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Der Schlosspark kommt ins Museum

Kunstprojekt der Wiesenschule Jüterbog Der Schlosspark kommt ins Museum

Ein Kunstkurs der Wiesenschule Jüterbog will ein Modell des Schlossparks bauen. Gemeinsam mit einer Landschaftsarchitektin und mit Unterstützung des Stadtarchivs rechierchieren die Schüler die Geschichte des Parks und sammeln natürliches Material für ihr Modell. Im Sommer 2016 soll es in die Dauerausstellung des Stadtmuseums integriert werden.

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Sophie Knuth (l.) und Lena Richter recherchieren im Stadtarchiv Fotos, Pläne und andere Dokumente zum Schlosspark.

Quelle: Peter Degener

Jüterbog. Die Wiesenschule liegt direkt am Jüterboger Schlosspark, doch bislang hatten die Kunstschüler von Lehrerin Sarah Schulz keine Vorstellung von der Bedeutung des Parks als Denkmal. In diesem Schuljahr soll sich das nun ändern. In einem Forschungsprojekt im Rahmen der Aktion „Denkmal Aktiv“ befassen sich die Zehntklässler intensiv mit der Gartenanlage. Sie wollen ein Modell des Parks bauen und daneben seine Geschichte darstellen. Dafür stehen ihnen 1000 Euro Fördergeld der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und weitere 600 Euro der Stadt Jüterbog zur Verfügung.

Zur fachlichen Unterstützung wandte sich die Lehrerin an die Landschaftsarchitektin Diana Lindner aus Kloster Zinna und landetet dabei einen Volltreffer. „Als wir zum ersten Mal telefonierten, habe ich festgestellt, dass sie über den Jüterboger Schlosspark ihre Diplomarbeit verfasst hat“, erzählt Schulz. In den vergangenen Wochen lernten sie mit ihr die Bedeutung von Gärten als Denkmäler kennen. Jetzt waren die 20 Schüler im Stadt- und Bauarchiv und dem Stadtmuseum zu Gast.

Dort erklärten die Archivarinnen den Schülern, wie ein echter Forschungsauftrag durchgeführt wird, denn die eigene Recherche ist Teil der Arbeit. Diana Lindner schätzt das große Engagement des Kurses. „Wir erreichen damit, dass das Gartendenkmal ins öffentliche Bewusstsein rückt“, sagt Lindner und gibt den Schülern einen Satz auf den Weg: Ein unbekanntes Denkmal ist ein ungeschütztes Denkmal.

Im Leseraum des Archivs steht ein grauer Karton auf dem Tisch, der alle erhaltenen Unterlagen zum Schlosspark beinhaltet. Als die Mitarbeiterinnen des Stadt- und Bauarchivs den Karton öffnen, greifen sie neben Karten, Fotos und Bauakten auch Lindners Di-plomarbeit heraus.

Daneben liegt ein großer Band mit alten Jüterboger Zeitungen, den die Schüler vorsichtig durchblättern. Die Frakturschrift ist gerade noch so lesbar. Die alte Schreibschrift der Dokumente ist dagegen kaum zu entziffern. Doch zum Glück gibt es historische Fotos. „Es hat sich vieles verändert, aber man erkennt, dass es der Schlosspark ist“, kommentiert die 16-jährige Sophie Knuth die Fotografien.

Von der Landschaftsarchitektin haben sie bereits gelernt, was Säuleneichen und Buchenhecken sind und wie diese auf den Resten eines slawischen Burgwalls die Wände und den Turm der früheren Burg imitieren sollten.

Die Hälfte des Kurses soll selbst im Archiv recherchieren und eine Text- und Bildtafel erarbeiten. Die anderen Schüler arbeiten an dem Modell. Bei einer Exkursion in den Park sammelten die Schüler Gräser, Äste, Laub und Sand. „Das Modell soll nur aus Material gebaut werden, das aus dem Park stammt“, sagt Timo Masur, der die Modellbaugruppe anleitet.

Sogar eine historische Scherbe wurde gefunden. Museumsleiter Norbert Jannek begutachtet für die Schüler Material und Krümmung der Scherbe. „Die stammt von einem kleinen Krug aus dem Spätmittelalter oder der Frühen Neuzeit“, stellt er schnell fest. „Wir könnten die Scherbe im Modell vielleicht beim Spielplatz einbauen“, sagt Timo Masur.

Der Museumsleiter hat ein Ziel für die Arbeit der Schüler in Aussicht gestellt. Er zeigt ihnen die Dauerausstellung des Museums. In einer Vitrinenwand im Kellergewölbe wird vom Ursprung Jüterbogs erzählt. Dort liegen Fundstücke aus dem Park, auch das Modell einer Slawenburg steht darin. Neben der Vitrine ist noch etwas Raum. „Das Modell wäre für uns eine Bereicherung, die wir gerne in die Ausstellung einbauen würden. Der Platz ist reserviert“, verspricht Jannek. Bis zum Juni wollen die Schüler fertig sein.

Von Peter Degener

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