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Teltow-Fläming Der Reiz der Gegensätze
Lokales Teltow-Fläming Der Reiz der Gegensätze
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00:29 14.11.2015
Besucherinnen vor den „Zeitschleifen“ der Eichwalderin Gisela Gräning. Quelle: Karen Grunow
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Wünsdorf

Werner Mohrmann-Dressels Sekretärin stakst auf Hühnerbeinen, hat ondulierte Löckchen, einen forschen Schritt und einen leicht missmutig verzogenen Schnabel. Die eiserne Dame gehört zu den Arbeiten von insgesamt 31 Künstlern und Kunsthandwerkern, die sich in diesem Jahr an der Gruppenausstellung „Akzente 12“ in der Neuen Galerie in Wünsdorf beteiligen.

Die meisten kommen aus dem Landkreis Teltow-Fläming, doch Margitta Wünsche und Cordula Schmidt vom Kulturamt des Landkreises schauen auch gern mal über die Kreisgrenzen hinaus, um ihre beliebte Schau zum Jahresende nicht nur spannend, sondern auch abwechslungsreich zu gestalten. Gisela Gräning etwa lebt und arbeitet in Eichwalde, kombiniert in ihren großformatigen auf Leinwand gezogenen Collagen römische Mosaiken mit märkischen Backsteinen, „Zeitschleifen“ nennt sie diese Arbeiten, mit denen sie sich erstmals in Wünsdorf vorstellt.

Bildhauerin Franziska Gußmann und ihre hölzerne Badenixe. Quelle: Karen Grunow

Doch auch bei den Künstlern direkt aus Teltow-Fläming gibt es immer wieder Neuzugänge, etwa Franziska Gußmann, eine Bildhauerin aus Oehna, deren Spezialität äußerst schlanke Damen sind. „Mischa“ erwartet die Besucher der Neuen Galerie gleich im ersten Raum, sie trägt nur einen Badeanzug, hat einen aufgetürmten Dutt und eine Haltung wie im Sprung, mit gestreckten Füßen. Eigenartig schiebt sie die Hüfte zur Seite, gleich so wie jene mittelalterlichen Marienfiguren, die als „Schöne Madonnen“ die Kunstgeschichte mit reizvoller Jugendlichkeit und eben jenem sinnlichen Hüftschwung revolutionierten. Nur ein paar Schritte entfernt hängen Bernd Stiehlers getuschte Damen mit den geschürzten Lippen und vielsagend-neidischen Blicken auf die Vorzüge der anderen. Sie bleiben dennoch „wortlos“, so der Titel, den der Wünsdorfer Maler seinem „Akzente“-Beitrag gab.

Er gehört wie auch die Luckenwalder Metallgestalter Armgard und Manfred Stenzel zu den häufigen Gästen der Neuen Galerie. Die beiden zeigen Schmuck, edle Unikate, bei denen sie zum Teil auch die Kunst der Emailgestaltung einsetzten, die sie beide außerdem bei einigen stählernen Bildern zeigen. „Emailgestaltung hatte ihre Blüte im Mittelalter mit der sakralen Kunst“, erzählt Armgard Stenzel über diese besondere Technik, die sie selbst im Studium an der Burg Giebichenstein in Halle erlernte. Ein außergewöhnliches künstlerisches Handwerk, das heute nicht mehr gelehrt wird, in den Werken der Stenzels jedoch von faszinierender Modernität ist.

Aus der Zeit gefallen dagegen scheinen Gabriele Kloses Ansichten des Museumsdorfs Glashütte. Das ist zwar hübsch saniert, biete aber bei genauem Hinschauen „doch noch solche Sachen, die so verwunschen sind“, sagt Klose und deutet auf ihre windschiefen Backsteinscheunen. Sie betreibt in Glashütte die Galerie Packschuppen, in der Margitta Wünsche mal auf Sonja Blattner aufmerksam wurde. Nun sind deren aus Holz und grober Leinwand hergestellte „Stelzenhäuser“, die auf den ersten Blick wie Schmiedearbeiten anmuten, ebenfalls in Wünsdorf zu sehen.

Akzente 12

Die Ausstellung „Akzente 12“ in der Neuen Galerie in der Wünsdorfer Gutenbergstraße 1 ist bis zum 13. Dezember zu sehen. Geöffnet ist donnerstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.

Zum ersten Mal dabei: Sonja Blattner, Anne Eichhorn, Simone Elsing, Andrea Forchner, Gisela Gräning, Franziska Gußmann, Birgit Knappe, Stefan Laub, Sergej Luzewitsch, Emily Pütter, Erich Rauschenbach, Maria Sommer, Svetlana Tiukkel und Julia Winter.

Ein Klassiker der stets bewusst in der Vorweihnachtszeit stattfindenden „Akzente“-Schau sind Beate Bolenders Glassterne, das wohl beliebteste, auch weil preiswerteste Mitbringsel von der Ausstellung. Aber auch andere Künstler können sich über Zuspruch freuen; schon zur Vernissage meldeten sich Interessenten für die „Ödipus“-Variation des Gottsdorfer Künstlers Detlef David.

Unter dem Namen „Schleusenkeramik“ entwerfen Andrea Forchner und Stefan Laub aus Eberswalde neben Porzellan auch Steinzeug mit Salzglasur, dessen Formen faszinierend orientalisch anmuten. Die Michendorfer Keramikerin Sabine Breithor fertigt auch Skulpturen, zwei kaum 30 Zentimeter große Männergestalten sind bei ihrer in Wünsdorf vorgestellten Arbeit „Im Gespräch“.

Werke der Rangsdorfer Künstlerin Marion Jachmann. Quelle: Karen Grunow

Dass die Ausstellung wie jedes Jahr im Herbst wieder so umfangreich und liebevoll geschickt gestaltet werden konnte, dafür hatten die beiden Frauen vom Kulturamt auch zahlreiche ehrenamtliche Helfer. Zu denen gehört Marion Jachmann, eine in Rangsdorf lebende Malerin, die neben großformatigen Arbeiten auch ganz kleine Bilder zeigt. Die, sagt sie, seien „mehr intuitiv“ entstanden, kleine Gesichter in comichafter Überzeichnung. Ganz zart dagegen sind die Dolden und Hagebutten auf den Porzellan-Vasen und -Tassen der Glindowerin Julia Winter, roh und archaisch wirken die „Lebensschiffchen“ aus Lava von Simone Elsing.

So gegensätzlich manche der künstlerischen Positionen scheinen, so gekonnt fügen sie sich ein in diese sehenswert arrangierte Auswahl der „Akzente 12“. Die Ausstellung ist bis zum 13. Dezember in der Neuen Galerie zu sehen.

Von Karen Grunow

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