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Der Traum vom Privatfliegen

Dahmeland-Fläming Der Traum vom Privatfliegen

Wer spontan und schnell nach Mailand, Mallorca oder Memmingen verreisen will, der kann entweder auf Last-Minute-Angebote hoffen oder gleich einen Privatjet chartern. Aber wie funktioniert das eigentlich? Von wo fliegt man da los? Und was kostet der Spaß überhaupt? Einblicke für Leute, die paar tausend Euro übrig haben.

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Flugzeuge auf dem Flugplatz Schönhagen.

Quelle: Flugplatz Schönhagen

Dahmeland-Fläming. Sie wollen es machen wie Dortmunds Stürmerstar Pierre-Emerick Aubameyang und spontan zu einer Privatparty nach Mailand jetten? Sie wollen es Brad Pitt und Angelina Jolie gleichtun und sich über den Wolken in privater Atmosphäre entzweien? Oder Sie wollen sich von Formel 1-Star Lewis Hamilton inspirieren lassen, der jüngst zu Protokoll gab, er schlafe in seinem Privatflieger besser als in seinem Bett?

Hier kommt die gute Nachricht: Die In­frastruktur für Privatflüge steht in der Region Dahmeland-Fläming bereit. Sie brauchen lediglich ein Telefon. Und Geld natürlich. Recht viel sogar. Das ist womöglich die schlechte Nachricht. „Für Geld ist in dem Metier alles möglich“, sagt Markus Mikulski, Projektleiter beim Unternehmen Deutsche Privatjet, das bundesweit Chartermaschinen aller Größen vermietet.

Wen die Lust auf einen Spontanflug in intimer Atmosphäre überkommt, der kann bei einer Chartergesellschaft anrufen. Zum vereinbarten Zeitpunkt – frühestens zwei Stunden nach dem Anruf – wartet eine Maschine in verabredeter Größe am ausgemachten Ort.

Exklusiver Service, gesalzene Preise

Als Abflughafen biete sich grundsätzlich Schönefeld an, wo es einen speziellen Terminal nur für Privatflieger gibt. Bis zu 80 Privatjets starten und landen dort täglich – weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit. „Da fahren Sie mit einem Taxi auf die andere Seite der Abflughalle, gehen durch eine Glastür, dort wartet ein netter Mensch, der Sie höflich durch die Kontrolle begleitet, und dann steht da auch schon ihr Pilot“, erklärt Mikulski. Man könne auch mit dem eigenen Auto zum Flugzeug fahren, das koste aber zusätzlich. Wie so ziemlich alles rund um den Privatjet.

Die Preise für ein solches Vergnügen sind für den Normalverbraucher gelinde gesagt gesalzen. Ein Flug nach Frankfurt könne in einem kleinen Flieger 5000 Euro, in einem Verkehrsflieger mit VIP-Ausstattung aber gerne auch 100 000 Euro kosten, sagt Mikulski. Dafür hat man dann Ledersitze, eigenes Servicepersonal, Catering, einen Fernseher, DVDs und eine gefüllte Minibar.

Privatflugzeuge in Schönhagen

Privatflugzeuge in Schönhagen.

Quelle: Flugplatz Schönhagen

„Wenn ich einen Privatjet miete, will ich Exklusivität, Komfort oder Luxus“, sagt Mikulski. Fußballer gönnen sich so etwas, Hollywood-Schauspieler oder Rockstars. Privatjets bedeuten aber auch Zeitersparnis, und Zeit kann auch Geld wert sein. Das gelte besonders in der Geschäftswelt, weshalb Geschäftsreisende zu den wichtigsten Kunden der Charter-Anbieter gehören.

„Wenn ein Geschäftsführer am Tag vier Termine in verschiedenen Städten wahrnehmen muss, wird er das mit Linie kaum schaffen“, sagt Mikulski. Und wenn noch fünf Mitarbeiter mitfliegen, dann rechne sich der Privatflieger. „Das kann dann sogar günstiger sein als ein Linienflug.“

Entlastung für die großen Flughäfen

Solche Businessflieger gehören zu den häufigsten Kunden an dem anderen Ort, der für Charterfirmen interessant ist: dem Flugplatz Schönhagen. Dort können Flugzeuge bis zu zwölf Tonnen starten und landen, das entspricht Maschinen mit 20 Plätzen. „Für schwerere Maschinen kann man eine Ausnahmegenehmigung beantragen“, sagt Monika Kühn von der Flugplatzgesellschaft.

Hintergrund


Das deutsche Luftrecht unterscheidet zwischen Flughäfen und Landeplätzen.

Auf Flughäfen findet vor allem kommerzieller Flugverkehr statt. Einrichtungen, auf denen die Allgemeine Luftfahrt – also die Privat- und Businessfliegerei – im Vordergrund steht, werden als Landeplatz bezeichnet. Sie müssen auch nicht durch einen Bauschutzbereich geschützt werden.

Von den deutschen Verkehrsflughäfen sind 16 als internationale Flughäfen klassifiziert. Überdies gibt es 21 Regionalflughäfen. Schönhagen ist als Verkehrslandeplatz klassifiziert – immerhin der größte in Ostdeutschland.

Bis zu 350 Flugbewegungen werden in Schönhagen täglich registriert. Chartergesellschaften fliegen den Flugplatz entweder direkt an oder nutzen ihn zum Zwischenparken, weil man in Tegel keine Privatjets abstellen darf. „Wir sind eine Entlastung für die großen Flughäfen“, sagt Monika Kühn.

Es kommt aber auch oft vor, dass sich Business-Vielflieger gleich eigene Maschinen kaufen. In Schönhagen stehen rund 180 Flugzeuge, die Firmen gehören, deren Manager weder chartern wollen noch Lust auf Check-In-Schlangen und Wartezeiten haben.

Von Oliver Fischer

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