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Teltow-Fläming Der Rathaus-Mann mit Sinn fürs Grüne
Lokales Teltow-Fläming Der Rathaus-Mann mit Sinn fürs Grüne
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00:19 06.01.2018
Der Großbeerener CDU-Bürgermeisterkandidat Uwe Fischer - der Hauptamtsleiter ist bisheriger stellvertretender Rathauschef Quelle: Jutta Abromeit
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Großbeeren

Er ist aus dem Großbeerener Kandidaten-Trio das einzige kommunalpolitisch bekannte Gesicht: CDU-Mann Uwe Fischer. Und als einziger der drei Kandidaten kennt der Kämmerer und stellvertretende Bürgermeister die Gemeindeverwaltung von innen. Alle drei wollen am 14. Januar gewählt werden und ab Anfang Juni auf dem Chefsessel im Rathaus der zurzeit 8700 Einwohner zählenden Zuzugsgemeinde sitzen.

CDU setzt auf Innensicht

Auf diesen Innensicht-Vorteil setzt der CDU-Ortsverband. Denn es hätte auch andere bekannte CDU-Gesichter im Ort gegeben, die hätten kandidieren können. Der 52-jährige Fischer wurde den etwa 35 Christdemokraten im Ortsverband vorgeschlagen und von ihnen gewählt. Er gilt als ruhig, als Mensch, der sich nicht an Rednerpulte drängt. Mancher hält ihn für spröde, sogar für einen der sprichwörtlichen Beamten. Doch zurzeit lernen die Großbeerener, die sich für seine Kandidatur interessieren, einen anderen Uwe Fischer kennen: kontaktfreudig, umgänglich, nah an den Menschen, wie seine Einladung an Alleinlebende ohne Familienanschluss zum gemeinsamen Weihnachtsessen zeigte.

Lebenslauf von Uwe Fischer

Geboren wurde Uwe Fischer 1965 in Berlin-Tempelhof.

Grund- und Oberschule besucht er ab 1972 in Berlin-Neukölln, dort wächst er auf und lebt dort bis zu seinem Umzug 1996 nach Großbeeren.

Im März 1985 beginnt er eine Ausbildung im Bezirksamt Neukölln und gleichzeitig an der Fachhochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, die er als Diplom-Verwaltungswirt abschließt.

Ab 1988 arbeitet er als Beamter in der Berliner Bezirksverwaltung, u.a. im Jugendamt Steglitz als Gruppenleiter bzw. Stellvertreter.

1996 Umzug nach Großbeeren mit seiner Lebenspartnerin.

Seit September 2003 ist er in der Gemeindeverwaltung Großbeeren beschäftigt, absolvierte dort den Aufstieg in den höheren Dienst und ist derzeit Kämmerer und stellvertretender Bürgermeister.

2014 wird er CDU-Mitglied, er tritt in den Gemeindeverband Großbeeren ein.

Nach wie vor ist er Mitglied im Steglitzer Betriebssportverein/Bowling, trat dem Landschafts-Förderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung bei und ist ehrenamtliches Mitglied im Vertrauensrat der Berliner Volksbank.

Im Gespräch mit der MAZ muss Fischer dann selbst lachen, als er erzählt, wie der Ortsverband den Mann fand, der in den Wahlkampf ziehen soll: „Es hat tatsächlich eine dreiköpfige Bürgermeister-Kandidatenfindungskommission gegeben.“ So viel Bürokratie musste es auch für den gelernten Beamten Uwe Fischer nicht sein.

Großbeerener seit 1996

Der ist seit 1996 Großbeerener. Wie so viele Berliner hatte es ihn „ins Grüne“ gezogen, noch bis 2003 fuhr er täglich zur Arbeit ins Jugendamt nach Steglitz. Auch heute sieht er dieses Grün noch und sagt: „Das ist eines meiner wichtigen Anliegen – dass unser Großbeeren grün bleibt.“ Manchmal scheint es ihm, als hätten Einheimische vergessen, wie komplett versiegelt Nachbargemeinden sind. „Wir haben wirklich eine optisch deutlich wahrnehmbare Grenze; dieses Grün fällt mir immer wieder auf, wenn ich von außerhalb nach Hause komme“, sagt er.

Fischer ist im Bowlingverein in Steglitz

Und er kommt oft zurück: Neben seinen dienstliche Reisen steht er in Steglitz mit seinen Bowling-Vereinskollegen noch immer im Punktspielbetrieb, dafür trainiert er im Durchschnitt einmal pro Woche. Und mit seiner Lebensgefährtin geht er Inline-Skaten. Das liegt ihm, als Kind und Jugendlicher lief er im Winter auf zugefrorenen Berliner Gewässern sehr oft Schlittschuh. Heute zieht es ihn auf die Fläming-Skate. „Weil sie im Grünen liegt. Und weil man da ganz tolle unerwartete Bekanntschaften machen kann. Das ist beim Sport und in der Natur wirklich unkompliziert“, erzählt er. Seine Partnerin fand er dabei allerdings nicht. Wieder lacht er: „Die habe ich beim größten Partnerschaftsanbahnungsunternehmen gefunden  – dem Arbeitgeber.“ Das Großbeerener Vereinsleben findet er mit 20 bis 30 Wahlmöglichkeiten angesichts der Ortsgröße rege und angesichts ausgefallener Sportarten attraktiv. Der Andrang sei so groß, dass die alte Schulsporthalle bereits reaktiviert ist. „Aber wir brauchen in den kommenden Jahren dringend mehr Sportfreiflächen. Das muss bei der Schulerweiterung und einem Schulneubau unbedingt berücksichtigt werden“, so der CDU-Kandidat.

Drängendstes Problem: Wohnungsmangel

Wenn Fischer nach zwei Amtsperioden seines Parteikollegen Carl Ahlgrimm, der übrigens vor 16 Jahren auch als Beamter aus Berlin gekommen war, zum neuen Bürgermeister gewählt wird, will er die Wohnungsnot als eines der aktuell drängendsten Probleme angehen: „Es fehlen Mietwohnungen besonders für kleine Einkommen. Junge Familien, die ins Grüne ziehen und im GVZ arbeiten, wollen kurze Wege haben, vor allem mit Kindern.“ An den Sorgen der Gemeinde, die direkt am aktuellen Zuzug hängen, also den fehlenden Kita-, Hort- und Schulplätzen, „sind wir dran“, erklärt Fischer.

Öffentlicher Nahverkehr bleibt Problem

Außerdem gehörten zur sozialen Infrastruktur unbedingt Wohnungen für Senioren. „Dabei ist die Entwicklung der Gebiete Saufichten und Heinersdorf überfällig“, sagt er. Hinzu komme: „Ein künftiger Bürgermeister von Großbeeren wird den öffentlichen Personennahverkehr immer als Baustelle haben. Denn alles zu verwirklichen, was gewünscht und vielleicht auch möglich wäre, das geht nicht.“ Mit Spannung sieht Fischer daher den Versuchen mit fahrerlosen Kleinbussen im GVZ mit seinen inzwischen fast 10 000 Arbeitsplätzen entgegen.

Zu seinen ganz privaten Verkehrsmitteln gehört für den ehemaligen Westberliner inzwischen ein Ost-Zweirad: „In unserer Motorradtruppe bin ich auf eine Simson gekommen“, sagt er. „Auch damit fahre ich gern ins Grüne, in Ecken, die man noch gar nicht so kennt.“

Wahlforum am 8. Januar

Am 8. Januar können Sie die Kandidaten persönlich kennenlernen und Ihre Fragen stellen. Um 18.30 Uhr veranstaltet die MAZ im Gemeindesaal ein Wahlforum zur Bürgermeisterwahl, alle drei Kandidaten sind dabei.

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Von Jutta Abromeit

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