Nach Wiepersdorf aber kam er im Herbst zum wiederholten Male und übernachtete dort sogar. Er erinnert sich: „Morgens um halb sechs war es genau so da: Romantik.“

Von Karen Grunow

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