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„Der Referent ist zu meiner Entlastung“

Ludwigsfelde „Der Referent ist zu meiner Entlastung“

Der Ludwigsfelder Bürgermeister Andreas Igel (SPD) schlägt den Stadtverordneten eine größere Umstrukturierung im Rathaus vor. Insgesamt sollen 24 neue Stellen geschaffen werden, darunter die eines Energie- und Klimaschutzbeauftragten, eines Integrationsbeauftragten und eines persönlichen Referenten für den Bürgermeister.

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Ludwigsfeldes Bürgermeisters Andreas Igel (SPD).

Quelle: Stadt Ludwigsfelde

Ludwigsfelde. Mehr Leute im Rathaus Ludwigsfelde bei geringeren Personalkosten und dennoch mehr Gehalt für viele Stadtangestellte? Der Stadtrat diskutiert über eine Stellenplan-Änderung für die Verwaltung, zur nächsten Sitzung heute Abend soll sie beschlossen werden. Die MAZ sprach mit Bürgermeister Andreas Igel (SPD) über seine Vorstellungen zur künftigen Rathausmannschaft.

Rund 24 Stellen soll es im Rathaus von Ludwigsfelde künftig mehr als bisher geben. Haben Sie nach Ihren ersten Monaten im Amt tatsächlich das Gefühl, Mitarbeiter sind überlastet?

Andreas Igel: Das ist ein Prozess, der begonnen werden muss. Die Stelle des persönlichen Referenten oder der persönlichen Referentin ist natürlich in erster Linie zu meiner Unterstützung gedacht. Die Stelle eines Energie- und Klimaschutzbeauftragten ist eine neue Funktion, aber ich schlage sie auf Basis des erstellten Klimaschutzkonzepts der Stadt vor, dort ist diese Funktion als Maßnahme festgeschrieben.

Hintergrund

Derzeit beschäftigt die Stadt Ludwigsfelde knapp 300 Menschen, ausgewiesen waren am Jahresende 2015 bei etlichen Teilzeitbeschäftigungen 258,32 Vollzeitstellen. Dazu gehören auch Erzieherinnen in Kitas sowie Sekretariate und Hausmeister in Grundschulen.

Wird der jetzt von der Stadtverwaltung vorgelegte Stellenplan von den Stadtverordneten beschlossen, dann stehen im Haushaltsplan zum Jahresende 281,59 Vollzeitstellen.

Die Personalkosten-Einsparung wegen nicht besetzter Stellen beträgt für die Stadt Ludwigsfelde in diesem Jahr 302 000 Euro. Werden die jetzt avisierten Stellen tatsächlich besetzt, dann betragen die Personalkosten dafür und für die Umstrukturierungen 237 500 Euro. Das macht trotz der 43 000 Euro Mehrkosten für Tariferhöhungen im Kita-Bereich noch eine Ersparnis von 64 500 Euro aus.

Angekündigt werden in dem heute Abend zur Abstimmung gestellten Beschluss bis spätestens 2018 Stellenbedarfsanalysen. Damit soll die Personalstruktur der Stadt trotz des demografischen Wandels zukunftsfähig entwickelt werden, um alle Aufgaben effizient und qualitätsgerecht zu sichern.

Stichwort persönlicher Referent – solch eine Funktion gab es im Rathaus Ludwigsfelde bisher nicht. Können Sie Ihre Vorstellung etwas näher erklären?

Igel: Diese Stelle stellt in der Form in diesem Haus tatsächlich ein Novum dar. Es gibt sie aber auch in anderen Rathäusern und in teils auch kleineren Gemeinden als Ludwigsfelde. Der persönliche Referent ist wirklich in erster Linie zu meiner persönlichen Entlastung. Es sind einfach täglich zu viele kleine Einzelthemen bis hin zu diversen E-Mail-Anfragen, die ich nicht angemessen bewältigen kann. Im Ziel soll der persönliche Referent das Bürgermeisterbüro mit dem Sekretariat sowie der Öffentlichkeits- und Marketingarbeit als ganzheitliche Serviceeinheit führen.

Ab wann soll die Stelle besetzt sein?

Igel: Wenn die Stadtverordneten den vorgeschlagenen Stellenplan bestätigen, kann die Ausschreibung erfolgen.

Sie wollen auch Ihr direktes Umfeld neu ordnen, wo die drei Jobs Bürgermeister-Büroleiter und Integrationsbeauftragte bisher von Pressesprecherin Marina Ujlaki erledigt werden?

Igel: Ja, denn zurzeit leiden alle drei Aufgabenbereiche. Im Moment verlangt die Flüchtlingsintegration ein deutlich höheres Pensum als in vergangenen Jahren. Die Funktion der/des Integrationsbeauftragten soll mittelfristig auch nicht mehr zu meinem, dem Fachbereich Zentrale Steuerung/Ordnung/Sicherheit, sondern zum Fachbereich Soziales, Familie, Sport und Kultur gehören.

In der Entgeltgruppe 11 wollen Sie acht Stellen mehr haben?

Igel: Das sind überwiegend Neubewertungen von Stellen, keine neuen Stellen. Wir hatten Stellenbeschreibungen überarbeitet, die werden jetzt tarifgerecht umgewandelt.

Sie wollen als ehemaliger IT-Mann aus der Wirtschaft jetzt auch im Rathaus einen IT-Manager – wofür soll der zuständig sein?

Igel: Zurzeit ist die IT des Hauses im Inneren Service mit drei Mitarbeitern angesiedelt. Die Verantwortung für diverse genutzte Programme und Internetauftritte der Stadt liegt überwiegend in den Sachgebieten. Mit der neuen Stelle soll kein neues Sachgebiet entstehen, sondern ein fachlich eigenständiges Fachteam aufgebaut werden, das die IT der Verwaltung einschließlich aller Auftritte nach außen prozessual, funktional und technisch verantwortet. Damit entsteht eine neue Service-Einheit mit einem ganzheitlichen Ansatz, die so diverse Synergien zwischen den Systemen und eine bessere Leistungserbringung für alle Beteiligten generieren wird.

Es sind etliche Tarif-Änderungen geplant mit der Erklärung „tarifgerechte Eingruppierung, verändertes Aufgabenprofil“ – waren Mitarbeiter bisher nicht tarifgerecht bezahlt oder entscheiden Sie das?

Igel: Bei mir wird es nur Gehaltsanpassungen geben, die stellenbezogen tarifkonform sind. Subjektive Einschätzungen dürfen bei aus Steuergeld bezahlten Mitarbeitern keine Rolle spielen!

Die avisierte Stellenplanänderung sieht mehr Personal vor, aber bei rund elf Millionen Euro Personalkosten dieses Jahr 64 500 Euro weniger als bisher - wie geht das trotz Tariferhöhung?

Igel: Das klingt unlogisch. Aber wir haben tatsächlich mit unbesetzten Stellen und vielfach genutzter Teilzeit diese Summe mehr gespart, als wir mit den Neu- und Umbesetzungen ausgeben werden.

Interview: Jutta Abromeit

Von Jutta Abromeit

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