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Der Roman zum Völkermord

Lesung von „Die Armenierin“ Der Roman zum Völkermord

Der Jüterboger Thomas Hartwig hat sich lange Zeit mit dem Völkermord der Türkei an den Armeniern vor 100 Jahren befasst. Herausgekommen ist sein Roman „Die Armenierin“, den er am Sonnabend im Kulturquartier seiner Heimatstadt vorstellte.

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Thomas Hartwig las im Kulturquartier Jüterbog aus seinem Roman „Die Armenierin“.

Quelle: H.-Dieter Kunze

Jüterbog. – Ein geschichtsträchtiges Thema hat der Jüterboger Autor Thomas Hartwig zum Hintergrund seines Romans „Die Armenierin“ gemacht. Es ist der brutale Einsatz der türkischen Armee gegen osmanische Armenier 1915, der inzwischen als Völkermord angesehen wird. Zwischen 300 000 und 1,5 Millionen Armenier – Kinder, Frauen und Männer – sollen dem Genozid zum Opfer gefallen sein. Das Geschehen gehört noch heute zu den Tabu-Themen in der Türkei, die offiziell den Völkermord leugnet.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen die Beziehungen zwischen der Armenierin Anusch Tokatliyan und dem jungen deutschen Schriftsteller Armin T. Wegner (1886 – 1978). Er meldete sich freiwillig als Sanitäter ins Osmanische Reich. Auf einem Ball verliebte er sich in die Armenierin. Doch die Zeichen stehen auf Untergang und Vernichtung der armenischen Bevölkerung. Wegner stemmt sich verzweifelt dagegen, erfolglos. Der junge Schriftsteller hätte den Stoff gern selbst in einem Werk verarbeitet, das Vorhaben blieb zeitlebens unvollendet. Geblieben sind einige authentische Fotografien der Vertreibung. Sie haben an Aktualität nichts eingebüßt.

Thomas Hartwig faszinierte dieses Thema. Sechs Jahre lang recherchierte er und vollendete sozusagen Wegners Werk mit historisch überlieferten als auch fiktiven Handlungsträgern. Im vergangenen Jahr erschien die erste 807-seitige Auflage von „Die Armenierin“ zur Leipziger Buchmesse. Die Resonanz, sagte Hartwig, sei zunächst verhalten gewesen. In Anbetracht der aktuellen Lage der Flüchtlingsströme habe die Aufmerksamkeit zugenommen.

Nur wenige Passagen las Thomas Hartwig am Samstag im Jüterboger Kulturquartier und ergänzte sie durch geschichtliche Hintergründe. Der Zuhörer spürte schon in dieser kurzen Zeit, dass sich der Autor intensiv mit der Materie befasst hat, sie ihn innerlich berührt. Es ist ihm somit gelungen, den facettenreichen Hintergrund gekonnt miteinander zu verknüpfen.

Thomas Hartwig wurde 1941 in Rostock geboren. Er ist Schriftsteller, Drehbuchautor, Regisseur und Filmemacher.

Info: „Die Armenierin“, Salon Literatur-Verlag, ISBN 978-3-939321-56-9. Das Buch kostet 26,50 Euro.

Von H.-Dieter Kunze

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