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Der W50 ist eine Erfolgsgeschichte für Ludwigsfelde

Autobauer feiern im Mercedes-Werk 50 Jahre W 50 Der W50 ist eine Erfolgsgeschichte für Ludwigsfelde

Vor 50 Jahren lief der erste W50 in Ludwigsfelde vom Band. Die Stadt verdankt dem Lastwagen ihren Aufstieg. Nach der Wende übernahm Mercedes das Werk und baute dort die offenen Varianten des Sprinter.

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50 Jahre Nutzfahrzeugbau in Ludwigsfelde: der ehemalige IFA-Kombinatsdirektor Lothar Heinzmann, Mercedes-Werkleiter Sebastian Streuff und seine Vorgänger Heinrich Weiß und Dietmar Bacher (v.l.)
 

Quelle: Jutta Abromeit

Ludwigsfelde.  Autobauer sind keineswegs nur nüchterne Techniker und Ingenieure, sie entwickeln und produzieren Fahrzeuge mit Herzblut und Emotion. Das war am Freitag beim Jubiläum 50 Jahre Nutzfahrzeugbau in Ludwigsfelde zu erleben. Im Mercedes-Werk trafen sich Generationen von Kfz-Monteuren, -Meistern und -Mechatronikern, Entwicklungsingenieure und Werkleiter. Mit einer Feierstunde, Erinnerungsbildern und Ansprachen blickten ehemalige und heutige Autowerker zurück auf fünf Jahrzehnte zwischen allererstem W50-Lkw aus dem IFA-Betrieb zu DDR-Zeiten und Erfolgstransporter Sprinter aus dem heutigen Mercedes-Werk mit 2000 Beschäftigten.

Konzipiert für die DDR-Landwirtschaft reichten Platz und Personal in Werdau (Thüringen) – deshalb W50 – doch nicht für die Produktion des Fünftonners. So kam es in Ludwigsfelde auf Ministerratsbeschluss 1962 zur bis dahin größten DDR-Investition im Fahrzeugbau. Markantestes Ergebnis: die Montagehalle 142 mit 400 Metern Länge und 180 Meter Breite. Von dort rollten der W50 und der Nachfolger L60 vom Band. Dann kam der Mauerfall. Werkleiter und IFA-Kombinatsdirektor war Lothar Heinzmann. Sichtlich bewegt erzählt der heute 81-jährige Potsdamer, wie der Mercedes-Kontakt entstand. „Am 8. Januar 1990 kam der Konzern-Vorstand zum Gespräch. Und wir suchten eine Firma, in die wir als Ganzes eingehen und zur Unternehmensfamilie gehören konnten. Andere wollten mit uns was anderes.“ Heute sei er sehr stolz auf das, was entstanden ist, sagt Heinzmann.

Zu den ehemaligen Werkleitern gehört der Schwabe Dietmar Bacher. Nach 26 Jahren Werkleitung mit Unterbrechung blieb er in der Region, der 67-Jährige wohnt in Rangsdorf. „Meine Güte, was haben wir hier alles gemacht. Vom legendären 1318 bis zum Sprinter“, erzählt er. Der 1318 war der einzige IFA-Lkw mit Mercedes-Fahrerhaus, produziert 1990. Und Bacher sagt: „Keine Sekunde habe ich an diesem Standort gezweifelt. Und noch nie so gern gearbeitet wie hier, auch wenn es lange gedauert hat, ehe wir im Konzern emanzipiert waren. Stuttgart dachte lange, wir sind arme Irre im Urwald.“

Wegen der Lkw-Produktion bekam Ludwigsfelde 1965 das Stadtrecht verliehen. Wilfried Thielicke, Chef der städtischen Wirtschaftsförderung und stellvertretender Bürgermeister, erinnerte an den Beschluss des Bezirkstags Potsdam. 10 000 Menschen in der Lkw-Produktion prägten die Stadt und den Lebensrhythmus ihrer Bewohner, so Thielicke. Dass sich Daimler zur Rückkehr an seinen Vorkriegs-Standort entschieden habe, sei „ein Glück und eine große Chance“. Das Vertrauen sei einer Initialzündung gleichgekommen, so Thielicke. Seither habe die Stadt eine rasante Entwicklung für viele Menschen mit guter Arbeit und Lebensqualität genommen. Auch deshalb sei sie heute Hochtechnologiestandort von Weltrang, so Thielicke.

Der aktuelle Werkleiter Sebastian Streuff sprach von mehr als 750 Millionen Euro, die Daimler seit 1991 investierte, das Werk gehöre zu den modernsten im Konzern. „Herzblut und Leidenschaft der Ludwigsfelder sind bekannt und geschätzt“, so Streuff. Angesichts der Höhen und Tiefen gebe es keinen Daimler-Standort „mit derart wechselvoller Geschichte“. Dieses immer wieder veränderte Werk sei im Konzern inzwischen ein kleines Mekka, „das man einmal gesehen haben muss“. Und der Manager sagt: „Die Zukunft für Ludwigsfelde heißt VS30.“ Das ist der Arbeitstitel des Sprinter-Nachfolge-Modells.

Hintergrund

Der erste Fünftonner W50 rollt am 17. Juli 1965 im IFA-Automobilwerke Ludwigsfelde aus der Montagehalle 142. Das Fahrzeug wird zum Exportschlager und wichtigsten Devisenbringer der DDR, es wird in 53 Länder exportiert und bis 1990 mehr als 593 000 mal verkauft. Vom Nachfolger L60 gibt es etwas mehr als 20 000 Exemplare.

Nach dem Mauerfall wurde das Autowerk von der Treuhand verwaltet, es entstand ein Branchenmix von Firmen. Kernstück blieb das Autowerk, jetzt als Mercedes Benz Ludwigsfelde.

 Im Februar 1991 rollte das erste Fahrzeug aus der neuen GmbH, ein Transporter LN2. Es folgen der Transporter Vario, 280 Mercedes-Busse für Usbekistan, 22 000 Exemplare des Familien-Vans Vaneo und seit 2006 die offenen Baumuster des Mercedes-Erfolgstransporters Sprinter.

Von Jutta Abromeit

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