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Teltow-Fläming Der Traum vom effizienten Düngen
Lokales Teltow-Fläming Der Traum vom effizienten Düngen
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00:18 08.11.2013
Stefan Scholz Quelle: Martina Burghardt
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Altes Lager

Mit weniger Dünger und Frischwasser die gleiche oder sogar eine größere Ernte vom Acker zu holen, spart Kosten, schont die Umwelt und kann einen höheren finanziellen Ertrag bedeuten. Genau das will man mit Hilfe eines von der Europäischen Union geförderten Forschungsprojektes erreichen, das unter anderem im Fläming läuft und dessen erste Phase jetzt beendet ist.

Wissenschaftler und Anwender aus Deutschland, Österreich, Polen und England entwickeln gemeinsam ein automatisiertes Bewässerungs- und Düngungssystem. Dessen Herzstück ist ein Chip, der den Nährstoffgehalt im Boden misst. In Verbindung mit einem Softwaremodell kann die Menge an Wasser und Dünger bestimmt werden, die die Pflanzen zum Wachsen brauchen. Die Beregnungsanlage übernimmt die Verteilung. Noch wird die Bodenprobe per Hand genommen. Im zweiten Teil des EU-Projektes namens Optifert soll dieser Vorgang automatisiert werden. „Wir arbeiten an einem bezahlbaren Sensormodul“, erklärt Stefan Scholz, Geschäftsführer der Firma Hydro-Air aus Altes Lager, die an dem Projekt und den Tests beteiligt ist. Bis 2016 könnte jede fünfte Bewässerungsanlage mit dem System ausgerüstet sein. Die EU fördert die Entwicklung mit knapp 1,5 Millionen Euro. Die Projektleitung hat das Technologie-Transfer-Zentrum Bremerhaven.

Der Chip kam erstmals in diesem Jahr auf einem 25 Hektar großen Testfeld bei Wahlsdorf zum Einsatz. Es gehört der Agrargenossenschaft Niederer Fläming/Petkus. Acht Prozent mehr Mais als von einer gleich großen Referenzfläche wurden dort geerntet.

Gespart werden soll vor allem Stickstoffdünger, denn Überdüngung belastet das Grundwasser mit Nitrat, das in hoher Konzentration gesundheitsschädlich ist. Deshalb prüfen Landwirte vor der Düngung, wie viele Nährstoffe schon im Boden sind: vor allem Nitrat, aber auch Phosphat oder Kalium. Jährliche Bodenanalysen sind vorgeschrieben. Darüber hinaus können Proben ins Labor geschickt werden, nach ein bis zwei Wochen bekommt der Landwirt das Ergebnis.
Preisgünstiger und schneller verspricht der Optifert-Chip zu sein. Einen halben Teelöffel Erde braucht der Landwirt für die Analyse, vier Minuten für die ganze Prozedur. Der Sensor passt in eine Hosentasche. „Auf dem Chip befindet sich ein Mikrokanal“, erklärt Stefan Scholz. „In den füllt der Landwirt die Bodenprobe.“ Ein elektrisches Feld zwingt die Nährstoffe, die als geladene Teilchen (Ionen) vorliegen, sich durch die Flüssigkeit zu bewegen. Leichten, stark geladenen Ionen gelingt das schneller als schweren, weniger stark geladenen Ionen. „Anhand der Zeit, die sie durch den Kanal brauchen, lassen sich die Nährstoffe identifizieren“, so der 32-Jährige weiter. In zwei Minuten können vier bis fünf verschiedene Ionen gemessen werden.

Künftig soll das Messsignal zusammen mit Navigations-Daten zu einem zentralen System geschickt werden. Beim automatisierten System soll der Dünger diesen Informationen entsprechend dosiert und automatisch aufgetragen werden. Bewässerungssysteme können nachgerüstet werden. Der Chip ist mehrfach verwendbar.

Die Hydro-Air GmbH in Niedergörsdorf hat schon einmal mit Forschern des Technologie-Transfer-Zentrums Bremerhaven zusammengearbeitet. Gemeinsam mit der Firma Alensys entwickelte man ein System zum kontrollierten Einsatz von Abwasser bei der Bewässerung von Energieholz-Plantagen in China. Auch dabei kommen Sensoren zum Einsatz. Sie kontrollieren, ob die Mischung aus Abwasser und Grundwasser ausgewogen ist.

Daten zur Firma

Die Firma Hydro-Air wurde 1991 gegründet und baut Bewässerungssysteme, Filteranlagen, Gülletechnik und Tankanlagen, außerdem noch Elektroanlagen und Pumpstationen.

Daten zur Firma

Den Kunden werden die Planung, der Bau und die Wartung der Anlagen angeboten.

Daten zur Firma

Beschäftigt werden bei der Firma Hydro-Air in Altes Lager derzeit 25 dauerhafte Mitarbeiter. Hinzu kommen nach Firmenangaben bis zu zehn Saisonkräfte.

Daten zur Firma

Geschäftsführer Stefan Scholz hat Maschinenbau studiert und absolviert derzeit eine Ausbildung zum Elektromeister.

Von Martina Burghardt

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